Der Kanton Bern schreibt die Landwirtschaftsfläche von insgesamt 140 Hektaren zur Pacht aus. Es handelt sich um das Land des ehemaligen Jugendheims Prêles, dessen Landwirtschaftsbetrieb La Praye nach der Umnutzung der Anstalt nicht weiter vom Kanton bewirtschaftet wird, schreibt das «Bieler Tagblatt». Eine erste Tranche von 20,36 Hektaren wurde in 7 Parzellen zu 2,8 bis 3 Hektaren aufgeteilt, die zur Verpachtung an ortsansässige Landwirte ausgeschrieben wurden. Die restlichen 120 Hektaren werden nun als Ganzes mit einem langfristigen Pachtvertrag von 30 bis 50 Jahren angeboten.
Fast alles steht zum Verkauf
Für die Gebäude von «La Praye» sieht der Kanton laut «Bieler Tagblatt» folgende Nutzung vor: Zwei Wohnhäuser werden Bestandteil des geplanten Asylzentrums und bleiben im Besitz des Kantons. Die eigentlichen landwirtschaftlichen Gebäude werden im Baurecht vorzugsweise an den künftigen Pächter verkauft. Die Fahrzeugwerkstatt und die Gärtnerei des ehemaligen Jugendheims stehen ebenso zum Verkauf. 60 Prozent der Fläche sind für den Anbau geeignet; der Rest besteht aus Weideland.
Nicht nur Freude
Dass die Karten für die Bewirtschaftung des weitaus grössten Betriebes auf dem Tessenberg neu verteilt werden, lässt die Bauern nicht kalt. Die Reaktionen sind unterschiedlich. Einige glauben, dass mit der Aufteilung der Parzellen zur Einzelpacht eine Chance zur Güterzusammenlegung verpasst wurde. Die in den 70er-Jahren vorgenommene Flurbereinigung habe sich nämlich im Laufe der Zeit aufgeweicht.
Die Leitung des Amtes für Grundstücke und Gebäude bestätigt gegenüber dem «Bieler Tagblatt», dass die Privatisierung von «La Praye» nach internen Beratungen aufgrund von Expertengutachten beschlossen wurde. Die Abtrennung von 20 Hektaren Pachtland zur Stärkung bestehender Landwirtschaftsbetriebe erscheine in diesem Prozess als glückliche Lösung. Auch mit dem Erhalt des 120 Hektaren umfassenden ehemaligen Staatsbetriebes setze der Kanton ein Zeichen, heisst es weiter.
BauZ

