Ernst Lütolf, Verwaltungsratspräsident der Lütolf Spezialitäten AG, betonte an der Einweihungsfeier am 18. August, dass diese Speisemais-Mühle ein weiterer Meilenstein für den Rheintaler Ribelmais sei. Schon im Jahr 2000 wurde der Rheintaler Ribel als einziges Schweizer Getreideprodukt mit der geschützten Herkunftsbezeichnung AOP ausgezeichnet.
Ein trendiges Ursprungsprodukt
Ständerat Benedikt Würth, Präsident der Schweizerischen Vereinigung AOP-IGP, stellte in seiner Ansprache fest, dass die Ribel-Chips ein trendiges Produkt sind: «Weil es natürlich ist, weil es aus der Region stammt, weil das Produkt authentisch ist und grosse Glaubwürdigkeit erfährt – weil es eben ein Ursprungsprodukt ist. Das schätzen die Leute.» Das sei eben der Kern der Ursprungsbezeichnung AOP, die amtlich geschützt ist.
Hocherfreut zeigte sich der Gemeindepräsident von St. Margreten, Reto Friedauer. Mit seinem Grusswort drückte er seine Freude aus, dass die Verantwortlichen der Lütolf AG bzw. der Lütolf Spezialitäten AG mit Mut Ja zu Innovationen sagten. «Ich habe dem Unternehmen innerhalb von drei Jahren zum dritten Mal gratulieren dürfen: für erfolgreiches Unternehmertum und Markterfolge, aber auch für die regionalen, volkswirtschaftlichen Leistungen, die erbracht wurden.» Friedauer nannte das Familienunternehmen in seiner Ansprache viermal «exzellentes Unternehmen». «Wichtig ist aber dennoch zu erwähnen, dass die Lütolf AG mit ihren hippen In-Produkten, welche ebenso die Veganer erfreuen, auch ein kulturelles Erbe bewahrt.»

Für die Lütolf AG ein Türöffner für Innovationen
Anlässlich der Einweihung der 27 Meter hohen Maismühle fielen Worte wie «Meilenstein mit neuster Technologie» und «Türöffner für Innovationen». Immerhin konnte die anspruchsvolle Maismühle knapp ein Jahr nach der Baueingabe schon in Betrieb genommen werden, nachdem bereits 2019 die Ribel-Chips-Produktionsanlage den Betrieb aufgenommen hatte.
«Anfang August 2019 konnten wir die ersten Kunden beliefern und seither erleben wir einen Steigerungslauf, der seinesgleichen sucht», berichtete Ernst Lütolf zufrieden. Und so wird heute ohnehin über mögliche Weiterentwicklungen für neue Ribelmaisproduktionen spekuliert. Von Maisdunst ist schon die Rede: ein Mehl, das zu Brot verarbeitet werden kann. Das wäre ein Zurück zum «Türgge Brot», zum «Retro-Maisbrot».
Einst das Arme-Leute-Brot
Was vor noch nicht allzu langer Zeit als Arme-Leute-Speise bezeichnet wurde, nämlich der ursprüngliche Ribelmais mit Apfelmus und Kaffee, erlebt gerade einen Aufschwung. 1998 wurde erstmals wieder in grösserer Menge Ribelmais auf zwei Hektaren angebaut. Zwei Jahre später, als 2000 der Ribelmais mit dem AOP-Gütesiegel ausgezeichnet wurde, waren es vier Hektaren. Und heute, rund 20 Jahre später, sind die Anbauflächen für den weissen Ribelmais auf über 90 Hektaren herangewachsen. Das berichtete Hans Oppliger, Geschäftsführer des Vereins Rheintaler Ribelmais.
Angebaut wird Ribelmais ausschliesslich im Rheintal – von Zizers GR bis Altenrhein SG. «1998 hatten wir die Absicht, dem geschichtlich weit zurück verfolgbaren Kulturgut Ribelmais wieder ein bisschen Leben einzuhauchen», sagte Ernst Lütholf, damals Gründungsmitglied des Vereins Rheintaler Ribelmais, schmunzelnd.
Culinarium-König 2021 für Chips
Der Rheintaler Ribelmais findet in der Gastronomie, insbesondere bei den Culinarium-Gourmets, grosse Beliebtheit. Anerkennung erhielt das Familienunternehmen Lütolf Spezialitäten AG dieses Jahr bei Auszeichnung zum Culinarium-König 2021 mit den leckeren Ribel-Chips aus Vollkorn-Ribelmais.

An der Einweihungsfeier wurde spürbar, dass das junge Unternehmen Lütolf Spezialitäten AG unter der Leitung von Christian Lütolf, offen ist für Innovationen rund um den Ribelmais. Sein Ziel ist, mit dem wertvollen Getreide die ganze Schweiz zu erobern.

