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Krähen rupfen frisch gesetzte Pflanzen samt Töpfchen aus

Im Weinland haben Krähen ein Gemüsefeld regelrecht verwüstet. Bleibt zu hoffen, dass mit zügigem Vegetationsstart und dem raschen Anwachsen der Pflänzchen der Spass auch für die Krähen rasch einmal vorbeigehen wird.

In einem vor wenigen Tagen frisch gepflanzten Gemüsefeld im Zürcher Weinland sieht es zurzeit schlimm aus. Hunderte von frisch gepflanzten Pflanztöpfchen liegen zwischen den Reihen.

Auf diesem Feld haben Rabenkrähen ihr Unwesen getrieben. Sie packten die einzelnen Pflanztöpfchen mit dem Schnabel und rissen sie heraus. Beheben lässt sich der Schaden nicht. Aber laut Walter Koch von der Rathgeb BioProdukte AG bleibt zu hoffen, dass mit zügigem Vegetationsstart und dem raschen Anwachsen der Pflänzchen der Spass auch für die Krähen rasch einmal vorbeigehen werde.

Wenig erfolgreich mit Vergrämung

Zusätzlich setzt das Unternehmen auf Abschreckungsmassnahmen. Aber über deren Wirkung macht sich Koch keine Illusionen: «Nur kurzfristig zeigen diese Massnahmen einen Erfolg. Die Krähen gewöhnen sich rasch daran, sei es an einen Schussapparat, an Warnblinker oder an Drachenhabichte.» Krähen sind halt lernfähig. Vertreibungs- wie Vergrämungsmassnahmen haben meist nur einen kurzen Effekt. Früher hätte man noch eine tote Krähe ins Feld gehängt, das sei wirksam gewesen. Aber das komme heute aus Tierschutzgründen nicht mehr infrage.

Spielerei für die einen, ...

Laut der Fachzeitschrift «Der Gemüsebau» seien Jungvogelschwärme bekannt dafür, dass sie Schäden verursachen. Sie seien auf Futtersuche und vertreiben sich die Zeit mit Spielereien, wie reihenweise frisch gepflanzte Setzlinge aus dem Boden zu picken. «Das kommt vor allem bei Salatsetzlingen vor, die hoch gesetzt werden. Wir setzen sie hoch, um zu verhindern, dass sie unten faulen. Es erleichtert zudem die Ernte.»

Schaden für die andern

Auch picken Krähen oftmals von oben her den Salatkopf an, so dass die Salate unverkäuflich sind. Als Schutzmassnahmen empfehlen Fachleute, die Gemüsekultur während der Vegetationsperiode mit einem Vlies abzudecken. Doch bei Erntebeginn muss dieser entfernt werden, und dann haben die Krähen wieder freies Spiel.

Betroffen sind nicht nur Gemüsekulturen, sondern wie viele Landwirte es erfahren haben, die frisch gesäten Maiskulturen. Die Krähen packen die jungen, nur wenige Zentimeter grossen Maispflanzen mit dem Schnabel und picken sie heraus – notabene ohne Fressinteresse. Es kommt vor, dass ganze Reihen ausgerissen werden.

Auch an Siloballen finden die Rabenvögel Gefallen, indem sie die Folie aufpicken. Durch die Löcher kommt Sauerstoff in die Ballen. Die Folge ist, dass das Siliergut zu schimmeln beginnt und man es nicht mehr verfüttern kann. Um die Ballen vor diesen Untaten der Krähen zu schützen, kann man sie mit Planen abdecken oder Netze darüber spannen.

Krähenpaar gegen Schwarm

Laut Experten beanspruchen Krähen gut strukturierte Reviere von 15 bis 50 ha. Diese werden in der Regel von Brutpaaren gegen Artgenossen verteidigt. «Ein ansässiges Brutpaar gilt daher als guter Schutz gegen Krähenschäden», ist in einem Fachblatt der landwirtschaftlichen Schule Liebegg nachzulesen. Deshalb schliessen sich Jungvögel und nicht brütende Krähen oft in nicht von Brutpaaren besetzten Gebieten zu Schwärmen zusammen und verursachen dann die grossen Schäden in den Ackerkulturen.

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