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Neue Bodenbearbeitung mit Dampf statt Spritze

Die Fachmesse der grünen Branche ÖGA motiviert Aussteller zu neuen Erfindungen. Die Messe für Garten- Obst- und Gemüsebau (ÖGA) vergibt den Award für neue Erfindungen aus dem Landschafts- und Gartenbau.

Auf einer Ausstellungsfläche von 120'000 m² stellten 402 Firmen ihre Geräte, Maschinen, Säm­ereien, Jung- und Fertigpflanzen aus. Messebesucher sind vorwiegende aus der Garten- und Landschaftsbau-Branche.

Laut einer Umfrage von 2018 kommen lediglich 6,6 % der Messebesucher der ÖGA direkt aus der Landwirtschaft. Viele Aussteller bedienen mit ihren Geräten Bedürfnisse der Landwirte und Gärtner, so auch das Familienunternehmen Häfliger.

Technische Neuheiten

Stefan Häfliger hatte sich für den ÖGA-Award «Technische Neuheiten» angemeldet. Die ÖGA anerkennt mit diesem Award die Bemühungen der Aussteller um die Weiterentwicklung von technischen Innovationen.

Neue Bodenbearbeitung mit Dampf statt Spritze
Häfligers Streifen-Sterilisator ist eine «Weltneuheit».

Häfliger und seine Frau haben vor 24 Jahren begonnen, die jetzige Firma Häfliger Group AG aufzubauen. Diese bietet verschiedene Produkte und Dienstleistungen an, darunter Unkrautvernichtung durch Wasserdampf. Häfliger entwickelte in der Vergangenheit im Auftrag der UFA Maschinen für Wildblumensamen.

«Ich bin daher in der Pflanzenwelt daheime»

sagt Maschinenbauer Häfliger über seinen beruflichen Werdegang.

Er habe das Problem gehabt, dass kein Gerät in einer bestimmten Frist für die Pflanzenpflege funktioniere, deshalb habe er den Streifendämpfer entwickelt. Durch die Sterilisation sei der Unkrautdruck genau in der Zeit nicht da, wo die Pflanzen eingesetzt werden oder wachsen. Der Dämpfer arbeite bewusst nur in Streifen anstatt vollflächig, weil er so auch für Bio- und Demeter-Betriebe geeignet sei.

Der Streifen-Sterilisator besteht aus einem hydraulisch angetriebenen Traktor, dieser erzeugt mit zwei Dieselmotoren Dampf. Hydrostat (Strömungsgetriebe), Arbeitspumpe und ein Brenner mit Frischluftzufuhr erzeugen gemeinsam einen Wasserdampf von 180 Grad C.

Neue Bodenbearbeitung mit Dampf statt Spritze
Das Gespann läuft auch ganz ohne Fahrerkabine, dann mit GPS.

Der Dampf wird über vier verstellbare Bedampfungsrinnen bis sechs Zentimeter tief und zehn Zentimeter breit über den Boden gezogen. Die Erde würde um 90 bis 100 Grad C erhitzt werden, sagt Häfliger. Für das stufenlose Fahren des gesamten Gespanns ist eine hydrostatische Pumpe angeflanscht.

Der Streifen-Sterilisator sei nach vorgefrästem Boden einzusetzen, um Samen zu sterilisieren. Stefan Häfliger sieht den Einsatzbereich des Gerätes im Gemüsebau.

«Jeder Betrieb ist anders, es ist auch möglich, den Sterilisator im Obst- und Weinbau einzusetzen, dort geht es um die Stamm-Sterilisation»

meint Häfliger über die Schweizer Betriebsstruktur und sein individuelles Angebot.
Neue Bodenbearbeitung mit Dampf statt Spritze
Bewusst hat Häfliger auf eine Maschine mit vollflächiger Bodenbearbeitung verzichtet.

Generation Wasserstoff

Der Streifen-Sterilisator, so wie er auf der ÖGA ausgestellt war, läuft mit einem Dieselmotor. Die nächste Erfindung sei der Antrieb mit Wasserstoff, mit einem Elektromotor könne man die Stundenleistung nicht erreichen, so Häfliger. Weitere Detailveränderungen seien die vollautomatische GPS-Steuerung, dann ohne Fahrersitz. «Jedoch muss einer nebenherlaufen, damit das Gespann nicht abhaut» scherz Stefan Häfliger.

Vollgeladen (also inklusive Diesel und Wasser) ist der Streifen-Sterilisator 1,8 t schwer. Um Wasser nachzufüllen gibt es eine Applikation mit Schlauch, «dann kann man endlos fahren», meint Häfliger.

Der Preis liegt je nach Ausstattung bei 140 000 Franken. Der Streifen-Sterilisator ist ein Schweizer Produkt. Die Flächenleistung sei bei einer Stunde auf 800 Meter, das ersetzt laut Häfliger eine Leistung von zwei Arbeitskräften pro Hektar.