In den vergangenen 100 Jahren hat sich im Wald rund um das zürcherische Rafz viel ereignet. So haben etwa die beiden grossen Sturmereignisse vom März 1966 und der Sturm Lothar vom Dezember 1999 im rund 355 Hektaren grossen Wald gewaltige Schäden hinterlassen. Allein Lothar zerstörte rund 58 Hektaren Wald auf Rafzer Gemeindegebiet. Diesen Wald und seine Entwicklung in den vergangenen hundert Jahren setzt die diesjährige Sonderausstellung des Ortsmuseums Rafz in den Fokus. Einmal mehr erweist sich eine Fotoausstellung als wertvolles Instrument, um Ereignisse festzuhalten.
Eine der grössten Weisstannen wurde gefällt
So wurde das Fällen einer der grössten Weisstannen in den Zwanzigerjahren detailliert festgehalten, als Spektakel mit Volksfestcharakter. Auch die Brennholzganten und die Waldarbeit werden in der Ausstellung dokumentiert. Ein Video über die traditionelle Brennholzgant zeigt zudem, dass der Wald auch ein Treffpunkt ist und die Gant einen kulturellen Wert hat.
Auf dem Rundgang verwies Ruedi Schweizer von der Museumskommission auch auf die einst grosse Bedeutung des Gemeindewaldes als Arbeitgeber. Die Holzerei, Jungwaldpflege, Bewirtschaftung und Betreuung des Pflanzgartens mit oftmals körperlich anstrengender Handarbeit bot als «Gmeindwärch» vielen Landwirten einen wichtigen Neben- und Zusatzverdienst. Im Dachgeschoss haben die Ausstellungsmacher einen kleinen Holzschlag aufgebaut, welcher die Vielfalt der einstigen Handholzerei zeigt.
Einfache Unterstände schützen vor Wind und Wetter
In der Sonderschau spielt auch die Rast eine wichtige Rolle: Wo eine fix aufgebaute Waldhütte als Unterstand und Schutz fehlte, wurde eine solche behelfsmässig erstellt. Sie war einst in jedem Holzschlag der zentrale Treffpunkt, indem sie etwas Schutz vor Wind und Wetter bot. Die Hütte war auf einer Seite offen und bot einfache Sitzgelegenheiten. Ein offenes Feuer für das Wärmen der mitgebrachten Speisen zur Mittagsverpflegung gehörte dazu.
Einige der verwendeten Gerätschaften kommen auch heute im ganz beschränkten Umfang zum Einsatz. So sind etwa die Axt, der Spalthammer oder der Fällkeil heute noch in der Gerätekiste zu finden.
Informationen: www.ortsmuseum-rafz.ch

