Emmi soll Zeichen für die Milchproduzenten setzen

An der Emmi Generalversammlung wurden alle Anträge durchgewunken, auch die Vergütungen. Immerhin wurde vom Verwaltungsrat gefordert, die Situation der Milchproduzenten ernster zu nehmen.

Eine Rekordzahl von 1384 Aktionären nahmen am 12. April an der Emmi-Generalversammlung in Luzern teil. Und sie alle freuten sich an der hohen Dividende von 10 Franken pro Namenaktie. Wobei drei Franken einmalig und ausserordentlich wegen Gewinn aus einem Beteiligungsverkauf und zum 25 Jahr Jubiläum von Emmi ausgeschüttet würden, wie Verwaltungsratspräsident Konrad Graber betonte.

Vergütungen bei einigen Gegenstimmen genehmigt

Keine Diskussionen, aber einige Gegenstimmen und Enthaltungen gab es bei der Genehmigung der Vergütungssummen für Verwaltungsrat und Konzernleitung.

Konrad Graber und CEO Urs Riedener dankten mehrmals den Milchproduzenten, welche mit ihrer hohen Rohstoffqualität das gute Finanzresultat von Emmi mitermöglichen würden. Der Ebit stieg auf rekordhafte 205 Mio Franken, der Reingewinn von 140 auf 161 Mio Franken, der Umsatz von 3.26 auf 3.36 Mia Franken, vor allem wegen dem florierenden Auslandgeschäft.

Milchbauern mehr profitieren lassen

Gleich zwei Votanten, darunter auch seitens der Vereinigung Milchbauern Mitte Ost VMMO, wiesen den Verwaltungsrat auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Milchbauern hin und forderten diesen auf - aufgrund der guten Emmi-Zahlen - ein Zeichen zu setzen. In einem Antrag wurde gar gefordert, dass die Aktionäre auf einen Teil der hohen Dividende verzichten sollten, um damit eine Rückzahlung an die Milchproduzenten zu finanzieren. Das sei gesetzlich gar nicht möglich, von der Dividende nur einen Teil der Aktionäre profitieren zu lassen, erklärte Graber. Hauptaktionär ZMP leiste hingegen aus ihren Dividendenerträgen eine hohe Rückvergütung an ihre Zentralschweizer Milchbauern. Und im übrigen zahle Emmi schon einen überdurchschnittlich hohen Milchpreis. Der Antrag hatte denn auch keine Chance.

Viel Importkäse in Gastronomie

Ein weiterer – nichtbäuerlicher – Aktionär aus dem Züribiet liess allerdings nicht locker und forderte den Verwaltungsrat auf, sich mehr Gedanken zu machen, wie die wirtschaftliche Lage der Milchbauern verbessert werden könnte. Emmi CEO Urs Riedener meinte, dass der Markt die Preise vorgebe, und die Schweizer Politik die Milchmärkte öffnete, was den Preisdruck eben erhöhte. Viel Importkäse fliesse in die Gastronomie, Emmi sorge mit dem florierenden Export für einen guten Absatz, damit die Schweizer Milchüberflüsse abgesetzt werden könnten. Im Gegensatz zu andern Milchverarbeitern bemühe sich Emmi auch um einen Ausgleich. Gerade aktuell nähmen die Milcheinlieferungen wieder markant zu.

Kosten weiter senken

Für das laufende Jahr ist Riedener zuversichtlich, gerechnet wird mit einem Umsatzplus bis zu drei Prozent, wovon der Inlandmarkt stagniere. Erstmals werde wohl im 2018 mehr Umsatz im Ausland als in der Schweiz generiert. Im Fokus stehen dieses Jahr in der Schweiz das Wachstum bei Bioprodukten, so auch zum 25 Jahr Jubiläum von Coop Natura Plan. Und zum Kostendruck meinte Riedener, dass Emmi nicht jammere, sondern eben ein Kostenmanagement umsetze.

js