Biogas einspeisen und profitieren

Wer Biogas produziert und ins Gasnetz einspeist, profitiert seit Kurzem von höheren Beiträgen aus dem Biogasfonds der Schweizer Gaswirtschaft.

Die Schweizer Energieversorgung soll in den kommenden Jahren klimaneutral werden. Deshalb ersetzt die Schweizer Gaswirtschaft das fossile Erdgas in ihrem Netz zunehmend durch CO₂-neutrale Gase wie Biogas. Eine wichtige Rolle dabei spielen die landwirtschaftlichen Produzenten. Sie können Biogas aus tierischen und pflanzlichen Abfällen gewinnen, die ohnehin in ihrem Betrieb anfallen, und es ins Netz einspeisen.

Von Biomasse zu Biogas

In einer Biogas-Produktionsanlage werden Gülle, Mist und weitere Biomasse miteinander vermischt und in einen grossen Tank geführt, den sogenannten Fermenter. Bei etwa 40 °C wandeln dort spezielle Mikroorganismen die Biomasse über ihren Stoffwechsel in Biogas um. Dieses wird anschliessend aufbereitet, bis es zu 96 % aus Methan besteht. Damit hat es dieselbe chemische Zusammensetzung wie Erdgas und kann ins lokale Gasnetz eingespeist werden.

Die verbleibenden Reste aus der Vergärung sind ein hochwertiger Dünger, der von den beteiligten landwirtschaftlichen Betrieben wieder auf den Feldern verwendet wird. Dadurch können sie Kunstdünger sparen. Und weil die Gärreste viel weniger stark riechen als frischer Mist oder Gülle, hat auch die breite Bevölkerung etwas davon.

Biogas einspeisen und profitieren
Auf diesem Hof in Kirchberg befindet sich die landwirtschaftliche Biogasproduktionsanlage. Im weissen Container in der Bildmitte wird das rohe Biogas aufbereitet.

Netznähe und gewisse Grösse

Damit eine Biogasanlage ins öffentliche Netz einspeisen kann, muss sie in der Nähe eines bestehenden Niederdruck-Gasnetzes gebaut werden. Zudem ist eine lokale Wärmequelle nötig, um den Fermenter auf Betriebstemperatur zu bringen. Schliesslich muss der Landwirtschaftsbetrieb – oder mehrere Betriebe aus der näheren Umgebung – ausreichend Gülle und Mist produzieren, wofür in der Regel mehrere Hundert Grossvieheinheiten nötig sind.

Die Wirtschaftlichkeit einer landwirtschaftlichen Biogasanlage hängt wesentlich vom Gaspreis ab, den der Betreiber vom Gasabnehmer erhält. Dazu lässt sich auch direkt mit dem geleisteten Beitrag an den Klimaschutz Geld verdienen, indem man CO2-Zertifikate verkauft. Weitere Erlöse ergeben sich aus einer allfälligen Entschädigung für die Verwertung von organischen Abfällen oder durch den Weiterverkauf des optimierten Gärdüngers. Und: Es gibt Förderbeiträge an die Investitionskosten sowie eine Einspeisevergütung als Anschubfinanzierung.

Pionierprojekt in Kirchberg

Wie landwirtschaftliche Biogasproduktion mit Einspeisung ins Gasnetz in der Praxis funktioniert, zeigt das Beispiel einer Anlage im bernischen Kirchberg. Zwei Landwirtschaftsbetriebe versorgen die Anlage jährlich mit etwa 1400 m3 Gülle und Mist, dazu kommen organische Abfälle einer lokalen Futtermühle. Die Energiewirt GmbH kauft den Landwirten das rohe Biogas ab, bereitet es vor Ort auf und speist es ins öffentliche Gasnetz ein. Im ersten Betriebsjahr ergab die Produktion etwa 1,2 GWh Biogas, nach und nach soll sie auf bis zu 1,8 GWh erhöht werden. Bereits heute kann das nahegelegene Burgdorf als Abnehmer des Biogases damit rund 20 % des Gasbedarfs der stadteigenen Liegenschaften decken.

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Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband der Schweizerischen Gasindustrie erstellt.