Ombudsstelle rügt SRF wegen einseitiger Darstellung der Pflanzenschutz-Initiativen

Die IG Bauern Unternehmen hat mit einer Beanstandung gegen den TV-Sender SRF Recht bekommen. In einem Video waren die beiden Pflanzenschutz-Initiativen verkürzt dargestellt worden

Eigentlich gehört es zum Kern des medialen Service Public von SRF, vor einer Abstimmung korrekt über die Vorlagen zu informieren. Im Fall der Pestizidverbots- und der Trinkwasser-Initiative (PVI und TWI) ist dies alles andere als gelungen. Darin gab die Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz der IG Bauern Unternehmen Recht, wie es in einer Mitteilung der IG heisst. In der Folge sei die Redaktion von SRF gerügt worden.

Verkürzte Darstellung

Beide Initiativen wurden in dem SRF-Video zusammengefasst als «Trinkwasser-Initiativen» bezeichnet, beschreibt die IG Bauern Unternehmen. Der Fokus habe einseitig auf dem «Trinkwasser» gelegen. Dies, obwohl das Video mit dem Slogan «Zuerst, was wollen diese Initiativen?» eine umfassende Information erwarten liess.

«Dass nur der Fokus «Trinkwasser» in der Erklärung der Initiativen genannt wurde, bemängeln Sie zu Recht, weshalb wir die Beanstandung in diesem Punkt unterstützen.», zitiert die IG die SRG-Ombudsstelle. Das sei denn auch der zentrale Punkt der Beanstandung gewesen.

Problematisches verschwiegen

Was im Video fehle, sei eine vollständige Besprechung weiterer Forderungen der Initiativen. So kommen weder das Verbot für den Zukauf von Futter (TWI) noch das Verbot von Bioziden und somit Reinigungs- und Desinfektionsmitte (PVI) zur Sprache, heisst es in der Mitteilung.

Wenn kein Futter mehr zugekauft werden dürfte, wäre das für viele Bauernfamilien in den Alpen und Voralpen eine Katastrophe. Ausserdem mache die Verfütterung von Nebenprodukten Sinn und ein Verbot brächte hier nur Verschwendung. Mit Blick auf das Biozid-Verbot im Rahmen der PVI schreibt die IG Bauern Unternehmen, damit würde das Tierwohl verschlechtert und die Lebensmittelsicherheit gefährdet.

Video bleibe verfügbar

Zum Schluss kritisiert die IG, auch nach der Rüge sei das fragliche Video noch von SRF über Youtube und Social Media verbreitet worden. Nun scheint das allerdings nicht mehr der Fall zu sein.

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