Ackerbau: Das Ertragspotenzial ausnutzen

Blickt man über den Rapsbestand und sieht einzelne offene Schoten, muss der Erntetermin nicht sofort angesetzt werden.

Ein bis zwei Wochen später als letztes Jahr ist mittlerweile in vielen Regionen des Mittellandes die Weizenernte in vollem Gange oder schon vorbei. Gewisse Rapsfelder wurden hie und da auch gedroschen.

Raps ausreifen lassen

Die neueren Rapssorten haben eine höhere Assimilationsleistung und bleiben länger grün. Vor allem an den Stängeln wird dies sichtbar. Zudem springen die Schoten nicht mehr so schnell auf, wodurch etwas länger auf den optimalen Erntezeitpunkt zugewartet werden kann. Blickt man über den Rapsbestand und sieht einzelne offene Schoten, muss der Erntetermin nicht sofort angesetzt werden. Von den 180 bis 250 Schoten, welche eine Rapspflanze besitzt, befinden sich im obersten Drittel nur 20%. Diese sind der Sonne und Witterung stets am stärksten ausgesetzt und reifen am schnellsten ab. Im mittleren Drittel der Rapspflanze befinden sich 45% und im Untersten 35% aller Schoten. Es gilt, hauptsächlich diese besonders zu beachten. Sind noch Gummischoten vorhanden, können diese gleich gewertet werden wie die obersten, aufgeplatzten Schoten. Die Gummischoten, welche zwischen den Händen nicht ausgerieben werden können, überstehen auch den Mähdrescher und bleiben auf dem Feld liegen. Als Faustregel kann bei zehn aufgeplatzten Schoten pro Pflanze von einem Ausfallverlust von etwa 5% ausgegangen werden. Dasselbe gilt beim Ausdruschverlust, wenn noch zehn Gummischoten vorhanden sind. Wer sich unsicher ist, kann das Rapsstroh beim Anmähen der Parzelle für einige Meter an den Schwad legen lassen und dort die nicht ausgedroschenen Schoten auszählen.

Bodenbedeckung beachten

Zwischenkulturen haben nicht nur zum Ziel, das Erosions- und Verschlämmungsrisiko zu mindern, sondern wirken der Stickstoffauswaschung entgegen, dienen der Unkrautunterdrückung und vor allem der tiefen Durchwurzelung und weiterem. Bei der Mischungswahl der Gründüngungen ist nebst der Durchwurzelungsfähigkeit auch auf die Fruchtfolgeverträglichkeit zu achten. So sollten in Fruchtfolgen mit Zuckerrüben und Sonnenblumen auf Mischungen mit Korbblütlern (Sonnenblumen, Guizotia) verzichtet werden, da diese das Rübenkopfälchen übertragen und Sklerotinia weiterverbreiten können. Mit nematodenresistenten Ölrettich- oder Gelbsenfsorten können dafür die Rübenzystennematoden bekämpft werden. Diese Kreuzblütler erreichen mit ihrem guten Wurzelsystem eine hervorragende Bodenlockerung. Vorsicht ist jedoch bei Fruchtfolgen mit Raps geboten, da sie auch Kohlhernie übertragen können. Dies ist jedoch vernachlässigbar, wenn nicht alle Jahre auf derselben Parzelle Gründüngungen mit Kreuzblütlern abgebaut werden und diese nur einen geringen Anteil in der Mischung ausmachen. Durch die Trockenheit im Juli sollte mit der Saat der Zwischenkulturen noch zugewartet werden. Damit die Gründüngung seine volle Wirkung auf das Bodengefüge und -leben entfalten kann, benötigt es mindestens 40 Wuchstage. Es sollte daher nicht zu spät gesät werden und trotzdem muss eine genügende Bodenfeuchte vorhanden sein, damit eine Zwischenkultur gelingt. Oft ist dies Anfang August der Fall. In der Zwischenzeit kann man allenfalls Bodenproben für die Analyse stechen, die mindestens alle zehn Jahre gemäss dem ÖLN auf Parzellen, welche grösser als 1 ha sind und kein Düngeverbot haben, gemacht werden müssen. Weiter gilt es, sich der Bekämpfung von Ausfallgetreide, -raps und Unkräutern zu widmen.