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Ackerbau aktuell: Pflanzenschutz gegen gefrässige Schädlinge

Die Sorge um den frisch gesäten Raps ist gross: Bei schönem Wetter vermehren sich die Insekten gut. Auch Schnecken müssen mit Blick auf den angekündigten Regen im Auge behalten werden.

Mit dem grossflächig angekündigten Regen über das Wochenende wird die diesjährige Rapssaat vielerorts pausieren müssen. Je nach Niederschlagsmenge und Bodenbedingungen ist es besser, den Boden etwas länger abtrocknen zu lassen als in zu nasse Böden zu säen. Raps kann empfindlich auf Verdichtungen und Staunässe reagieren.

Noch möglich

Saattermine bis zum 10. September sind in den meisten Anbaulagen problemlos möglich. Bei schlechteren Bedingungen und späterer Aussaat sollte eine moderate Erhöhung der Saatdichte in Betracht gezogen werden. Eine ideale Saatdichte beträgt bei guten Verhältnissen 35–45 Körner pro Quadratmeter. Wichtig ist, dass die Pflanzen mit zehn bis zwölf Blättern und vor dem Einsetzen des Längenwachstums in den Winter gehen. Eine gewisser Anteil Pflanzenverluste kann problemlos verkraftet werden, da Raps von allen Ackerkulturen am meisten Kompensationsvermögen aufweist. Bei geringer Pflanzendichte bilden die verbliebenen Pflanzen mehr Seitentriebe aus, so dass der Ertrag nicht beeinträchtigt wird. Dies ist auch noch bei 20–30 Pflanzen pro Quadratmeter der Fall. Eine zu tiefe Saatdichte wirkt sich aber auch nachteilig aus. Je weniger Pflanzen auflaufen, desto mehr Platz haben Unkräuter und desto grösser ist das Risiko von Erdfloh- und Schneckenschäden an den einzelnen Pflanzen im Herbst.

Schnecken bekämpfen

Wo der Raps bereits gesät wurde, wird er dank der hohen Bodentemperaturen und der Feuchtigkeit im Boden rasch auflaufen. Durch den Regen werden die Schnecken aktiv und kommen auf der Suche nach Futter an die Bodenoberfläche. Nach der Eiablage im Frühsommer sind in diesen Wochen nun auch noch die Jungtiere der Ackerschnecke am Schlüpfen und auf Futtersuche. Eine Rückverfestigung des Saatbeets bringt neben günstigeren Auflaufbedingungen auch noch den Vorteil, dass Schlupfwinkel und Wurmgänge in den obersten Zentimeter des Bodens zerstört werden. Diese werden von Schnecken gerne benutzt und fördern das Auftreten zusätzlich. Der Raps ist ab dem Auflaufen bis zum 4-Blatt-Stadium auf Schneckenfrass zu überwachen. Dazu werden im Feld an mehreren Stellen Köderfallen verteilt und in den Morgenstunden kontrolliert, da Schnecken im Sommer eher nachtaktiv sind. Ab zwei Schnecken pro Falle muss mit einem Auflaufschaden gerechnet und Bekämpfungsmassnahmen sollten ergriffen werden. Zur Bekämpfung der Schnecken gibt es Schneckenkörner mit zwei unterschiedlichen Wirkstoffen. Dies ist zum einen Metaldehyd, das die Schnecken vertrocknen lässt und gut sichtbare Schleimspuren auf dem Boden hinterlässt. Der andere Wirkstoff ist Eisen(III)-phosphat und bewirkt in den Schnecken ein Völlegefühl. Sie geben die Frasstätigkeit auf und verziehen sich in den Boden, wo sie schlussendlich verenden. Bei diesem Wirkstoff ist der Bekämpfungserfolg schwieriger zu beurteilen, da keine Schleimspuren oder verendete Tiere sichtbar sind.

Erdfloh überwachen

Auch bald einmal nach der Saat müssen der Einflug vom Erdfloh und Schabstellen an den Keimblättern überwacht werden. Die Käfer wandern vor allem von Waldrändern, Hecken und Parzellen mit Ausfallraps in die neuen Bestände ein. Wo der Ausfallraps noch nicht bekämpft wurde, sollte das so bald wie möglich geschehen, um die grüne Brücke für Krankheiten und Schädlinge zu dezimieren. Die Gelbfallen zur Überwachung des Erdflohs werden am besten dort im Feld platziert, wo der stärkste Einflug droht. Eine Bekämpfung ist erst nach dem Erreichen der Bekämpfungsschwelle erlaubt. Dazu müssen 50 % der Rapspflanzen im Keimblattstadium Frassstellen aufweisen. Ist dies der Fall, kann nach dem Beantragen einer Sonderbewilligung eine Bekämpfung durchgeführt werden.

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