«Wir ermöglichen den Kindergärtnern oftmals den Erstkontakt mit Tieren», erklärt Gastgeberin Petra Heussi. Das ist wichtig, denn auch auf dem Land nimmt die Zahl der Kinder ab, welche auf Bauernhöfen mit Tierhaltung aufwachsen, zu Hause haben sie allenfalls einen Hamster oder Hund, aber keine Nutztiere.
Heussis halten fünf Lamas. Diese Exoten aus den Anden gelten als neugierig und eignen sich für den Umgang mit Kindern. Es ist ein neues spannendes Ereignis, sich einmal mit 120 bis 180 kg schweren und 170 bis 180 cm grossen Lamas zu beschäftigen.
In Gruppen durch den Postenlauf
Das Pilotprojekt umfasst fünf Vormittag auf dem Bauernhof und ist fest im Lehrplan 21 verankert. Mit einem Willkommensritual erklärt das Leitungsteam den Kindergärtn die Verhaltensregeln untereinander und gegenüber den Tieren. Dann geht es los: In zwei Gruppen werden sie durch einen Postenlauf geführt.
Die eine Gruppe beschäftigt sich unter Leitung von Kindergärtnerin Olivera Singer mit Kamelhaaren. Die Kinder lernen an diesem Morgen, wozu Kamelhaare gut sind und wofür sie verwendet werden.
Die andere Gruppe von Begleiterin Daniela Theiler geführte hat Gelegenheit, Lama-Trockenfleisch zu probieren. Petra Heussi zeigt den Kindern, wie aus der weichen Wolle ein feiner und zarter Pullover entsteht. Zugleich lernen die Kinder, dass mit den Aromen und Duftnoten der Lamahaare auch Seifen präpariert werden können. Über den Nutzen von Lamas kann die Bäuerin viel erzählen und ist in ihrem Element. Was auch dazu gehört, ist, wie der Kot der Tiere aussieht und welche Bedeutung er hat. Schlussendlich zeigen Heussis, wie man dem Lama korrekt einen Trekkingsattel für den Transport von Waren anlegt.
Spazieren mit Lamas ist der Hit
Kurz nach 10 Uhr folgt der eigentliche Höhepunkt. Die Kinder erleben einen über 2 km langen Lamaspaziergang. Jetzt haben sie direkte Tuchfühlung mit diesen neugierigen und zutraulichen Tieren. Bei den einen Kindern braucht es etwas mehr Mut und Überwindung, das Führungsseil zu fassen, während andere ganz selbstbewusst das Führen übernehmen.
Jeweils je ein Kind plus Begleitperson darf in der ersten und in der zweiten Hälfte ein Lama führen, wobei alle einmal diese Aufgabe übernehmen dürfen. Das Lamatrekking ist an der Spitze, dann folgt die kunderbunte Kinderschar. Der Rückweg führt nun vom Radhof über die «Chinzen» und «Guggenbüel» zurück zum Kindergarten.
Pilotprojekt macht gute Laune
Das Projekt findet in der Schule und im Dorf Anklang. «Dies zeigen die vielen positiven Reaktionen von den Müttern und vor allem der Kinder», sagt Petra Heussi abschliessend. Die Fröhlichkeit und Zufriedenheit der lachenden Kinder vor Ort bestätigt dies. Der Umgang mit Tieren begeistert.

