Es ging ein Aufschrei durch die Gesellschaft, als Bundesrat Guy Parmelin Mitte Oktober 2021 die Unternehmen aufrief, sich auf eine allfällige Strommangellage vorzubereiten. Dabei ist dies nichts anderes als das Resultat der verfehlten Politik der letzten Jahre, die besonders von links/grün angestossen wurde.
Es bracht zusätzliche Terrawattstunden
Sie waren es, die vor rund zehn Jahren die Kernkraft verteufelten und einen Umbau der gesamten Stromproduktion forderten. Gleichzeitig verteufeln und bekämpfen dieselben Parteien und Gruppierungen Projekte zur Erzeugung von sauberem Strom, wie beispielsweise den Ausbau der Wasserkraftwerke auf dem Grimsel oder beim Triftgletscher im Sustengebiet. Projekte, die fähig wären, die fehlende konstante Energie, also die Energieversorgung auch in den Wintermonaten, sicherzustellen.
Die Empa (Anm. d. Redaktion: Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) geht davon aus, dass für die Elektrifizierung von Verkehr und für Heizzwecke zusätzliche 13,7 Terawattstunden (TWh) bis 2050 benötigt werden. Das entspricht einem Anstieg von rund 25 Prozent. Die ETH geht in einer neueren Untersuchung sogar von einem Anstieg von 30 bis 50 Prozent aus, wenn die Klimaziele der Schweiz erreicht werden sollen.
Blackout verursacht massive Kosten
Hinzu kommt die Abschaltung der Kernkraftwerke, was einen Rückgang der Stromproduktion im Umfang von 24 TWh ausmacht. Weitere 3,7 TWh fallen weg durch die Verschärfung der ökologischen Vorschriften für Wasserkraftwerke, was auch deren Produktion beeinträchtigt. Insgesamt müssen demnach bis 2050 rund 40 TWh ersetzt werden.
Gemäss Experten würde ein Blackout pro Tag Kosten in der Höhe von 2 bis 4 Mrd. Schweizer Franken verursachen. Aber nicht nur die finanziellen Auswirkungen wären enorm, sondern auch die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft wären fatal: Alle Beleuchtungen, die gesamte Telekommunikation sowie IT-Systeme, Ampeln im Strassenverkehr, alle elektrischen Maschinen, alle Filter und Pumpstationen für Trink- und Abwasser, Heizsysteme etc. würden entsprechend ausfallen.
Stromausfall mit weitreichenden Konsequenzen für die Landwirtschaft
Für die Landwirtschaft hätte ein Ausfall von Milchautomaten, des Fütterungsroboters, der Wasserzufuhr, der Melkroboter, des Milchtanks oder den Lüftungen von Ställen weitreichende Konsequenzen. Dadurch würde die gesamte Ernährungsversorgung der Schweiz in grosse Turbulenzen geraten.
Anstatt das Scheitern der Energiestrategie einzugestehen, baut man lieber weiter die Gesellschaft um, ohne die Versorgung sicherzustellen. Gerade im Bereich der Mobilität soll vermehrt auf die Elektromobilität gesetzt werden, aber auch beim Heizen werden Wärmepumpen vorangetrieben. Das benötigt vor allem eines: Strom. Die aktuelle Energiepolitik verringert das inländische Stromangebot und baut gleichzeitig die Stromnachfrage aus.
Es braucht alle Arten von Energie
Aus diesen Gründen ist eine Energiepolitik sicherzustellen, die technologieoffen ist und die Strommangellage mit Hilfe aller Technologien entsprechend entschärft. Um die erhöhte Nachfrage an Strom zu schliessen, ist eine breite Diskussion über erneuerbare Energien (Photovoltaik, Biogas, Wind) in Kombination mit Speichertechnologien Power-to-Gas/Power-to-X, aber auch über den Zubau der Wasserkraft zu führen. Ebenfalls muss man langfristig die Laufzeit der bestehenden Kernkraftwerke diskutieren.
Kurzum: Aufgrund der drohenden Mangellage darf die Stromproduktion nicht behindert, sondern sie muss erleichtert und dringend ausgebaut werden.

