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Sind die Schweizer Düngerpreise zu hoch?

Der Verein Faire Märkte Schweiz schreibt in einer Analyse, dass in der Schweiz Düngerpreise zu hoch seien. Landor-Geschäftsführer Jürg Friedli ordnet ein.

Der Verein Faire Märkte Schweiz (FMS) hat Mitte November 2024 eine «Systemanalyse» zu Wettbewerbsverzerrung und mangelhafter Transparenz im Markt für landwirtschaftliche Vorleistungen publiziert. So zeigten Düngemittel Preisunterschiede von 27 % bis 68 % im Vergleich zu Nachbarländern.

Gemäss Landor entsprechen diese Preisabweichungen nicht der Realität, da sie Webshop-Preise ohne Lieferkosten mit Listenpreisen vergleichen würden. Jürg Friedli, Geschäftsführer von Landor, sagt, dass sich Preisunterschiede von 10 bis 15 Prozent mit den Eigenheiten des Schweizer Marktes erklären lassen (kleinere Bestellmengen, höhere Anforderungen an Schadstoffgehalte oder Auflagen bei den Direktzahlungen, usw.).

FMS will Anfang 2025 eine Transparenz-Plattform entwickeln. Darauf sollen Landwirte möglichste einfach Preise eintragen können. FMS will die Daten für Dünge- und Pflanzenschutzmittel dann regelmässig auswerten.

Hintergrund ist, dass der Schweizer Bauernverband zur Reduzierung des landwirtschaftlichen Defizits eine Erhöhung der Konsumentenpreise am Markt um fünf bis zehn Prozent fordert. Diese war in diesem Umfang bisher nicht realisierbar, weshalb FMS nun den Fokus auf die landwirtschaftlichen Vorleistungskosten setzt.

Um Geld zu sparen, rät Jürg Friedli zum preislich attraktiven Düngervorbezug. Weiter sieht er Potenzial im Erneuern der Bodenproben und entsprechender Anpassung der Düngerplanung.

Die hohen Düngerpreise 2008 ergaben sich durch einen extremen Anstieg der weltweiten Rohstoffpreise. Beim Ausbruch des Kriegs in der Ukraine stiegen die Düngerpreise aufgrund höherer Rohstoffpreise.
Die hohen Düngerpreise 2008 ergaben sich durch einen extremen Anstieg der weltweiten Rohstoffpreise. Beim Ausbruch des Kriegs in der Ukraine stiegen die Düngerpreise aufgrund höherer Rohstoffpreise.