Die Zuckerrüben hatten Ende August an manchen Orten ordentlich zu leiden. Auf kiesigen oder wenig tiefgründigen Böden sind sie bereits früh nicht mehr aufgestanden. An weniger extremen Standorten sind sie zu Beginn der Hitzewelle jeweils zumindest am Morgen wieder aufgestanden.
Es lässt sich darüber streiten, ob es besser ist, dass die Zuckerrüben das Laub niederlegen und auf Fotosynthese verzichten – dafür aber kein Wasser durch die Spaltöffnungen verloren geht, oder ob sie stehen bleiben und Fotosynthese beitreiben, dafür aber viel Wasser verlieren. Beides dürfte wohl zu geringen Zuwachsen führen.
Die Blätter sind verdorrt
Dort, wo die Zuckerrüben länger nicht mehr aufrecht waren, sind die Blätter verdorrt und die Zuckerrüben mussten ein neues Blattwerk bilden. Der Neuaustrieb dürfte rund 1 bis 2 Prozent Zuckergehalt kosten. Sowieso ist es derzeit auffallend, dass die hohen Zuckergehalte auf der Ertragserhebung stark durch die Hitzewelle versucht wurden. Dieser Rosineneffekt wird sich nach den letzten Niederschlägen wieder ausgleichen. Die Zuckermenge (bereinigter Zuckerertrag) ist dabei aber immer noch dieselbe.
Die Hitzewelle hatte bezüglich Blattflecken geholfen, dass die Krankheit sich nicht weiter ausbreiten kann. Dort, wo die Zuckerrüben neu ausgetrieben sind, kann über eine Behandlung nachgedacht werden. Alle anderen Betriebsleitenden können je nach Erntetermin eine weitere Applikation vornehmen. 20 bis 30 Prozent Blattbefall bei der Ernte hat absolut keinen Einfluss auf die Ertragsleistung der Zuckerrüben und kann toleriert werden.
Der Regen bremst die Larven
Im Westen hat sich leider, vermutlich dank der Trockenheit, ein neuer Schädling ausgebreitet. Der Rüsselkäfer fliegt im Juni in die Felder ein, und die Larve schädigt anschliessend den Rübenkopf. Die offene Stellen können Eintrittspforten für Pilze oder Bakterien sein, welche die Zuckerrüben anschliessend faulen lassen können. Die vergangenen Niederschläge haben die Larven gebremst, dennoch ist ein Teil im Westen bereits so stark betroffen, dass eine Ernte praktisch unvorstellbar wird.

