Vieles steht derzeit still – aber für die Landwirte im Talgebiet der Zentralschweiz und Aargau ist die Feldbausaison voll losgegangen. Bei guten Bedingungen haben sie Jauchegruben und Mistlager geleert. Die Böden waren am Morgen jeweils leicht gefroren und wurden von der Bise weiter schön abgetrocknet.
Schon ordentlich Gras
Viele Betriebe haben diese Woche während der stabilen Schönwetterlage erstmals das Vieh rausgelassen. Auch die Braunviehkühe von Beni Wüst starteten am Montag in die Weidesaison. Der Weidemilchproduzent aus Habsburg berichtet – übrigens schriftlich, wie auch die anderen erwähnten Landwirte in diesem Artikel – von einem schönen Grasbestand von zehn bis 15 Zentimetern Höhe.
Die Rennschweine dürfen nicht trainieren
Andernorts beeinträchtigt das Coronavirus die alltäglichen Abläufe. Bei den Schweinen von Alfred und Nadja Vogt aus Scherz beispielsweise bleiben womöglich Talente unentdeckt: Das Training der Rennschweine wurde eingestellt. Diese Generation wird nie an den Start gehen, sie sind nun auf der Weide mit ihren Artgenossen. Gebucht waren sie beispielsweise für die Aargauer Messe Aarau, die dieses Wochenende stattgefunden hätte. Nun futtern sich die Schweine ihrem anderen Verwendungszweck entgegen, der Fleischproduktion. «Der Bedarf an Freilandschweinefleisch ist seit der Coronakrise eher noch gestiegen bei unserem Abnehmer» schreibt Alfred Vogt. Beim Direktverkauf ab Hof hat das Betriebsleiterpaar Änderungen eingeführt: Es können nur bestehende Kunden Mischpakete bestellen. Es gibt keine Neukunden und kein Detailverkauf, damit für jeden Kunden eine separate Abholzeit vereinbart werden kann. «Bei der laufenden Ausschreibung haben wir schon sehr viele Fleischbestellungen», berichtet Vogt.
Noch keine grossen Frotschäden
In der Nähe steht die Obstanlage vom Lupfiger Loorhof von Familie Suter. «Die Apfelbäume sind gut durch den Winter gekommen», informiert Andreas Suter. Sturmwinde haben einige Bindeschläuche fortgeblasen und die Bäumchen müssen neu fixiert werden. Gravierender sind die Frostnächte für die weit entwickelten Pflanzen. «Aber aktuell kommen wir bei den Äpfeln im Grünknospenstadium ohne grosse Ausfälle durch», meint der junge Obstproduzent optimistisch. Einige wenige Sorten seien schon im Rotknospenstadium, dort werde es wohl etwas Schäden geben.
Der Hofladen läuft gut
In Familie Suters Hofladen läuft allerdings eher mehr seit dem 13. März. Bis jetzt sei aber kein Produkt ausgegangen, dank grossem Lager auf dem Hof und bei den Lieferanten, sagt Andreas Suter. Die Kassierin steht nun hinter einer Plexiglasscheibe, es dürfen höchstens drei Kunden gleichzeitig in den Laden, ein Grossteil des Gemüses ist vorverpackt im Angebot. Und Twint werde als kontaktloses Bezahlmittel rege genutzt, beobachtet Andreas Suter.

