«Die Erträge bei den Kartoffeln sind in diesem Jahr nicht berauschend», sagt Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzenten-Vereinigung. In der ganzen Schweiz lägen sie unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Aber nun hat der Absatz von Frühkartoffeln aufgrund der Sommerferien deutlich abgenommen. Das führte laut Ruedi Fischer zu harten Diskussionen zwischen dem Handel und den Produzenten an der Telefonkonferenz zur Richtpreisfestlegung.
20 Franken weniger
Schliesslich einigten sich die Branchenvertreter über den Produzentenrichtpreis und die Qualitäten für Frühkartoffeln. Die neuen Werte gelten ab dem 18. Juli. Für Suisse Garantie gilt der Produzentenrichtpreis von Fr. 80.15/100 kg. Im Vergleich zu den Vorwochen sind das Fr. 20.– weniger.
«Wir haben dafür kämpfen müssen, dass der Produzentenrichtpreis nicht tiefer ging», sagt Ruedi Fischer. Die Abnehmerseite argumentierte mit dem Sommerloch, die Produzenten ihrerseits wiederholten, dass die Kartoffelernte dieses Jahr nicht hoch ausfallen werde. Auch machten sie den Aufwand geltend, der abzugelten sei, insbesondere für Produzenten, die ihre Kartoffeln gesetzt, gedeckt hatten und erst vor 14 Tagen oder drei Wochen die Krautvernichtung gemacht hatten, so dass die Kartoffeln schalenfest sind.
«Zumal es vor allem in der Ostschweiz neben Freiland immer noch gedeckte Kartoffeln hat», ergänzt Fischer. Er hofft, dass man sich bei den nächsten Preisverhandlungen in 14 Tagen auf den Preis einigen könne, der auch in den Vorjahren zum Tragen gekommen sei (Fr. 60.– beziehungsweise Fr. 65.–).
Lager- statt Frühkartoffeln
Seitens des Zwischenhandels sei zudem zu hören gewesen, dass mehr Lagerkartoffeln angebaut würden. Die Anbaubereitschaft für Lagerkartoffeln ist in den vergangenen Jahren gesunken.
Das Anbaurisiko mit den unsicheren Wetterbedingungen, dem zusätzlichen Bewässerungsaufwand und die Unsicherheit bezüglich der Qualität bis hin zur Auslagerung machen den Lagerkartoffelanbau nicht unbedingt attraktiv, hält Ruedi Fischer fest.

