Der Monat März war eine wahre Durststrecke

Im vergangenen Monat hat es in der Schweiz kaum geregnet. Zum Monatswechsel zeichnet sich jedoch ein Wetterwechsel ab: Es wird nass und kalt.

Der März 2022 geht in der Schweiz definitiv als ein eher trockener Monat in die Geschichtsbücher ein.

Fast keine Niederschläge

Abgesehen von den beiden letzten Märztagen fiel mancherorts im gesamten Monat kein Tropfen Regen, so zum Beispiel in der Zentralschweiz in der Region Luzern und Cham. Vielerorts fiel zwar Regen, aber nur sehr wenig, das heisst weniger als 1 mm. Die Summen bis zum 29. März zeigen, dass die Niederschlagsmengen in der gesamten Schweiz deutlich unter dem langjährigen Mittel (Normperiode im Vergleich 1991 bis 2020) liegen.

Mit dem Wetterumschwung Ende des Monats mögen sich stellenweise die Niederschlagssummen erhöhen, die Mengen dürften aber eher unterdurchschnittlich bleiben.

Hochdruck bestimmte das Wetter

Nach dem uns im Februar mehrfach Winterstürme heimsuchten und nebst Sturm- und Orkanböen auch Niederschläge brachten, war das Wetter ab Ende Februar und auch in der gesamten ersten Märzhälfte hochdruckbestimmt. Die Druckgegensätze über dem mitteleuropäischen Raum waren grundsätzlich flach und die Schweiz lag die meiste Zeit am Südrand des Hochs über Skandinavien in einer Bisenströmung. Regen oder Schnee fielen nicht, es war abgesehen von Nebel oder Hochnebelfeldern sonnig, aber doch auch eher frisch mit Höchstwerten zwischen acht und zwölf Grad C und Frostwechseln aufgrund der Ausstrahlung in den klaren Nächten. Gegen Mitte des Monats verlagerte sich das Hoch nach Osten. Die Schweiz lag dann zwischen dem Baltikumhoch und Tiefdruckgebieten über dem Atlantik in einer südlichen Höhenströmung. In den Alpen war es föhnig.

Staub und ein paar Tropfen

Zudem wirbelte ein Tief über Nordafrika Saharastaub auf, der mit der südlichen Höhenströmung nach Norden transportiert wurde. In der Woche vom 14. bis 20.März 2022 war der Himmel über der Schweiz gelblich gefärbt und die Sonne schien, wenn überhaupt, nur sehr diffus hindurch. Zudem streifen uns in dieser besagten Woche in den Nächten zum 14.3. und zum 15.3. Störungen, die ein paar Tropfen Regen brachten. Dabei fiel in der West- und Nordschweiz sowie im Wallis und im Tessin etwas mehr Regen (rund 3–5 mm, Ausnahme Genf mit 14 mm) als in der Zentral- und Ostschweiz, wo es, wie bereits geschrieben, auch gar nichts gegeben hat (rund 0–2 mm).

Danach baute sich erneut ein Hoch über Nordosteuropa auf, as fast bis zum Ende des Monats wetterwirksam blieb und die Trockenheit fortsetzte. Diese wurde allerdings stellenweise noch kurz unterbrochen, denn am Wochenende des 19. und 20. März zog ein Höhentief nördlich der Schweiz vorbei und brachte am Nordrand am Sonntagmorgen vereinzelt ein paar Tropfen Regen.

Die Trockenheit wird langsam sichtbar

Danach stellte sich eine sonnige und milde Märzwoche ein und die Trockenheit wurde in der Natur immer sichtbarer. So sind die Pegelstände der Gewässer tief, der Boden ist vor allem in den oberen Schichten teils sehr trocken, was schweizweit zu erhöhter Waldbrandgefahr geführt hat. Vielerorts war dann zum letzten Märzwochenende hin das Feuermachen im Wald verboten oder nur an festeingerichteten Feuerstellen möglich. In der Zentralschweiz galt ein absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldnähe und in Teilen Südbündens und im Tessin herrschte sogar absolutes Feuerverbot im Freien.

Im Tessin ist die Situation nochmals prekärer. Hier fiel über die ganzen Wintermonate hinweg extrem wenig Regen. In Locarno und Lugano fielen vom 1. Dezember 2021 bis zum 29. März 2022 gesamthaft zwischen 44 und 46 mm Niederschlag. Diese Summe über alle vier Wintermonate hinweg ist kleiner als die Durchschnittsmenge der einzelnen Monate. Die monatlichen Durchschnittsmengen liegen zwischen 60 und 95 mm.

Es wird wieder kühler

Die Trockenheit geht diese Woche zu Ende. Ein Höhentief über Nordeuropa dehnt sich ab Mittwoch immer weiter nach Süden aus. Der Luftdruck ist bis zum Freitag kontinuierlich gesunken. Feuchte und kühlere Luft gelangt nach Mitteleuropa und sorgt bis zum Wochenende in der ganzen Schweiz verbreitet für Niederschläge. Am Freitag und Samstag erreicht die kälteste Luft den Alpenraum, diese stammt aus Finnland und dem Baltikum.

Die «850-hPa-Temperatur», entspricht der Temperatur auf 1500 Metern und ist eine Art Referenztemperatur in der Meteorologie. Sie sinkt bis gegen −10 Grad C. Im Vergleich: Anfang dieser Woche lag diese Temperatur noch bei +10 Grad C. Dieser Temperaturrückgang ist also markant und somit fällt ab Freitagabend und am Samstag dann auf der Alpennordseite auch Schnee bis in tiefe Lagen.

Die Durststrecke ist zu Ende

Bis zum Ende der Woche sind, im Vergleich zum bisherigen Niederschlag im März, grössere Niederschlagsmengen zu erwarten. Im Mittelland liegen diese bei rund 20 mm, entlang der Alpen sind 30 bis 40 mm wahrscheinlich. Im Süden werden Mengen von rund 30 mm erwartet. Somit dürfte der März-Durchschnitt aber dennoch nur teilweise erreicht werden. Auf dem Pilatus zum Beispiel liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 149,8 mm. Abgesehen von den Mengen vom Mittwoch und Donnerstag fielen auf dem Pilatus im März gerade 0,4 mm Niederschlag. Hier wird also die zu erwartende Durchschnittsmenge deutlich unterboten.

Dieser Wetterumbruch ist keine Eintagsfliege. Auch in der kommenden Woche dürften die Westwinde wieder südlicher und somit vermehrt über Mitteleuropa wehen. Darin eingebettet sind Tiefs und die dazugehörigen Fronten, welche immer wieder für Niederschläge verantwortlich sein werden. Die Temperatur steigt ab Sonntag wieder etwas an und wird im Bereich der für die Jahreszeit üblichen Norm liegen.

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