Definitive Nachlassstundung Molkerei Forster

Die Molkerei Forster ist in der Nachlassstundung. Die Milchproduzenten sind aber guten Mutes. «Die Umsatzentwicklung stimmt uns optimistisch», sagt Koni Meier, Präsident von rund 80 Milchproduzenten, die Milch an die Forster AG liefern.

Im Amtsblatt des Kantons Appenzell Ausserrhoden stand es schwarz auf weiss. Die provisorische Nachlassstundung der Molkerei Forster AG in Herisau geht in eine definitive über. Die Frist, um das Unternehmen wieder in Schuss zu bringen, dauert bis zum 6. Oktober. Wie reagieren die Milchproduzenten darauf, wollte die BauernZeitung von Koni Meier, Präsident der rund 80 Lieferanten, wissen.

Wie wichtig ist die Molkerei Forster als Abnehmer?

Koni Meier: Die Molkerei Forster ist ein wichtiger Abnehmer für uns. Ich bin zuversichtlich, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit wieder auf eigenen Füssen stehen wird. Forster konnte umsatzmässig zulegen und gewann neue Kunden und Aufträge dazu. Die Liquiditätsschwierigkeiten sollten behoben sein.

Den Produzenten fehlen Milchzahltage für Oktober und November 2023. Was passiert mit diesen Schulden?

Das fehlende Milchgeld gehört zur Masse der Nachlassstundung. Der Sachwalter entscheidet, ob wir aus der Nachlassdividende eine Zahlung erhalten. Vielleicht lässt sich anderswo ein Topf finden, der für das fehlende Milchgeld aufkommt.

Wie viele Produzenten sind ausgestiegen?

Nur einer ist abgesprungen. Ab Dezember 2023 übernahm die Züger Frischkäse AG die Abrechnung. Wir liefern die Milch weiterhin an Forster, das Milchgeld kommt aber von Züger. Das ist eine gute Lösung und gibt uns Produzenten Sicherheit. Wir sind mit Züger und Forster auch in der gleichen PMO zusammengeschlossen. Der Milchpreis ist auch nicht gesunken.

Stand mal zur Diskussion, dass einer ihrer Milchproduzenten in den Verwaltungsrat der Forster AG eintritt?

Die Familie Forster hat die Mehrheit im Aktienpaket und bestimmt, wer im Verwaltungsrat Einsitz hat. Ein Antrag von uns, ein Mitglied im Verwaltungsrat zu stellen, wurde von der Familie negativ beantwortet. Die Familie Forster hat einen starken Zusammenhalt. In ihrer Molkerei steckt viel Herzblut und sie stecken alles, auch private Mittel, ins Unternehmen, damit es weiterläuft. Trotzdem denke ich, dass etwas frischer Wind in der Verwaltung und in der Geschäftsführung guttun würde.

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