Wechselhafte Witterung fördert verschiedene Pilzkrankheiten, demgegenüber bremst das nasskalte Wetter im Moment die Entwicklung der Schädlinge etwas aus. In vielen Kulturen trifft man aber trotzdem auf Blattläuse, die nun aber auch von Nützlingen wie dem Marienkäfer in Schach gehalten werden. Die Feldkontrollen in Frühjahrskulturen sind weiterhin nicht zu vernachlässigen.
Kartoffeln auf Krautfäule kontrollieren
Nachdem die Bise Ende Mai die Böden und Bestände abgetrocknet hat, war das Befallsrisiko von Krautfäule eher gering. Trotzdem darf die Feldkontrolle nicht vernachlässigt werden. Erste Befallsherde im Seeland wurden bereits am 11. Mai gemeldet und mittlerweile gibt es verschiedene Befallsherde vom Genfersee bis zum Bodensee. Einsetzende Niederschläge, gepaart mit warmen Temperaturen verschärfen das Infektionsrisiko sehr schnell wieder. Einen Befall gilt es unbedingt zu vermeiden. Werden trotzdem neue Befallsherde gesichtet, müssen diese umgehend bei der kantonalen Pflanzenschutzfachstelle oder direkt bei Phyto-PRE gemeldet werden.
Teilsystemische Fungizide gegen Kartoffelfäule einsetzen
Dadurch, dass sich die Befälle wie ein Gürtel quer durch die Schweiz ziehen, befinden sich die meisten Bestände mittlerweile in Behandlung. Wo noch keine Behandlung durchgeführt wurde, muss dies bei einem Neubefall im Umkreis von 20 km sofort geschehen. Die Produktwahl ist dabei nicht matchentscheidend, trotzdem gibt es einiges zu beachten. Kontaktfungizide haben eine sporenabtötende Wirkung, schützen aber den Neuzuwachs nicht. Dies kann mit systemischen Fungiziden gewährleistet werden, da diese in die Pflanze eindringen und sich dort verteilen. Bei einem Befall in der Parzelle oder ab Blühbeginn der Stauden sollten jedoch keine systemischen Mittel mehr verwendet werden, da die Gefahr einer Resistenzbildung dann zu hoch ist. In diesem Fall sind teilsystemische Mittel anzuwenden, die in das Blatt eindringen, sich aber nicht in der ganzen Pflanze verteilen. Wichtig ist auch eine gute Benetzung des Bestandes mit der Spritzbrühe. Ab Reihenschluss sind 300 bis 500 l/ha notwendig, damit der Stängel und auch die unteren Blattetagen getroffen werden. Bei der Tropfengrösse muss ein guter Kompromiss gefunden werden. Grobe Tropfen durchdringen das Blätterdach besser, während feinere Tropfen eine bessere Bedeckung ermöglichen.
Der Kartoffelkäfer hat meist Eier gelegt, für eine Behandlung ist es oft noch zu früh. Audienz hat keine Wirkung auf Eier und eine eher kurze Wirkungsdauer. Deshalb sollten zum Zeitpunkt der Behandlung die meisten Larven geschlüpft sein.
Eiweisserbsen reagieren empfindlich auf Blattläuse
Je nach Saatzeitpunkt blühen die Sommererbsen. Bis zum Ende der Blüte sind Eiweisserbsen empfindlich auf Blattlausbefall. Abmelden vom Extenso-Programm lohnt sich aber kaum. Für einen wirtschaftlichen Insektizideinsatz müssen bei einer Auszählung von 10 × 5 Pflanzen pro Parzelle mehr als 80 der Pflanzen mit Blattlauskolonien befallen sein. Eine allfällige Bekämpfung ist mit 150 g/ha Pirimor durchzuführen.
Vor allem im westlichen Mittelland und in der Nähe der letztjährigen Erbsenfelder ist ausserdem mit dem Erbsenwickler zu rechnen. Im vergangenen Jahr verursachte der Erbsenwickler im westlichen Mittelland vermehrt Schäden. Der Einflug dieses Falters beginnt ab der Blüte der Eiweisserbsen. Die Pheromonfallen sollten spätestens dann in den Feldern gestellt werden. Mit diesen Fallen kann der Einflug des Schädlings überwacht werden und danach über eine Bekämpfung mit Sonderbewilligung entschieden werden. Die Schadschwelle liegt bei 100 Faltern pro Falle.
Nach dem Einflug legt der Erbsenwickler seine Eier auf junge Hülsen. Die schlüpfenden Larven bohren sich in die Erbsen ein, fressen und entwickeln sich weiter bis zum Käferstadium. Der Larvenfrass im Innern der Hülsen an den Samen vermindert den Ertrag.
Mangandüngung in den Zuckerrüben vornehmen
Neben Bor ist Mangan das zweite wichtige Spurenelement für Zuckerrüben. Es übernimmt in der Pflanze ähnliche Funktionen wie Magnesium. Das heisst, es wirkt sich positiv auf den Ertrag und die Assimilatverteilung in der Pflanze aus. Mangelsymptome werden an jüngeren Blätter durch Sprenkelungen sichtbar und treten häufig auf humosen Böden mit hohem pH-Wert (> 7,5) auf. Die Symptome treten bereits ab dem 4–6 Blattstadium auf. Mangan wird wie Bor am einfachsten mit einer Blattdüngung verabreicht, bei schweren Mangelsymptomen erfolgen am besten zwei Behandlungen. Ein Manganüberschuss in der Pflanze sollte aber verhindert werden, da dies wiederum die Aufnahme von Magnesium behindert.

