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Im Winter ist Vorsicht vor Haarlingen geboten

Dass Haarlinge ihre Eier im Fell von Nutztieren ablegen, kann vorkommen. Der Befall ist nicht sehr häufig aber auch nicht selten. Wichtig ist, dass bei einem Befall der ganze Bestand behandelt wird.

In der Facebook-Community der BauernZeitung kursierte kürzlich die Frage, was es mit den «schwarzen Tierli» im Kuhfell auf sich habe.

Daraufhin stellten User und Userinnen, die diesen eigenartigen Befall in der eigenen Herde feststellten, unterschiedliche Vermutungen auf: Sind es Dasselfliegen? Haarlinge? (Schwanz)-Läuse? So vielfältig wie über die möglichen Verursacher des Juckreizes wurde auf Facebook auch über die Behandlungsmöglichkeiten diskutiert. Die Vorschläge reichten von Eprinex, Balisto-Öl, Schmierseife, Farmerspray bis hin zu Sebacil.

«Nicht sehr häufig»

Auf die Frage, ob Haarlinge auch bei Rindern vorkommen, antwortet Mireille Meylan, Leiterin der stationären Wiederkäuerklinik der Universität Bern: «Haarlinge können durchaus bei Wiederkäuern vorkommen. Sie sind nicht sehr häufig, aber auch nicht selten», so Meylan. Vor allem bei Jungtieren und während der Winterhaltung (wenn es warm und feucht ist), verbreiten sich die Ektoparasiten – also Parasiten, die auf der äusseren Oberfläche des Wirtstieres leben - optimal. Zudem begünstige viel Kontakt zwischen den Tieren die Übertragung der Haarlinge, so Mireille Meylan.

Übertragung über Objekte

Der Parasit kann aber auchindirekt über Gegenstände auf andere Tiere gelangen. Suboptimale Fütterungs- und Haltungsbedingungen begünstigen den Befall. Eine weitere Ursache für einen starken Befall mit Haarlingen ist ein geschwächtes Immunsystem, das unter anderem durch Vorerkrankungen oder auch durch schlechte Haltung gefördert wird. Im Sommer ist die Befallsstärke generell geringer als im Winter.

Diagnose verlangt spezielle Instrumente

Der Rinderhaarling (Bovicola bovis) gehört zu den Insekten und besitzt daher drei Beinpaare. Im Unterschied zu Läusen ist der Kopf bei Haarlingen deutlich breiter als der Brustabschnitt. Ausgewachsene männliche Haarlinge werden bis zu 1,2 mm, weibliche bis zu 1,5 mm gross und können folglich mit blossem Auge erkannt werden. Dies bestätigt auch Mireille Meylan: «Haarlinge sind etwa 1,5 mm lang und befinden sich vor allem entlang der Rückenlinie». Haarlinge leben aber nicht auf den Haaren, sondern eher dazwischen.

Obwohl Haarlinge von blossem Auge von Läusen unterscheidbar sind, lohnt es sich zur sicheren Beurteilung eine Tierärztin oder ein Tierarzt zur Seite zu ziehen. «Zur Diagnosestellung eines parasitären Befalls wie beispielsweise von Milben (Räude) – einer anderen häufig vorkommenden Hautkrankheit bei Rindern, allerdings eher bei älteren Tieren – braucht es ein Geschabsel und ein Mikroskop», erklärt Mireille Meylan.

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Haarlinge ernähren sich von Haaren

Im Unterschied zu Läusen ernähren sich Haarlinge nicht von Blut, sondern von Haaren, Hautschuppen und Hautdrüsensekreten. Dies führt beim betroffenen Tier zu Juckreiz, Unruhe und Haarausfall.

Durch das Jucken entstehen Hautläsionen, die Eintrittspforten für Bakterien darstellen und lokale Entzündungen hervorrufen können. Daher muss ein Befall immer behandelt werden. Weiter können infolge des Juckreizes und des Beleckens der entzündeten Haut viele Haare geschluckt werden, was zur Bildung von Haarballen im Verdauungstrakt führen kann. Das kann potenziell schwere Folgen wie Pansenblähung oder Darmverschluss mit sich bringen. Dasselbe gelte übrigens auch bei einem Läusebefall, fügt die Tierärztin an.

Alle Tiere des Bestandes, auch die klinisch gesund erscheinenden, seien mit einem geeigneten Präparat mittels Wasch-, Sprüh- oder Aufgussverfahren zu behandeln, betont Mireille Meylan: «Es ist wichtig, dass alle Tiere in einer Gruppe behandelt werden. Zudem müssen die Umgebung und Instrumente wie z. B. Striegel oder Bürste desinfiziert werden, sonst reinfizieren sich die Tiere schnell», so die Tierärztin.

Bei einem Befall um Rat fragen

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und mehrere Produkte zur Behandlung eines Haarlingbefalls. Am besten fragt die tierhaltende Person den Tierarzt oder die Tierärztin, um die für den Betrieb optimale Behandlungsstrategie zu bestimmen.

Tiere kontrollieren

Und wie beugt man dem Haarlingsbefall vor? «Der beste Weg, den Parasiten nicht im Stall zu haben, ist, zugekaufte Tiere auf einen möglichen Befall zu kontrollieren», erklärt Mireille Meylan. Bei Neueinstallungen muss ein allfälliges Trägertier unbedingt in Quarantäne versetzt werden.

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