Es ist heiss, sogar sehr heiss. Trotz dieser schweizweit zutreffenden Feststellung sind die Bedingungen für die Zuckerrüben nicht überall gleich. Während in der Westschweiz und im Mittelland akute Trockenheit herrscht, zogen in den vergangenen Tagen in breiten Teilen der Ostschweiz Gewitter über das Land. Das gefallene Wasser ist ein herbeigesehntes Gut, birgt jedoch auch Risiken. Eine hohe Sonneneinstrahlung verbunden mit Feuchtigkeit an den Blattpartien kann Sonnenbrand verursachen. Die verbrannten Blattpartien sterben in der Folge ab.
Grösste Gefahr sind Blattflecken
Die grösste Gefahr geht von den Cercospora-Blattflecken aus. Die feuchten Bedingungen und die Wärme bieten fördernde Bedingungen für einen Cercospora-Befall. Auch in trocken gebliebenen Gebieten ist die Gefahr von Blattflecken nicht gebannt. Trotz der Hitze findet sich frühmorgens vielerorts noch Tau auf den Rübenblättern. Eine regelmässige Feldkontrolle ist unabdingbar, um die Blattflecken nicht zu verpassen. Bei einem Cercospora-Fund kann man auf Fungizide zurückgreifen. Die erste Behandlung sollte optimalerweise mit dem Fungizid «Propulse» (Dosis: 1,2 l/ha) in Kombination mit Kupfer durchgeführt werden. Die Spritzung sollte momentan ausserhalb der Hitze entweder sehr früh morgens oder spät abends erfolgen. Zudem muss mit einer Mindestwassermenge von 300 l/ha gefahren werden.
Macht eine Bewässerung Sinn?
Während in der Ostschweiz das Gewitter etwas Linderung gebracht hat, spitzt sich die Trockenheit in den restlichen Regionen zu. In gewissen Gebieten beginnen die Rübenpflanzen ab mittags ihre Blätter auf den Boden zu legen. Diese Fähigkeit der Pflanze vermindert die Verdunstung von Wasser über das Blatt und sorgt für ein längeres Überleben der Rübe unter trockenen Bedingungen.
Eine allfällige Bewässerung der Rübenparzellen kann zwar gegen die Trockenheit Abhilfe schaffen, ist jedoch nur in Erwägung zu ziehen, solange sich die hängenden Rübenblätter über Nacht wieder aufrichten. Das Bewässern der Rüben fördert unweigerlich die Entwicklung von Cercospora-Blattflecken im Bestand. Es gilt also, die Kosten, den Nutzen und die damit verbundenen Folgen abzuwägen. Bei intensivem Anbau und auf den besten Rübenböden kann eine Bewässerung in der Nacht bei noch aufrechtstehenden Rübenblättern in Betracht gezogen werden.

