Rinderzüchter verschärfen Schaureglement

Die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter (ASR) will künftig bei Verstössen an Spitzenschauen schärfer durchgreifen. Sie hat am Dienstag ein neues Ausstellungsreglement verabschiedet. Es tritt 2017 in Kraft.  

Wenn die Tagesschau vor der Tür steht, handelt es sich bei einer landwirtschaftlichen Sitzung meist nicht um ein Alltagsgeschäft. Dies gilt in diesem Fall sicher auch. Die Exzesse an Spitzenschauen haben in den letzten Monaten nicht nur die Fachpresse in der Deutschschweiz beschäftigt, sondern auch die Massenmedien.

Unter diesem Druck und weil sie das Image der Viehzucht und damit der staatlichen Stützung gefährdet sah, hat die ASR gehandelt. Am Dienstag hat sie ein Ausstellungsreglement verabschiedet, welches den bisherigen Ehrenkodex ersetzt.

Reglement tritt im Januar 2017 in Kraft

Das Reglement ist noch nicht veröffentlicht, wird aber am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Die wichtigsten Eckpunkte hat ASR in einem Communiqué veröffentlicht. Es sind dies folgende Punkte:

  • die klare Reglementierung der erlaubten sowie der verbotenen Hilfsmittel
  • die Kontrolle der Euterfülle durch eine Kommission vor dem Betreten des Schaurings
  • ein Sanktionsschema mit klaren Vorgaben zum Ausschluss eines Tieres von der Rangierung und bei schweren Vergehen einer Sperre des Ausstellers an sämtlichen Ausstellungen für die Dauer von 13 bis maximal 25 Monaten, wenn derselbe Aussteller innerhalb von 3 Jahren nach der ersten Sperre "rückfällig" wird

Schon bisher mussten Vergehen an die ASR rapportiert werden, es gab jedoch keine Möglichkeiten zu ausstellungsübergreifenden Sanktionen, dies soll nun mit der Einrichtung eines zentralen Sündenregisters korrigiert werden, wie ASR-Präsident Andreas Aebi auf Anfrage bestätigt.

Die Datenbank soll laut dem Swissherdbook-Präsidenten Markus Gerber von der ASR selber geführt werden. Es wird ermöglichen, die mit dem Reglement angestrebte Verschärfung auch durchzusetzen.

Wichtig sind dabei auch die Kontrollkommissionen, die mit dem neuen Reglement gestärkt werden sollen. Dabei will man auch die zuständigen Kantonstierärzte stärker einbinden, die bei jeder grossen Schau auf dem Platz sein sollen. "Mein Problem sind die Tierärzte, welche nichts machen", sagte Aebi.

Sanktionsschema doch nicht mit Punktekatalog

Als zentrales Element des neuen Reglements war ein Sanktionsschema mit Punktekatalog vorgesehen. Offenbar gab es aber im Verlauf der Vernehmlassung derart viele Unstimmigkeiten bezüglich der Punktezuteilung für einzelne Vergehen, dass man die Idee während der ASR-Vorstandssitzung wieder beerdigt hat.

Aebi, der das Reglement laut eigenen Angaben am Montag zum ersten Mal zu Gesicht bekam (es war in einer AG unter der Leitung von Markus Gerber erarbeitet worden), erwähnte auf die entsprechende Nachfrage, dass beispielsweise beim Einsatz von Eis zur Kühlung von vollen Eutern eine Verschärfung vorgenommen worden sei, er wolle weder vor noch nach der Schau Eis auf den Eutern sehen, so der ASR-Präsident.

akr

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