Plus

Soll man Kindern Geld schenken? Und wenn ja, wie (viel)?

Soll man Kinder überhaupt mit Münzen und Noten beschenken? Ja, denn Geldgeschenke können helfen, den Umgang mit Geld zu lernen.

Geld wird gerne verschenkt. Das ist praktisch und die beschenkte Person kann selbst entscheiden, was sie damit machen will – das ist unter Umständen besser, als mit der Gabe danebenzuliegen

Spielsachen, Ausflüge oder Geld?

Aber wie sieht es mit Geldgeschenken für Kinder aus? Sollte man ihnen nicht besser Spielsachen oder gemeinsame Unternehmungen schenken? Darüber freuen sie sich schliesslich immer. Es ist aber auch wichtig, dass Kinder schon früh den Umgang mit Geld lernen. Geldgeschenke können dazu beitragen.

Was ist Geld überhaupt?

Laut der Website jugendbudget.ch können sich Kinder über Geldgeschenke erst freuen, wenn sie verstehen, was Geld ist. Dessen Wert begreifen sie meist erst, wenn sie rechnen lernen. Wie bei der Einführung von Sackgeld ist der Eintritt in die Schule deshalb ein sinnvoller Zeitpunkt, um mit Geldgeschenken zu starten. Dann ermöglichen ihnen diese, ein Sparziel zu erreichen, das sonst nicht realistisch wäre. Je älter die Kinder werden, desto mehr können sie sich überlegen, was sie mit dem geschenkten Geld machen möchten.

Das Geld gehört dem Kind

Geld, das ein Kind geschenkt bekommt und erbt, ist laut Gesetz sogenanntes «gebundenes Kindsvermögen». Es gehört allein dem Kind und darf von den Eltern nicht für eigene Zwecke verwendet werden. Da Kinder erst ab dem 18. Geburtstag als handlungsfähig gelten, können sie vorher nicht selbst über ihr Vermögen verfügen. Es ist also Aufgabe der Eltern, es zu verwalten, zum Beispiel mit einem Geschenk-Sparkonto auf den Namen des Kindes. Sie dürfen das Geld hingegen nicht auf ihr eigenes Konto überweisen.

Am Sackgeld orientieren

Experten raten, dass sich die Höhe von Geldgeschenken am aktuellen Sackgeld orientieren sollte. Nicht alle Familien bezahlen ihren Kindern Sackgeld, natürlich kommt es dabei auch auf die finanziellen Möglichkeiten an, aber grundsätzlich wird es empfohlen, weil es ebenfalls helfen kann, den Umgang mit Geld zu lernen.

1 Franken für Erstklässler(innen)

Bei der Einführung von Sackgeld ist es sinnvoll, mit kleinen Beiträgen zu starten. Bei Kindern im Alter von sechs Jahren reicht beispielsweise Fr. 1.– pro Woche. Im Alter zwischen 10 und 15 Jahren könnte das monatliche Sackgeld zwischen Fr. 25.– und 80.– betragen.

Hat der Nachwuchs bereits ein eigenes Konto, empfiehlt sich eine Überweisung darauf. Bekommt ein Kind also Fr. 25.– Sackgeld pro Monat, sollten auch Geldgeschenke nicht höher ausfallen. Es hilft, sich diesbezüglich mit den Grosseltern, dem Götti, der Gotte oder Freunden abzusprechen.

Raffiniert verpacken

Ein Geschenk ist immer eine nette Geste. Gerade kleinere Kinder freuen sich eher über ein Geschenk zum Auspacken als über einen losen Schein in einem Kuvert. Ideen für spielerische Verpackungen und raffinierte Falttechniken für Geldscheine, zum Teil mit Anleitungsvideos, – seien es ein Fisch, ein Herz oder ein Kleeblatt – findet man zum Beispiel auf www.familienleben.ch oder auf Youtube.

Schatztruhe für Piratenfan

Eine Geschenkverpackung lässt sich laut jugendbudget.ch übrigens auf die Hobbys der Kinder abstimmen. Einem Piratenfan könnte man das Geld in einer bunt bemalten Schatztruhe schenken. Reitet das Kind, sind Pferde ein gutes Motiv – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Es gibt auch Spardosen bzw. Sparschweine mit integriertem Münzzähler: Diese erkennen beim Einwurf anhand der Grösse jede Münze und zeigen den eingeworfenen Wert sowie die Gesamtsparsumme an. So kann das Sparen noch mehr Spass machen.

Nicht nur klassisches Geld

Man muss nicht nur klassisches Geld in bar verschenken. Eine gute Alternative sind Gedenkmünzen, Goldvreneli, kleine Goldbarren oder Sparkonten. Sie können den Sammelinstinkt wecken. Bekommt ein Kind zum Beispiel eine wertvolle Münze, hat es dazu sicher Fragen. Im Gespräch mit den Eltern erfährt es dann, worum es sich handelt, und lernt, den Wert von Gegenständen zu verstehen.

Infos rund um Kinder und Geldthemen: www.jugendbudget.ch