BauernZeitung: Welche Schwerpunkte setzt die Thur Milch Ring AG 2015?
Wir werden die aktuelle Politik weiterführen und uns konsequent an den Bedürfnissen der Abnehmer und der Landwirte ausrichten. Auch in Zukunft wollen wir die Produktions- und Absatzmengen mit Hilfe unseres Mengenführungssystems im Gleichgewicht halten.
Die Thur Milch Ring AG steuert die Milchmengen über den Preis. Reagieren die Landwirte auf die Preise?
In unserem Einzugsgebiet funktioniert das sehr gut. Entscheidend ist aber, dass jeder Produzent eine im Voraus definierte Menge zu einem bestimmten Preis liefern können muss. Und diese Festmenge ist während des Jahres konstant. Anders hingegen sieht es bei den zusätzlich abgelieferten Mengen aus. Hier können wir entsprechend des Marktes die Menge steuern, indem der Preis den Entwicklungen angepasst wird. Das heisst, dass wir in starken Monaten auf den Mehrmengen tiefe und in den schwachen Monaten verhältnismässig hohe Preise bezahlen.
Sie als Händler schaffen damit den Anreiz, das die Produzenten ihre Milchmengen anpassen?
Genau. Es ist nicht unser Ziel, den Landwirten zu diktieren, wie viel Milch sie produzieren. Jeder kann selbst entscheiden, ob er zu den offerierten Preisen produzieren will oder nicht. Für uns ist es deshalb wichtig, dass wir die Marktentwicklung genau beobachten und Informationen weitergeben.
Was müsste mit Blick auf 2015 mit hoher Priorität angegangen werden?
Zuerst müssen wir anerkennen, dass der Schweizer Milchmarkt an die internationalen Märkte gekoppelt ist. Ausserdem müssen wir uns bewusst sein, dass wir in der Schweiz sehr gute natürliche Grundvoraussetzungen für die Milchproduktion haben. Deshalb sollten wir uns überlegen, wie wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern könnten.
Interview Hansjürg Jäger

