Sie ist der Höhepunkte des Jahres für Braunviehzüchters: Die Bruna in Zug, die am kommenden 7. und 8. April in Zug stattfinden wird, das erste Mal seit fünf Jahren. Deshalb wird sie unter Züchtern zuweilen auch Braunvieh-Olympiade genannt. Diesmal findet die Ausstellung mit verschärften Regeln statt, wie der kürzlich abgetretene Präsident von Braunvieh Schweiz, Markus Zemp, in der jüngsten Ausgabe von "CHBraunvieh" schreibt.
Einteilung nach Kalbedatum
"Der Vorstand von Braunvieh Schweiz will nicht, dass vereinzelte Aussteller wegen zu grossem Ehrgeiz die Grenzen in Sachen Euterfülle überschreiten", so Zemp im Magazin des Verbands. Das Tierwohl gehe vor, "deshalb begrüssen wir die Verschärfung des ASR-Ausstellungsreglements". Der Verband sei sich bewusst, dass die Bruna nach den negativen Schlagzeilen unter besonderer Beobachtung steht. "Wir haben deshalb beschlossen, dass das OK alle Melkzeiten je Abteilung vorgeben wird", schreibt Zemp.
Dies ist auch im Ausstellungsreglement festgehalten: "Der Zeitpunkt des Melkens der Kühe vor der Rangierung wird vom OK abteilungsweise festgelegt", heisst es dort. Anders als an der Joba, der Jubiläums-Original-Braunviehausstellung, welche Anfang Dezember in Zug stattfand, werden die Kühe nicht von Angestellten der Ausstellung sondern wie bis anhin durch die von den kantonalen Braunviehorganisationen und Tierhaltern bestimmten Personen gemolken. Diese Melkarbeiten finden aber, wie Zemp präzisiert, unter Aufsicht der Kontrollkommission statt.
Grosser Kontrollapparat
OK-Präsident Reto Grünenfelder, der auch Zemps Nachfolger an der Verbandsspitze ist, erklärt auf Anfrage, dass die Melkzeiten für Kühe in der ersten Laktation einheitlich sind, dass sie aber ab 2. Laktation nach Abkalbedatum eingeteilt würden. Für jede Kategorie werde dann die maximale Zwischenmelkzeit festgelegt. Laut Grünenfelder ist noch nicht festgelegt, wie lange die maximalen Zwischenmelkzeiten sein werden: "Das wird im OK jetzt aufgegleist", sagt er.
Grünenfelder erklärt, dass man "einen grossen Apparat" aufbaue, um die Einhaltung der neuen ASR-Regeln und der Melkzeiten zu kontrollieren. "Wir sind uns bewusst, dass wir im Schaufenster stehen und wollen keinerlei Angriffsfläche bieten", so der OK-Präsident zur Begründung. Deshalb habe sich der Vorstand mehrheitlich für die Reglementssverschärfung ausgesprochen.
"Die fitte Eiweissrasse"
Gefragt nach zusätzlichen Neuerungen erklärt der OK-Präsident, dass man gemäss dem neuen Braunvieh-Rassenclaim "die fitte Eiweissrasse" an der Bruna heuer erstmals Kühe mit besonders guten Eigenschaften bei Fitness und Eiweissanteil in der Milch auszeichnen wolle. Vergeben wird diese neue Spezialauszeichnung unter dem Titel "Wirtschaftlichkeits-Kuh" und zwar in allen Abteilungen ab der zweiten Laktation. Kriterien sind Leistungspunkte, Eiweissproduktion, Serviceperiode, Persistenz und Zellzahlen (Punktsystem siehe zweites Bild oben).
akr

