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Sonnenblumen als robuste Alternative für die Zukunft

Sonnenblumen bringen Farbe aufs Feld – und können durch die tiefen Produktionskosten, die Aufteilung der Arbeitsspitzen und die gute Verträglichkeit gegenüber Trockenheit für den Anbau interessant sein.

Die Produzentenpreise für Schweizer Sonnenblumen sind in den letzten zehn Jahren sehr stabil geblieben. Durch den Ukrainekrieg hat sich die Ölmenge im Jahr 2022 verknappt, weswegen die Preise damals stark in die Höhe gegangen sind. Heute befinden sich die Preise auf einem leicht höheren Niveau als vor dem Krieg», erklärt Janine Hitz von der Fachstelle Ackerbau am Strickhof in Lindau ZH.

Der Deckungsbeitrag liegt für Schweizer Sonnenblumen bei Fr. 2500.– pro ha. Dieser ist vergleichbar mit demjenigen von Roggen, klar tiefer als bei Weizen, höher als bei Leguminosen und leicht tiefer als bei Raps.

Anbaukontingente können nicht ausgeschöpft werden

«Die Anbaukontingente wurden in den letzten Jahren nie ausgeschöpft. Es gibt zu wenige Produzenten», so Janine Hitz. Da viele Betriebe auf Getreide ausgelegt sind, würde häufig gar nicht der Gedanke aufkommen, Sonnenblumen anzubauen.

Sonnenblumen als robuste Alternative für die Zukunft
«Die Sonnenblume ist eine Kultur, welche sehr konstante Erträge liefert.» - Janine Hitz, Strickhof



Ein weiterer Faktor ist der Rapsanbau, welcher in den letzten Jahren intensiviert und gefördert wurde. Zudem sei auch die Nachfrage nach Raps höher als bei den Sonnenblumen. «Es kann aber nicht von einem Verdrängungskampf gesprochen werden», betont Hitz.

«Gerade im Biobereich ist der Rapsanbau aufgrund des hohen Schädlingsdrucks sehr herausfordernd und kann als Nischenproduktion bezeichnet werden. Bei der Bio-Ölproduktion ist man mit Sonnenblumen auf der sicheren Seite», sagt Hitz.

Im konventionellen Bereich gebe es auch eine leichte Verschiebung, welche aber deutlich tiefer ausfallen würde. «Der Anbau im konventionellen Bereich wird wahrscheinlich auf dem aktuellen Niveau bleiben, wenn nicht noch mehr Wirkstoffe wegfallen», vermutet Hitz.





Trotz der nicht ausgeschöpften Anbaukontingente sei die Anbaufläche von Sonnenblumen in der Schweiz in den letzten zehn Jahren um 20 % gestiegen.

Arbeitsspitzen gut mit anderen Kulturen kombinierbar

Ein grosser Vorteil beim Sonnenblumenanbau sind für Janine Hitz die Arbeitsspitzen. Die Saat erfolgt im Frühjahr ab Ende März und die Ernte findet zwischen September und Oktober statt. So könne sich die Kultur auch gut in eine Fruchtfolge in Kombination mit Getreide integrieren lassen. «Die Rapsernte fällt beispielsweise enger mit der Getreideernte zusammen», merkt Janine Hitz an.

Die Anbaufläche von Sonnenblumen in der Schweiz ist in den letzten zehn Jahren um 20 % gestiegen.
Die Anbaufläche von Sonnenblumen in der Schweiz ist in den letzten zehn Jahren um 20 % gestiegen.

Sonnenblumen als robuste Alternative für die Zukunft

Ein grosser Vorteil von Sonnenblumen ist die hohe Robustheit gegenüber Trockenheit. Sonnenblumen wurzeln tief und vertragen Trockenperioden deswegen besser als andere Kulturen wie zum Beispiel Raps. «Sonnenblumen liefern sehr konstante Erträge», sagt Janine Hitz. Probleme mit Schädlingen würde es nur wenige geben. «Schnecken sind wie in den meisten Kulturen auch bei den Sonnenblumen bedeutende Schädlinge», sagt Hitz. Regionen, in welchen es viele Tauben und Krähen gibt, würden sich auch nicht für den Anbau eignen.

«Ist es früh im Jahr sehr nass, kann es Probleme mit der Abreife geben, wodurch Pilzkrankheiten gefördert werden. Betriebsstandorte mit viel Herbstfeuchtigkeit und hohem Vogeldruck eignen sich weniger für den Sonnenblumenanbau», fasst Hitz zusammen.

Mehr Informationen zum Anbau von Sonnenblumen liefert das Merkblatt vom Strickhof

Sonnenblumen als robuste Alternative für die Zukunft
Durch den Ukrainekrieg hat sich die Ölmenge im Jahr 2022 verknappt, weswegen die Produzentenpreise für Sonnenblumen und Raps damals stark in die Höhe gegangen sind. Die Rapsanbaufläche ist von 2023 bis 2024 zurückgegangen durch die Senkung der Produzentenpreise und aufgrund des Wegfalls einiger Pflanzenschutzmittel.

Anbau von Sonnenblumen

[IMG 2] Für den Sonnenblumenanbau in der Schweiz eignen sich früh- bis sehr frühreife Sorten. Neben dem Reifezeitpunkt spielt der Ölgehalt eine zentrale Rolle. Unterschieden wird zwischen klassischen Sorten und solchen mit hohem Ölsäuregehalt (high oleic), deren Öl besonders gut zum Frittieren geeignet ist. SaatSaatzeitpunkt: Ende März bis Ende April Saatdichte: 5 bis 7 Körner/m2 Reihenabstand: 45 bis 60 cm Saattiefe: 5 cm Es wird eine Bestandesdichte von 5 bis 6 Pflanzen pro m2 angestrebt. Eine zu hohe Bestandesdichte kann zu schwächeren und höheren Pflanzen führen, welche schlechter abreifen. Düngung Bei einem Referenzertrag von 30 dt/ha wird empfohlen: Stickstoff: 60 kg/ha Phosphor: 49 kg/ha Kalium: 394 kg/ha Magnesium: 55 kg/ha ErnteZeitpunkt: Anfang September Ertrag: 30 bis 35 dt/ha Quelle: Merkblatt Sonnenblumen, Strickhof