In der Landwirtschaft gibt es heute viele Torsysteme für diverse Einsatzzwecke bei Stall- und Remisebauten. Währschafte Scheunentore, die man von älteren Gebäuden kennt, sind für die heutigen Ansprüche oft zu klein. Früher wurden diese meistens zweiflügelig oder als Schiebetor ausgeführt. Sie dienen als Durchgang, um in den Stall oder in eine Remise zu gelangen.
Viele solcher Gebäude werden heute nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, da die Strukturen zu klein sind für heutige Landtechnikgeräte oder für die moderne Tierhaltung. Nicht nur die Ökonomiegebäude wurden grösser, auch die Tortechnik hat sich gewandelt und häufig kommen elektrisch betätigte Systeme zum Einsatz.
Bei den Materialien gibt es grosse Entwicklungen. Es gibt eine Vielzahl an Kunststoffmaterialien für Blachen oder Netze. Diese halten den Wind auf, sind dennoch lichtdurchlässig und lassen sich als Rolltore elektrisch bedienen.

Lichtdurchlässige und verschiedenfarbige Tore
Thomas Moser, Verkaufsleiter der Moser Stalleinrichtungen AG in Amriswil TG, erwähnt, dass bei neuen Bauten das Torsystem und die Materialisierung eine grosse Bedeutung hätten. Vor allem bei Stallbauten geht es um Durchfahrtstore für die Fütterung. «Oftmals kommen Rolltore zum Einsatz. Mit Blachenmaterial in verschiedenen Farben ist eine optimale Anpassung an die Umgebung möglich. Oftmals eignet sich eine dunkle Farbe.»
Das Erstaunliche dabei ist, dass die aussen dunklen Tore Licht durchlassen und es dahinter hell ist.

Ein Gefühl wie im Wintergarten
Neue Ställe werden heute oft so geplant, dass ganze Seitenwände geöffnet werden können. Die sogenannten Seitenwandlüftungen sind als Curtains bekannt.
Das bringt Luft und Licht in den Stall. Das ist gut für die Tiere und auch Menschen fühlen sich in einem Wintergarten wohler als hinter eine dunklen Holzverschalung.
«Es gibt Systeme mit Regen- und Windsensoren, welche die Tore bei Bedarf selbstständig einstellen. Ebenfalls ist es mit entsprechender Tortechnik möglich, eine Stallwand von unten wie auch von oben her zu öffnen. Dabei geht es darum, dass nur ein Band verschlossen bleibt, das bei Hitze die Sonne abschirmt und den Stall beschattet», sagt Thomas Moser.
Die Moser Stalleinrichtungen AG hat auch Systeme entwickelt, bei denen die Beschattungsflächen dem Verlauf der Sonne während des Tages folgen. So bleibt der Stall maximal belüftet und dennoch wird die Beschattung gewährleistet.
Flügeltor, Flügelfalttor, Schiebetor, Sektionaltor
Bei landwirtschaftlichen Bauten sind nebst Rolltoren weitere Torvarianten möglich: - Flügeltore sind bewährt, aber bei grossen Flächen windanfällig. Ihr Schwenkbereich muss frei bleiben. - Flügelfalttore teilen die Fläche und benötigen einen geringeren Schwenkbereich. - Schiebetore sind für breite Einfahrten geeignet. Für das Öffnen braucht es seitlich einen Bereich, der mindestens so breit ist wie das Tor. - Sektionaltore sind mehrteilig mit Scharnieren verbunden und werden an Schienen unter das Dach geschoben. Die Firma EMS in Grosswangen LU hat sich auf die Produktion von Schiebe-, Flügel- und Flügelfalttoren in individuellen Massen spezialisiert. Der Aufbau basiert auf Rohrprofilen, die feuerverzinkt werden und mit Holz, Blech oder abwaschbaren Platten ausgekleidet werden. Es gebe auch weiterhin eine grosse Nachfrage nach Torsystemen, die manuell bedient werden können, teilt das Unternehmen mit.

