Meine Kinder sind mir auch in schwierigen Zeiten das Wichtigste

Kolumnist Niklaus Helbling durchlebt gerade eine schwere Zeit.

Die beste Zeit des Tages sind ja die ersten Sekunden nach dem Aufwachen. Dann, wenn das Hirn noch nicht hochgefahren ist und alle Gedanken rein sind… doch dann kommt sie wieder … die Ladung Ziegelsteine, welche mich seit dem Tag, an dem meine Ehe in die Brüche ging, jeden Morgen aufs Neue mit lautem Gedonner unter sich begräbt und es kein Entrinnen gibt.

Einfach fliehen wäre zu egoistisch

In dieser Zeit ist genau eben diese dein grösster Feind. Sie will einfach nicht fortschreiten und bietet viel zu viel Platz, um sich Gedanken nach dem Warum, und was wäre wenn, und hätte ich vielleicht nur … zu machen. Ich müsste lügen, wenn mir in dieser Zeit nicht manchmal beim Autofahren der Gedanke gekommen ist, dass eine kleine Handbewegung reichen würde, um dieser Dunkelheit zu entfliehen. Nur, das wäre ja egoistisch. Ich kann ja nicht mein Leben lang über all diese nur an sich denkenden Egoisten fluchen und dann selbst zu einem werden. Das wäre zu einfach.

Dankbar für die Familie

Ein Sprichwort sagt, dass man sich in schweren Zeiten drei Dinge überlegen muss, für die man dankbar ist. Bei mir sind das meine Familie, nicht nur die im Blut, sondern auch die im Herzen. Meine Freunde, welche, ohne zu fragen, auch nach noch so langer Zeit immer für mich da sind. Und meine Kinder, welche ich nun beide nicht mehr so oft sehe, wie ich mir das eigentlich immer vorgestellt und gewünscht habe. Und auch wenn ich in diesen Tagen und Wochen oft die ganze Welt verfluche … meine Kinder können nichts dafür. Und schlussendlich geht es, wie schon vorher, nicht um mich, sondern um meine Kinder und darum, da zu sein, wenn sie mich brauchen.

Mark Twain hat geschrieben: Die zwei wichtigsten Tage im Leben sind der Tag, an dem man geboren wird, und der Tag, an dem man herausfindet, warum!

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