Wie läuft der internationale Absatz von Schweizer Original Braunvieh-Samen (OB) bei Swissgenetics?
Ruedi Meier: Der internationale Absatz verhielt sich in den Jahren 2010 bis 2015 ziemlich stabil und lag mengenmässig bei rund 20 00 Dosen. Es gab aber zwischendurch Jahre, in denen der Absatz um bis zu
50% sank. Dies aus diversen Gründen. Unter anderem auch infolge des Wechselkurses oder wegen Anpassungen der Import-Anforderungen (sanitarische Bedingungen) der jeweiligen Länder.
Um welche sanitarische Anforderungen handelt es sich?
In ganz Europa ist der Virus Schmallenberg weit verbreitet. Stiere, die Träger des Virus sind, qualifizieren sich für diese Länder nicht. Bedingt durch die europäische Verbreitung von Schmallenberg verfügt Swissgenetics immer weniger über Samendosen, die vor der Verbreitung des Virus produziert wurden.
In welche Länder wird am meisten OB-Samen exportiert?
Hauptexportländer für OB sind die Zentral- und Südamerikanischen Länder. Insbesondere diese Länder haben ihre sanitarischen Anforderungen für Importe angehoben. Der ehemalige Hauptmarkt Mexiko beispielsweise kann seit 2013 aus diesem Grund nicht mehr beliefert
werden.
Wie sieht der nationale Markt aus und welche OB-Stiere laufen in der Schweiz am besten?
In den letzten vier Geschäftsjahren ist der Absatz von OB-Samendosen um 1,6% gestiegen. Im gleichen Zeitrahmen sind die Absatzzahlen national insgesamt gesunken. Die OB-Stiere mit den höchsten Verkaufszahlen im Geschäftsjahr 2015/16 (1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016) waren: Lordan, Vero U-Bach und Held.
Und welche OB-Stiere laufen international am besten?
Die OB-Stiere mit den höchsten Verkaufszahlen im Geschäftsjahr 2015/16 heissen: Orivo-ET; Minor und Vero.
In welche Länder kann Swissgenetics eine steigende Nachfrage nach OB-Samen feststellen?
Positiv ist die steigende Nachfrage aus Italien, wo in einzelnen Gebieten OB gefördert wird. Zudem werden die Eigenschaften von OB-Tieren in nicht
sehr intensiven Gebieten sehr geschätzt.
Interview Peter Fankhauser

