Scharfe Messer und eine optimale Schnitthöhe für eine schonende Mahd

Im Frühjahr sind die Erntefenster des Wiesenfutters meist kurz. Umso wichtiger ist es demnach, auf den Mähstart vorbereitet zu sein.

Die frühesten Bestände wurden bereits vor einer Woche gemäht. Viele Landwirt(innen) in tieferen Lagen, die noch nicht gemäht haben, stehen nun kurz davor. Spätestens wenn bei den Leitgräsern die Rispen sichtbar werden, sollte man nach der nächsten Schönwetterperiode Ausschau halten.

Messstandorte zurzeit sehr stark wassergesättigt

Die Karten der Bodenmessnetze leuchten aber auch diese Woche vielerorts noch rot – alle Messstandorte sind zurzeit sehr stark wassergesättigt. Fährt man drauflos, besteht laut Hanspeter Hug das Risiko, dass man die Wiese zu stark «verkarrt», den Boden verdichtet und dass der Nachwuchs darunter leidet. Solche Erfahrungen haben Landwirte gemacht, die letztes Jahr zu früh gemäht haben: Bei ihnen litten die Folgeerträge.

Gemäss Hanspeter Hug vergeben Landwirte, die jetzt zu früh mähen, Struktur und Ertrag : «Die Ware, die jetzt geerntet wird, hat nur etwa 12 bis 14 % TS.»

Zu Beginn des Rispen-/Ährenschiebens (siehe Bild) ist das Verhältnis von Ertrag und Nährwert des Wiesenfutters ideal ausgewogen. Die Erntefenster sind im Frühjahr oft kurz. Bodenfeuchtigkeit und Wetterverhältnisse passen nicht immer perfekt zum Wiesenstadium. Deshalb ist es umso wichtiger, auf den Mähstart vorbereitet zu sein.

Ausebnen, warten, erledigen

Einige wichtige Vorbereitungsarbeiten wie Flächen ausebnen, Bestand verbessern durch Übersaat/Frühlingsweide, Wartung von Drainagen und Ähnliches sollten bereits zum Vegetationsbeginn erledigt worden sein. Auch die Maschinen wurden im Idealfall bereits beim Einwintern für den Saisonstart vorbereitet. Eine weitere Kontrolle von Messern und Zinken schadet allerdings nicht.

Damit der Bestand möglichst schonend gemäht werden kann, sind scharfe Messer und die richtige Schnitthöhe (ca. 8 cm) entscheidend. Im Zweifel sind die Klingen eher noch etwas höher zu stellen. Die untersten Zentimeter haben tiefe Nährwerte und sind im dichten, feuchten Frühjahresbestand oft verschmutzt.

Um Wildtiere zu schützen, auf gefährdeten Flächen verblenden

Bereits ab Mitte April sollte auf gefährdeten Flächen am Vorabend unbedingt verblendet werden, um die Wildtiere zu schützen. Beim Anmähen können die Blenden und letzte Hindernisse wie Äste und Abfall entfernt werden, damit die Mahd effizient und mit möglichst wenig überfahrenem Futter durchgeführt werden kann.

Den Schnitt im Frühjahr am Morgen vornehmen

Bei der Wahl der Tageszeit gibt es zwei wichtige Faktoren: Zuckergehalt und Atmungsverluste. Der Zuckergehalt steigt, wenn die Gräser «Sonne tanken». Entsprechend ist er am Nachmittag und Abend auf dem Höhepunkt. Trotzdem wird im Frühjahr generell eher ein Schnitt am Morgen empfohlen, da die Atmungsverluste in den taureichen Nächten sehr hoch sind. Das morgens gemähte Gras trocknet schneller ab und die leicht tieferen Zuckergehalte werden dadurch mehr als aufgewogen.

90'000 Bienen pro Hektar retten

In Naturwiesen mit viel blühendem Löwenzahn sind ausserdem die Bienen zu berücksichtigen. Wer mit Rotationsmähwerken und Mähaufbereitern unterwegs ist, sollte auf Beständen mit Löwenzahn ausserhalb des Bienenflugs arbeiten. Pro Hektare kann dies über 90'000 Honigbienen und anderen Bestäubern das Leben retten.

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