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Erhöhtes Mastitis-Risiko im Sommer

Mit steigender Temperatur und Luftfeuchtigkeit kommen Euterentzündungen derzeit häufiger vor. Drei Faktoren spielen hierbei eine Rolle.

Mastitis ist eine Faktorenkrankheit. Zu diesen Faktoren gehören die Erreger, der Wirt und die Umwelt. Eine Erkrankung geschieht, wenn das Zusammenspiel dieser drei Faktoren aus dem Gleichgewicht gerät. Zum Beispiel beeinflussen die erhöhten Temperaturen im Sommer beim Faktor Umwelt auch die anderen zwei Faktoren. So ist bei sommerlichen Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit das Erregerwachstum erhöht. Als Folge davon ist ein gesteigerter Infektionsdruck zu erwarten.

Weiter hat das Klima einen negativen Einfluss auf die Kuh. Die Kuh mit 20 kg Tagesmilchmenge hat eine Wohlfühltemperatur zwischen 0° und 14°C und mit jeden 10 kg mehr Tagesmilch nimmt die Wohlfühltemperatur um zirka 4 °C ab. Somit hat eine Kuh mit 50 kg Tagesmilch eine Wohlfühltemperatur von minus 10 °C bis 0 °C. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann die Kuh ab 20 °C die ersten Hitzestresssymptome aufweisen, wie erhöhte Atmungsrate, tieferen Futterverzehr und Reduktion der Milchleistung. Durch den Stress wird das Hormon Kortisol ausgeschüttet, das die Leistungsfähigkeit des Immunsystems reduziert. Deshalb ist die Reaktion auf eindringende Krankheitserreger eingeschränkt, da das Immunsystem nicht mehr in der Lage ist, die weissen Blutkörperchen optimal zu aktivieren und zu steuern.

Zellzahlen im Auge behalten

Steigen die Zellzahlen (ZZ) bei mehr als 20 % der Einzelkühe oder der Durchschnitt der Herde über 150'000 ZZ, sollte genauer hingesehen werden. Der Durchschnitt der Herde wird mit der Kennzahl «Theoretische Tankzellzahl» aufgeführt. Diese Zahl zeigt auf, wie hoch die Tankzellzahl wäre, wenn alle Kühe in der Herde in den Tank gemolken würden.

Die theoretische Tankzellzahl ist auf der Milchleistungsprüfung/Monatsinformation am Seitenende nach der Auflistung der Einzeltiere aufgeführt. Sind die Werte hoch, macht es Sinn, Milchproben zu nehmen, um den Leitkeim zu ermittelt, und dementsprechend empfiehlt sich eine Abklärung mit dem Tierarzt.

Einstreuintervalle erhöhen

Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit im Sommer, den Schweiss der Tiere und evtl. die Kühlung mit Wasser über Sprinkleranlagen, das durch die Lüftung Richtung Liegebereich getragen wird, ist die Einstreu schneller feuchter als im Winter. Die Liegeflächen dürfen im Euterbereich keine feuchte Stellen und Vertiefungen haben. Deshalb müssen das Einstreuintervall der Boxen/Liegeflächen und die Pflege im Sommer erhöht werden. Saubere, trockene Einstreu verlangsamt die Vermehrung von Bakterien und senkt damit den Keimdruck und somit das Infektionsrisiko.

Weiter sollte der Laufgang regelmässig gereinigt werden, damit keine Staunässe entstehen kann. Liegt viel Kot und Harn im Gang, spritzt dieser beim Laufen an die Beine. Legt sich die Kuh hin, ist der Schmutz von den Beinen direkt an den Zitzen.

Qualität im Trog sicherstellen

Bei hohen Temperaturen brauchen die Kühe bis zu 250 Liter Wasser für die Thermoregulation des Körpers, für viele Stoffwechselfunktionen sowie für die Milchbildung pro Tag. Die Tiere sollten bei hohen Temperaturen immer freien Zugang zu sauberem und frischem Wasser haben. Auch im Wasser kann ein Bakterienwachstum entstehen. Deshalb sollten die Tröge täglich mit einer Bürste gereinigt werden.

An heissen Tagen steigt das Risiko der Nachgärung des Futters erheblich. Bei Silage muss der tägliche Vorschub in Hochsilos von täglich 10 cm und bei Flachsilos von 1,5 m pro Woche eingehalten werden. Weiter sollte beachtet werden, dass die Anschnittfläche glatt und fest ist und nicht zu grosszügig im Voraus abgedeckt wird. Eine Auflockerung der Anschnittfläche führt zum Eindringen von Sauerstoff und als Folge davon zur Vermehrung von Hefen, Schimmel und anderen Mikroorganismen. Auf dem Futtertisch sollte sich das Futter nicht erwärmen. Dies kann mit dem Einsatz von Stabilisatoren wie Kaliumsorbat unterbunden werden. Weiter sind eine regelmässige Reinigung des Futtertischs und frische Vorlage des Futters sehr wichtig. Gärendes Futter kann die Entstehung von Euterentzündungen beziehungsweise den Anstieg von Zellzahlen fördern.

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