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Düngerstreuer mit viel Technik streut exakter

Der Düngerstreuer von Martin Uhlmann in Seedorf BE hat eine jährliche Auslastung von rund 300 Hektaren. Eine präzise Ausbringregelung ist ihm aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen wichtig. Der Kverneland-Streuer regelt alle Einstellungen automatisch.

Kurz & bündig

- Martin Uhlmann spart dank Technik Dünger, düngt exakter und erhält so homogene Pflanzenbestände. - Der Düngerdurchfluss regelt sich automatisch nach der vorgegebenen Menge, welche im Terminal eingestellt wird. - Uhlmanns Arbeit ist somit einfacher, da er die jeweils passende Geschwindigkeit fahren kann uns sich keine Gedanken über die Mengenanpassung machen muss.

Bei der Applikationstechnik nehmen wir es sehr genau und nutzen die bestmöglichen Techniken», sagt Martin Uhlmann von der Betriebsgemeinschaft Löhr in Seedorf bei Aarberg BE.

So regelt nicht nur der Düngerstreuer die Ausbringmenge automatisch und kann Sektoren schalten. Auch die Feldspritze ist mit modernster Technik ausgestattet. Die Düsen sind einzeln geschaltet und arbeiten anhand des Positionssignals über GPS automatisch. Das ist der aktuell höchste Stand der Technik.

Martin Uhlmann und Ernst Bangerter von der BG Löhr planten weitsichtig und achteten bereits vor beinahe 15 Jahren darauf, dass Traktoren mit GPS vorgerüstet waren. GPS funktionierte damals noch gar nicht praxistauglich.

Aber heute sind die beiden froh, dass sie sich damals für Lenksensoren und Lenkventile ab Werk entschieden haben. Später musste nur noch die Software nachgerüstet werden. Der eine Pflegetraktor aus jener Zeit hat mittlerweile rund 13 000 Betriebsstunden.

Uhlmann streut den Dünger von der Feldgrenze nach innen

Beim Düngerstreuer handelt es sich um einen Kverneland Geospread mit 1-m-Section Control. Die Maschine stammt aus dem Jahr 2013, ist dank Software-Updates aber auf dem neuesten Stand. Die Fahrgassen liegen auf 27 Metern. Der Streuer hat verschiedene Grenzstreu-Möglichkeiten und kann auch nur mit halber Arbeitsbreite arbeiten.

Martin Uhlmann beginnt meistens, vom Feldrand nach innen zu streuen, fährt rund ums Feld und arbeitet nur mit der feldseitigen Streuscheibe. So erreicht er an der Feldgrenze eine scharfe Kante und verhindert, dass Körner neben der Kulturfläche auf dem Grasstreifen oder der Strasse landen. Die Kultur erhält trotzdem bis an die Feldgrenze die vollständige Düngung.

Dabei wird ein Teil der Fläche gedüngt, welche eigentlich auch von der ersten Fahrgasse aus gedüngt wird. Dank GPS weiss dies das Terminal und stellt die Streuscheibe für diesen Sektor automatisch ab, wenn diese erste Fahrgasse befahren wird. Eigentlich könnte Martin Uhlmann sogar kreuz und quer über ein Feld fahren: Die Abgabe würde immer dann gestoppt, wenn ein Sektor, der bereits befahren wurde, nochmal überdeckt würde.

Dank Technik wird die Arbeit einfacher und genauer

Der Düngerdurchfluss regelt sich automatisch nach der vorgegebenen Menge, welche im Terminal eingestellt wird. Dies erfolgt unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit und wird mit vier Gewichtssensoren festgestellt. Die Sensoren befinden sich dort, wo der Düngertank aufliegt. Dadurch erfolgt die Regelung exakt und passt sich von selbst dem Dünger und dessen Fliesseigenschaften an.

Eine Abdrehprobe ist nicht notwendig, um die Schieberstellung zu bestimmen. Dies geschieht fortlaufend mit den Sensoren. Diese sind so ausgelegt, dass Rüttelbewegungen durch die Fahrt oder Hangeinflüsse kompensiert werden und die Regelung nicht beeinflussen. All die Technik verbessert nicht nur die Präzision und dadurch die Ökologie, sondern erleichtert die Arbeit für den Fahrer erheblich.

«Die Arbeit ist viel einfacher. Ich kann die jeweils passende Geschwindigkeit fahren und muss mir keine Gedanken über die Mengenanpassung machen. Am Vorgewende schaltet die Ausbringung automatisch ein und aus. Ich muss nicht den richtigen Moment erwischen, um den Schieber manuell zu bedienen. Damit kann ich mich besser auf das Fahren konzentrieren.»

Die Anbindung ans GPS und die entsprechende Streutechnik ermöglichen auch eine Teilbreitenschaltung mit 1 Meter breiten Sektoren. Bei einer keilförmigen Parzelle werden so die sich überlappenden Flächen reduziert. Dies spart nicht nur Dünger, sondern verhindert auch eine punktuelle Überdosierung und ermöglicht homogene Bestände.

Bei der Geospread-Teilbreitenschaltung wird die Menge der verbleibenden Arbeitsbreite angepasst. Der Düngeraufgabepunkt auf der Scheibe wird so verändert, dass der Dünger in der entsprechenden Menge in den gewünschten Sektoren landet. Dazu wird die Dosiertechnik mit einer komplexen Software gesteuert.

Diese liesse sich auch mit einer Ausbringkarte bestücken, mit der die teilflächengeregelte Ausbringung anhand von Ertrags- oder Bodenkarten gesteuert wird. Zudem können auch Signale der aktuellen Bestandeserfassung die optimale Düngermenge bestimmen.

Dünger-Reservemengen sind nicht mehr notwendig

Martin Uhlmann schätzt diese technischen Einrichtungen. Er ist besonders froh, dass er vor allem bei keilförmigen Parzellen die Genauigkeit der Technik überlassen kann. Das bringt ihm nicht nur mehr Präzision, sondern auch ein effizienteres Arbeiten. «Wenn ein Feld genau vier Hektaren misst und ich 200 Kilogramm pro Hektare ausbringen will, dann fülle ich 800 Kilogramm ein. Wenn ich am Schluss aus dem Feld fahre, geht auch der Dünger zu Ende und das geht immer perfekt auf. Früher, als ich den Schieber am Düngerstreuer manuell am Steuerventil betätigte, brachte ich das nie so genau hin», so Martin Uhlmann.

Er hat früher deshalb stets eine Reservemenge zugeladen, damit ihm nicht in der letzten Fahrgasse der Dünger ausgeht. Die Restmenge wurde dann beispielsweise auf einer Futterfläche verteilt. Erst die GPS basierte Ausbringkontrolle brachte hier die entsprechende Effizienz, welche durch eine manuelle Betätigung nicht möglich gewesen war.

Dank Technik: Homogene Bestände, gute Erntequalität

Martin Uhlmann bringt jährlich auf rund 300 Hektaren Dünger aus. Dazu gehören auch Flächen, die er im Auftrag für Dritte ausführt. Er nimmt an, dass er mit der intelligenten Ausbringtechnik insgesamt weniger Dünger benötigt. Exakt erfasst hat er das nicht.

Der Hersteller Kverneland spricht hier von einer Kostenreduktion von 5 bis zu 15 Prozent durch Düngereinsparung. Umgerechnet auf Schweizer Strukturen mit vielen kleinen, unförmigen Parzellen, dürfte man sich hier sogar am oberen Wert bewegen.

Klar ist, dass die exakte Verteilung homogene Pflanzenbestände bringt. Dieser Punkt ist heute aus agronomischer Sicht wichtiger denn je. Behandlungszeitpunkte können präziser bestimmt werden, homogene Bestände reifen gleichmässiger ab und der perfekte Erntezeitpunkt lässt sich genauer bestimmen. Kurzum: So ist eine bessere Qualität des Ernteguts möglich.

Dank Fächer auch am Rand exakt streuen

Bei Scheibendüngerstreuern gelangen in der Nähe der Maschine die meisten Körner auf den Boden. Ein Streubild sieht also so aus, dass die am weitesten geschleuderten Körner bis in die beiden Fahrgasse links und rechts geschleudert werden. Je weiter man sich seitlich von der Maschine entfernt, desto weniger Körner liegen. Mit der gleichen Verteilung auf der nächsten Fahrgasse überlappen die beiden Streubereiche, was letztlich eine gleichmässige Verteilung ergibt.

Bei der ersten Fahrgasse zum Feldrand hin kommt es mit dieser Einstellung zum Problem, da auf die Strasse oder im ungünstigsten Fall in einen angrenzenden Bach gestreut wird.

Dazu gibt es Randstreueinrichtungen, bei denen Fächer die Flugbahn der Körner so ablenken, dass sie nicht über die Feldgrenze hinaus geschleudert werden. Oder man arbeitet so wie Martin Uhlmann und fängt am Feldrand von aussen nach innen zu streuen an. Das ist die Variante mit der höchsten Genauigkeit an der Grenze.

Bei der Düngerausbringung bieten die Hersteller viel technische Unterstützung, welche die Genauigkeit verbessern und den Fahrer entlastet. Je höher der Düngerpreis steigt, desto mehr lohnt sich die Investition in eine Technik, die den Dünger präzis verteilt.

Betriebsspiegel der BG Löhr

Ernst Bangerter und Martin Uhlmann führen seit 1999 die Betriebsgemeinschaft Löhr in Seedorf bei Aarberg BE LN: 50 ha in BG Kulturen: Kartoffeln (18 ha), Karotten (6 ha), Zwiebeln (4 ha) sowie Zuckerrüben, Mais, Weizen und Gerste. Tierbestand: Mastmunis und Mutterkühe Weitere Betriebszweige: Kartoffeln roden mit drei Vollerntern von Ropa Arbeitskräfte: Ernst Bangerter und Martin Uhlmann