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Einnetzen statt spritzen: Zuger Holz soll chemiefrei werden

Künftig sollen in den Zuger Wäldern keine Holzschutzmittel mehr gespritzt werden. Solche werden eingesetzt, um grosse Holzlager vor Qualitätseinbussen zu schützen. Nun laufen Versuche mit Netzen, wie sie gegen Kirschessigfliegen auch im Obstbau verwendet werden.

Nicht immer kann geschlagenes Holz sofort aus Wäldern abgeführt werden. So werden oft grosse Lager angelegt. Holz bleibt teils monatelang im Freien, und muss geschützt werden. Die Holzpolter werden deshalb je nach Bedarf mit Insektiziden behandelt. Darauf soll künftig im Kanton Zug in allen Wäldern verzichtet werden. Das beschloss der Regierungsrat auf Anregung der Zuger Waldeigentümer. Derzeit laufen Versuche mit Alternativen. Ideal wäre schnellstmögliche Abfuhr des Holzes und Verarbeitung.

Abdecken mit feinmaschigen Netzen

Eine technische Lösung in der laufenden Testphase ist das Decken der Polter mit engmaschigen Netzen, analog zur Bekämpfung der Kirschessigfliege im Obst- und Weinbau. Auf die Idee kam der Geschäftsführer von Wald Zug, Ruedi Bachmann. Vorteil der chemisch unbehandelten Netze: Sie sind leicht und wieder verwendbar. Denn nebst chemiefreiem Holz legen die Zuger Waldeigentümer Wert auf erneuerbares und CO2-neutrales Holz.

Verfahren wird beobachtet

Ob sich der Verzicht auf Chemie bewährt und die technischen Alternativen funktionieren, zeigt sich in den nächsten Monaten. Einige Kantone sind interessiert und beobachten den Zuger Versuch. Denn Ziel der gesamten Schweiz sollte sein, die Holzwertschöpfungskette aufrecht zu erhalten. Im übrigen weisen die Waldeigentümer darauf hin, dass lediglich 0,02 Prozent der Wirkstoffmenge an Pflanzenschutzmitteln im Wald zur Behandlung von liegendem Rundholz verwendet werden

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