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Braunvieh: Stier Simbaboy wieder auf dem ersten Platz

Bei der April-Zuchtwertschätzung wurde erstmals das Aufzuchtverhalten geschätzt. Der OB-Stier Lordan ist mächtig gestiegen. Bei den Brown Swiss gab es Gewinner und Verlierer.

Diverse Braunvieh-Stiere haben mit der April-Zuchtwertschätzung bei der Produktion grössere Einbussen erlitten. Neben der Basisanpassung und Veränderungen aufgrund der Schätzung mit neuen Töchtern und mehr Milchproben, gibt es eine weitere Ursache dafür.

Stärkerer Rückgang der Milchzuchtwerte

Die Behebung eines Problems in der Standardisierung der Herdenvarianz führte zu einer reduzierten Standardabweichung der Produktionszuchtwerte. Dadurch ist der Rückgang der Milchzuchtwerte bei den Spitzenstieren deutlich höher als die Basisanpassung ausgefallen. Bei einem Stier mit ZW-Label G, der im Dezember einen Zuchtwert von +800 kg Milch aufweist, macht das einen Rückgang um 70 bis 80 kg aufgrund der reduzierten Streuung aus. Zusammen mit der ausgewiesenen Basisanpassung ergibt dies ein Minus von 110 bis 120 kg Milch. Auf die Rangierung der Tiere hat diese Anpassung keinen Einfluss.

Geringe Verschiebungen

Der bisherige Listenführer Fact hat bei der Leistung einen merklichen Verlust erlitten. Neben der Basisanpassung und der oben erwähnten systematischen Korrektur sind bei Fact auch viele Zweitlaktierende hinzugekommen. Mit immer noch +950 kg Milch, exzellenter Eutergesundheit, starker Töchterfruchtbarkeit und einem Euterindex von 124 gehört er aber nach wie vor zu den stärksten KB-Stieren mit einem Gesamtzuchtwert (GZW) von 1397 Punkten. Die Stärken von Simbaboy, die neue Nummmer eins, mit einem GZW von 1411 Punkten, sind hinlänglich bekannt. Der Fitness-Vererber mit starkem Eiweissgehalt bei +357 kg Milch, hat jetzt über 3800 Töchter in der Auswertung, rund 200 davon bereits in dritter Laktation. Positiv entwickelt hat sich der im Dezember neu klassierte Grischa Star. Trotz Basisanpassung konnte er im Gesamtzuchtwert um 32 Punkte zulegen (neu 1215 Punkte GZW). In der Produktion konnte er den Milchzuchtwert leicht steigern, im Gegenzug büsste er bei den Inhaltsstoffen leicht ein. Geradezu unheimlich ist seine Steigerung in den Fitnessmerkmalen (FIW +8). In der Töchterfruchtbarkeit steigerte er sich um acht Indexpunkte, in der Nutzungsdauer gar um 13 Punkte.

Jaguar top im Exterieur

Im Exterieur schwingt neu Jaguar obenaus. Der späte Glenn-Sohn aus Nesta Judy ist die neue Nummer 1 in den Blöcken Euter und Fundament. Die nächsten Plätze behaupten die Altmeister Calvin und Blooming, dahinter folgen Arrow und Morillo. Mit Spannung erwartet wurden auch die ersten Töchterresultate der sehr stark eingesetzten Optimis-Stiere Phil und Lennox. Erfahrungsgemäss müssen die Produktionszuchtwerte solcher «Spezialstiere» mit sehr viel Vorsicht genossen werden, auch wenn sie vergleichsweise hohe Töchterzahlen ausweisen. Die Gründe dafür liegen einerseits bei der sehr tiefen Anzahl Probewägungen dieser Töchter (im Durchschnitt weniger als zwei Wägungen). Andererseits stehen diese Kühe oftmals auf stark überdurchschnittlichen Betrieben und haben eine starke Anpaarungsgrundlage. Zudem sind unter diesen Töchtern auch solche, die zu früh in Laktation gekommen sind (Frühgeburt, ungewollte Deckung). Weniger problematisch scheint die Schätzung der Exterieurmerkmale. Mit einem Euterindex von 139 (Phil) bzw. 131 (Lennox) scheinen sie die hohen Erwartungen zu erfüllen.

Breites Angebot an Brown-Swiss-Jungstieren

Das Angebot bei den Brown-Swiss-Jungstieren ist mit fünf Neulingen in den ersten 20 Rängen noch breiter geworden. Superstar Silvan, Sascha Apple, Piero Palmer und die Antonov-Söhne Valentin und Papa Schlumpf werden für Vertragspaarungen genutzt und weisen durchschnittlich über 1400 Punkten GZW, 840 kg Milch und 122 im Exterieur auf. An der Spitze der Topliste steht neu Antonov Alexey, gefolgt von Bender O Malley und Cadura Canyon. Auf Rang 1 nach Weidezuchtwert steht Canyon ex äquo mit Sinatra Sparky. Beim Fitnesswert schwingt Hamburg Harper obenaus. Beim Exterieur hat sich der Jaguar-Sohn Janco an die Spitze gearbeitet, gefolgt von dem Duo Superstar Julius und Bender Johann.

Roy und Killy neu mit Label

Orelio belegt zwar weiterhin die Nummer 1 beim Original Braunvieh. Ihm dicht auf den Fersen ist Lordan, der nun auch eine stattliche Anzahl Töchter in zweiter Laktation in der Auswertung hat und nun bei über 1300 Punkten GZW steht. Sein Profil ist dabei immer noch dasselbe: Gute Inhaltsstoffe, ausgezeichnete Eutergesundheit und sehr starkes Exterieur. Auf der Soll-Seite stehen der langsame Milchfluss und die schlechte Töchterfruchtbarkeit. Auf dem dritten Rang nach GZW steht Edual Roy, der nun 50 Töchter in der Auswertung hat und das ­ZW-Label G erreicht. Dahinter kommt mit Killy ein weiterer Stier, der zuerst im Natursprung eingesetzt wurde. Der Koni-Sohn vererbt etwas knapp in der Milchleistung, bringt aber eine ausgezeichnete Persistenz und Eutergesundheit. Zudem ist er mit Index 113 einer der stärksten Fleischvererber. Im Block Euter ist Killy gar die neue Nummer 1 mit Index 134. Bei den Jungstieren steht weiterhin Arcas an der Spitze, neu gefolgt von seinem frühen Sohn Anakin. Auf Rang 4 und 6 schaffen es zwei weitere ­Neulinge: Hito Herrmann und Vito Luigi.

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