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«Die erstaunliche Vielfalt an Sorten fasziniert mich», sagt Gabriela Frei

Die Thurgauerin Gabriela Frei widmet sich seit 40 Jahren auf unterschiedliche Weise dem Thema Käse. So übernahm sie zum Beispiel eine Käserei im Kanton Obwalden.

Es war die Liebe, die in der damals 18-Jährigen gleichzeitig auch die Passion für Käse weckte. Ihr damaliger Partner und heutiger Mann Hansruedi Aggeler erlernte den Beruf des Käsers. Durch ihn wuchs die ausgebildete Handarbeits- und Turnlehrerin ins Thema hinein. Gemeinsam leben sie im Ortsteil St. Margarethen, der zur Gemeinde Münchwilen gehört. Dort ist Gabriela Frei auch aufgewachsen. Ihre Leidenschaft erklärt die 57-Jährige so: «Mich fasziniert die erstaunliche Vielfalt an Sorten.» Es gebe immer wieder Menschen, die bei diesem uralten Nahrungsmittel mit neuen Ideen für Innovationen sorgen. Die Schweizer Käsereien produzieren laut Angaben des Bundes rund 450 Sorten.

Man kennt sich in der Branche

Durch ihr Interesse wurde Gabriela Frei mit der Zeit Teil des weitverzweigten Netzwerkes in der Schweizer Käselandschaft. «Man kennt sich untereinander in dieser Branche», erzählt sie mit einem Schmunzeln. Über ihre Kontakte erhielt sie Einblicke in unterschiedliche Produktionsbetriebe, und sie besucht immer wieder Fachmessen im In- und Ausland.

«Nach den vielen Eindrücken hatte ich das Bedürfnis nach vermehrtem Basiswissen», erzählt die Käseliebhaberin. Sie eignete es sich in einem Käsesommelier-Lehrgang an. Mittlerweile hat die Mutter zweier erwachsener Töchter einen eigenen Lehrgang entwickelt. «Im Käseland Schweiz braucht es so eine Ausbildung», ist sie überzeugt. Die bereits bestehenden Kurse hält sie thematisch für ausbaufähig, daher reifte in ihr die Idee, aus der hohen Schule des Käsegenusses eine noch ­höhere Schule zu machen. Im September 2019 startete der erste Lehrgang. Per Anfang April hat Frei das Ausbildungsangebot in die Hände der Organisation Chääswält Toggenburg übergeben.

«Die erstaunliche Vielfalt an Sorten fasziniert mich», sagt Gabriela Frei
Die Seiler Käserei AG hat sich auf Raclette-Käse spezialisiert.

Buch über Käsereien geschrieben

Etwas von Grund auf aufzubauen gefällt der Thurgauerin, die auch schon als Schulpräsidentin in ihrer Wohngemeinde amtierte. Sie hat zudem während sechs Jahren die Umwandlung einer ehemaligen Fabrikantenvilla mit grossem Park­um­schwung zu einem Begegnungs- und Kulturzentrum geleitet.

Ein weiterer Meilenstein in der Käsepassion von Gabriela Frei war die Herausgabe eines Buches vor drei Jahren. Durch einen Zeitungsbericht wurde ein Schweizer Verlag auf sie aufmerksam und fragte sie für die Realisierung der Publikation an. «So ein Buch zu schreiben war für mich eine völlig neue Erfahrung, die mir sehr gefallen hat», schwärmt die Ostschweizerin. Der Verlag habe ihr beim Schreiben viel freie Hand gelassen, betont sie. Zusammen mit dem Berufsfotografen Winfried Heinze besuchte sie zwischen Oktober 2019 und Mai 2020 acht Käsereien. «Bei der Auswahl der Betriebe habe ich darauf geachtet, dass sie bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurden und damit ein gewisses Qualitätsniveau garantiert ist», erzählt die Autorin.

Eine Foodstylistin kochte zusätzlich aus jeder Käsesorte Speisen, die anschliessend im Studio fotografiert und zusammen mit den Rezepten in das 195-seitige Buch aufgenommen wurden. Mittlerweile wurde das Buch «Chäs!» über 2000 Mal verkauft.

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