ABO

Schäden durch Fungizid Moon Privilege: Weinbauer klagt Bund und Bayer ein

Das Fungizid Moon Privilege verursachte dem Winzer Peter Wehrli Schäden in Millionenhöhe. Nun will der Landwirt beim Bund und dem Hersteller Bayer Ersatz erzwingen.

Der Winzer Peter Wehrli kämpft seit Jahren für Schadenersatz. Er hatte 2014 erstmals das 2012 von den Behörden zugelassene Fungizid Moon Privilege der Firma Bayer eingesetzt.

Schaden von 1 Mio Franken

Vom Pflanzenschutzmittel erhoffte sich Peter Wehrli wie viele Kollegen gute Wirkung gegen den im Rebbau gefürchteten Pilz Botrytis cinerea (Grauschimmelfäule). Das Produkt wurde den Anforderungen allerdings nicht gerecht, im Gegenteil. Dieses verursachte im Folgejahr 2015 in den Reben Schäden in Form von verklebten Blüten und verkrüppelten Blättern, wie der Weinbauer unlängst an einem Medienanlass im aargauischen Küttigen sagte. Den Schaden beziffert Wehrli auf 1 Mio Franken.

Wehrli war nicht der einzige, der durch Moon Privilege Schäden erlitt. Alleine in der Schweiz seien 900 Produzenten davon betroffen gewesen. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, soll sich die kumulierte Schadenssumme auf 90 Mio Fr. belaufen. Das Produkt wurde denn auch bereits im Jahr 2015 im Weinbau verboten.

Haftet der Staat?

Bayer anerkenne die Problematik im Grundsatz, teilt Wehrli mit, der angebotene Schadensersatz von 361 000 Fr. sei aber deutlich zu tief angesetzt. Deshalb hat er Bayer betrieben und will bald eine Klage nachreichen. Bereits eingeklagt hat Wehrli auch das Bundesamt für Landwirtschaft. Dabei handelt es sich um einen Präzedenzfall. Die Frage ist, ob ein Bundesamt haftbar gemacht werden kann.

Weiterlesen