Bereits im Artikel Ende August wurde über den meteorologischen Herbstanfang geschrieben, der sich ganz einfach nach den Monaten richtet, und so gilt in der Meteorologie und auch in der Klimatologie der September als Herbstmonat. Dies ist rein statistischer Natur, ganze Monate sind einfacher statistisch zu berechnen als halbe oder Viertelmonate.
Neben dem meteorologischen Herbstanfang am 1. September gibt es jedoch noch zwei weitere Herbstanfänge: den kalendarischen Herbstanfang und den sogenannten phänologischen Herbstanfang.
Der Kalender ist berechenbar
Der kalendarische Herbstanfang dürfte allgemein bekannt sein. Meist liegt dieser um den 23. September herum, manchmal auch am 22. September. Der kalendarische Herbstanfang bezieht sich auf die Tag- und Nachtgleiche, das heisst Tag und Nacht sind von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang je genau 12 Stunden lang.
Das ist überall genau gleich auf der Erde, denn dann steht die Sonne genau senkrecht über dem Äquator, bevor sie ihre Reise weiter zum südlichen Wendepunkt fortsetzt, wo sie dann um den 21. Dezember an ihrem südlichsten Punkt, dem südlichen Wendekreis, ankommt.
Im Übrigen geschieht zum kalendarischen Frühlingsanfang um den 20. März jeweils dasselbe wie zum Herbstanfang. Die Sonne steht auch dann senkrecht über dem Äquator und wandert gegen den nördlichen Wendekreis, den sie am 21. Juni erreicht. Auch zum Frühlingsbeginn dauern der Tag und die Nacht jeweils 12 Stunden.
Der Zeitpunkt, an dem die Sonne genau über dem Äquator steht, kann minutengenau berechnet werden. Dies ist dieses Jahr am 23. September um 3.03 Uhr mitteleuropäischer Zeit, eben zum kalendarischen Herbstanfang, das nächste mal der Fall.
Phänologische Definition von Jahreszeiten
Der phänologische Herbstanfang ist an kein genaues Datum gebunden, vielmehr an die Natur, genauer an den saisonalen Entwicklungsstand von bestimmten Pflanzen, die von sogenannten Phänologen beobachtet und dokumentiert werden.
Um die phänologische Jahreszeit bestimmen zu können, gibt es spezifische Pflanzen, die durch ihren Entwicklungsstand die verschiedenen Jahreszeiten einläuten. Um die Jahreszeit bestimmen zu können, gibt es sogenannte phänologische Kalender. Laut diesen Kalendern dürften wir uns zurzeit bereits im Vollherbst befinden, denn vielerorts liegen bereits Ross-kastanien am Boden.
Wie uns der Kalender zeigt, sind wir mit der Natur der Jahreszeit Herbst etwas im Voraus. Dies dürfte auf den eher warmen Sommer zurückzuführen sein. Denn viele Früchte konnten durch die vielen Sonnenstunden und die hohen Temperaturen früher reifen.
Das Beobachtungsnetz der Phänologie wird über Meteo Schweiz geführt. Rund 150 Stationen sind in der Schweiz zu finden, die eine Datenreihe von bereits mindestens 50 Jahren aufweisen. Hier sind die phänologischen Daten öffentlich zugänglich und abrufbar.
Eine Definition nach dem Wetter?
Müsste man den Herbst nach dem Wetter definieren, dürfte es definitiv sehr viel schwieriger sein, denn der Herbst kann sowohl sonniges, warmes und stabiles Hochdruckwetter bringen als auch regenreiche, kühlere und stürmische Tage. Genau so wird sich das Wetter auch in den kommenden Tagen verhalten. In der zweiten Wochenhälfte erreicht kalte Luft die Schweiz, welche einen deutlichen Rückgang der Temperatur zur Folge hat. Auch fällt verbreitet Regen und die Schneefallgrenze sinkt dabei bis gegen 1600 Meter.
Zum Start in die kommende Woche dürfte sich wieder Hochdruckwetter durchsetzen, das dann eher sonniges und ruhiges Wetter mit sich bringt. Was aktuell bei Hochdrucklagen in den Morgenstunden wieder häufiger zu sehen ist, sind Nebelfelder, die dann – so müsste man per Wetter den Herbst definieren – doch auch ein starker Hinweis dafür sind, dass der Herbst nun auch in der Schweiz angekommen ist.

