Der Ausleger auf dem Forst-Kran des John Deere-Forwarder 1010G bewegt sich mit einer Geschwindigkeit und Präzision, die man so nicht kennt. Wie von Geisterhand gesteuert dreht sich der Kran.
Stefan Etter sitzt in der Kabine an den Joysticks und verantwortet die atemberaubenden Kran-Bewegungen. Aber er ist nicht alleine, ein Computer bewegt den Kran des Forwarders nach seinen Vorgaben.
Stefan Etter ist Produktmanager beim Forst-Team der Robert Aebi Landtechnik AG, das für den Vertrieb des Forwarders verantwortlich ist, und präsentiert die Eigenschaften der neuen Technik.
Der Kran arbeitet extrem sanft und extrem schnell. Es sind schnelle Bewegungen möglich, die präzis aufeinander abgestimmt sind. Es gibt kaum ein Ruckeln oder Schlagen. «Der Bordcomputer erkennt die Positionen der Hydraulikzylinder, was harte Anschläge verhindert. Das System verlangsamt die Bewegung, wenn sich der Zylinder der Endlage nähert.»

Der Computer des John Deere-Forwarder regelt die Zylinder-Bewegungen
Die rassigen und sanften Bewegungen des John Deere CF-5-Krans sind dem Bordcomputer zu verdanken. Die Kran-Steuerung namens Intelligent Boom Control IBC sorgt dafür, dass man beim Zuschauen den Eindruck gewinnt, dass der Kran wie frisiert arbeitet. Um einiges schneller, als man es sich gewohnt ist.
Dank der elektronischen Unterstützung muss der Bediener nicht alle Zylinder einzeln ansteuern, die in eine Kranbewegung involviert sind. Einem erfahrenen Anwender liegt dies zwar im Blut und er muss sich keine Gedanken machen, welcher Hebel in welche Richtung zu drücken ist.
Die Kran-Steuerung des John Deere-Forwarder bringt 15 Prozent Mehrleistung
IBC verbessert die Kranleistung aber auch bei Routiniers. Das System wird nicht müde, den Kran auf Dauer auf Tempo zu halten. Gemäss Importeur soll eine Mehrleistung von 15 Prozent möglich sein.
Und das funktioniert so: Der Fahrer gibt am einen Joystick das Ein- und Ausstossen vor und am andern Joystick die Höhe der Zange. Beim Ausstossen der Zange koordiniert der Computer das Zusammenwirken der einzelnen Abschnitte des Krans. Also des Hauptarms, des Knickarms und des Teleskops.
Anstatt alle drei Funktionen manuell anzusteuern, übernimmt dies der Computer. Die Zange fährt aus und hält dabei die immer gleiche Höhe. Das Zusammenspiel der drei beteiligten Funktionen regelt sich automatisch im optimalen Verhältnis.
Will der Fahrer die Höhe der Zange verändern, gibt er einen Impuls in die entsprechende Richtung. Auch diesen Impuls unterstützt der Computer. Die Auf- und Ab-Bewegung erfolgt senkrecht, wie bei einem Stapler. Dies erhöht die Präzision.
Die drehbare Kabine des John Deere-Forwarder steht auf einer Plattform mit Hangausgleich
Beim neuen Modell der G-Serie von John Deere sorgt nicht nur die Kran-Steuerung für eine hohe Leistungsfähigkeit. Die Kabine und der Kran drehen synchron. Die Kabine folgt auf ihrer eigenen Plattform den Bewegungen des Schwenkwerks des Krans. Die beiden Einheiten sind voneinander getrennt, wodurch der Fahrer in der Kabine besonders ruhig sitzt.
Die Plattform der Kabine verfügt zudem über einen Hangausgleich, so dass der Blick immer der Zange des Krans folgt. Es ist nicht nur die unterstützende Kransteuerung, die dem Bediener zügige Kranbedienungen ermöglicht.
Nachdem ein Harvester die Bäume geschlagen und entastet hat, surrt der John Deere-Forwarder 1010G durch die Rücke-Gassen und bringt das Holz an die Wald-Strasse. Der 1010G ist mit 11 Tonnen Traglast ein Rückezug der Mittelklasse. Rückezüge dieser Leistungsklasse kommen in Schweizer Wäldern oft zum Einsatz, wenn maschinell geholzt wird.
Die Holzmengen werden mit jedem Kranhub mit einer Waage an der Zange gewogen. Im Bordcomputer laufen die Daten zusammen. Zusammen mit den GPS-Daten kann ein Holzlager samt Gewicht auf der Karte dargestellt werden. Dies erleichtert die Planung bei der Abfuhr. Der Laderaum hat eine Länge von 4,1 mit kurzem oder 4,4 Metern mit langem Radstand.
Die Bereifung ist mit sechs oder acht Rädern möglich. Bei der Sechs-Rad-Variante kommt an der Vorderachse anstelle einer Bogie-Achse (Doppel-Achse) eine Starr-Achse zum Einsatz. Der Hinterwagen verfügt immer über ein Bogie-Achs-Aggregat. Ein 4-Zylinder-Motor von John Deere mit 180 PS bringt den 28 Tonnen schweren Forwarder mit hydraulischem Antrieb in Bewegung.
Eine Zentral-Schmieranlage reduziert den Wartungsaufwand und versorgt die Schmierstellen während des Betriebs.
An kalten Wintertagen lassen sich der Motor und das Hydraulik-Öl mit einer Standheizung vorwärmen. Damit ist von Anfang an ein schonender Betrieb möglich. Die Heizung kann mit einer Zeitsteuerung programmiert oder mit einem Befehl mit dem Handy auf die SIM-Karte eingeschaltet werden. Wie der Kran, fast wie von Geisterhand gesteuert.

