Die Bergheimat ist eine unbequeme und wichtige Jubilarin

Die Organisation der Bergbiobauern fördert ihre Mitglieder mit Beiträgen und personeller Unterstützung in Notlagen. Dieser Tage hat die Organisation auf einem Mitgliedbetrieb im Emmental ihr Jubiläum gefeiert.

Die Bio Suisse hat 33 Mitgliedsorganisationen, aber nicht manche tritt so auffällig in Erscheinung wie die Schweizer Bergheimat. Es vergeht kaum eine DV des Dachverbands, an der nicht früher oder später ein bärtiger Bergbauer aufsteht und dem Vorstand die Leviten liest oder eine Richtlinienverschärfung vorschlägt.

Eine der zähesten Schichten

Die streitbare Organisation mit 350 Mitgliedsbetrieben und 900 nichtbäuerlichen Unterstützenden vertritt eine der zähesten sozialen Schichten im vielseitigen bäuerlichen Biotop: die Siedler an den steilsten und abgelegensten Hängen in allen Landesteilen.

Oft sind es karge Heimetli, denen diese Familien ihren Lebtag abgewinnen. Entsprechend allergisch sind sie auf zu massentaugliche Verweichlichungen im Bio-Regelwerk. So kämpfte die Bergheimat mit viel Elan, aber letztlich erfolglos gegen die Zulassung von UHT-Milch mit Knospe. Ebenso wenig von Erfolg gekrönt ist bisher der Einsatz für ausschliesslich behornte Nutztiere. Die wichtigsten Koalitionspartner der Organisation sind die ebenso widerborstige Gewerkschaft Uniterre und die Kleinbauern-Vereinigung.

Schnell ins Präsidium

Am vergangenen Samstag feierte eine bunt gemischte Schar von Bergheimat-Mitgliedern aller Altersstufen in Röthenbach das 50-Jahr-Jubiläum. Den stimmungsvollen Rahmen bot der Mitgliedsbetrieb «Wielandleben» tief im Emmental. Neben reichhaltiger Verpflegung gab es auch Gelegenheit zum Rückblick auf das Geleistete.

Präsident Roni Vonmoos aus dem Wallis begrüsste eine Reihe von Vorgänger(innen) am Mikrofon, die einen Blick zurück warfen. Auffällig oft waren sie, kaum hatten sie den ersten Mitgliederbeitrag bezahlt, ins Spitzenamt gewählt worden. Die Personaldecke für Vorstandsämter ist bei der Bergheimat also ebenso dünn wie bei konventionellen Bauernorganisationen.

Finanzielle Unterstützung

Geld hingegen, so Ex-Präsidentin Chiara Solari, sei immer genügend vorhanden gewesen. Dieses ist der wichtigste Treibstoff für die Aktivitäten der Bergheimat. Sie unterstützt ihre Mitglieder mit Beiträgen à fonds perdu für behornte Nutztiere, erneuerbare Energien oder bei Unglücksfällen. Weitere Unterstützungsformen sind zinslose Darlehen, Umschuldungen oder die Personalvermittlung.

Das oberste Ziel bleibt dabei immer, dass abgelegene Gebiete bewohnt und landwirtschaftlich genutzt bleiben. «Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden», sagte Mitglied Armin Capaul an der Feier. Da kann man ihm gut recht geben.

Ein eigenes Magazin für die Mitglieder

Die Bergheimat gibt zur Information der Mitglieder auch ein eigenes Magazin hinaus. Die «Bergheimat Nachrichten» erscheinen schon seit über vierzig Jahren. Einst umfassten sie nur ein paar dicht beschriebene Seiten Papier. Heute ist es ein ausgewachsenes Magazin und vermutlich eines der letzten auf dem Markt, das ausschliesslich schwarzweiss bebildert ist.[IMG 2] Hier finden sich Betriebsporträts und Berichte über Projekte von Mitgliedern, agrarpolitische Diskussionen, sowie die wichtigsten Daten, Termine und Entscheide. Das Heft erscheint vier- bis sechsmal im Jahr. «Die Nachrichten stellen eine Möglichkeit dar, zwischen allen Mitgliedern, den bäuerlichen und nichtbäuerlichen, zu vermitteln, sich gegenseitig zu informieren und einander näherzukommen», schreibt die langjährige Redaktorin Petra Schwinghammer zum Zweck der Publikation. Die letzten rund neunzig Nummern des Magazins lassen sich auf der Website der Organisation kostenlos nachlesen.

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