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Bundesrat stärkt Förderinstrumente für erneuerbare Energien – was heisst das für die Landwirtschaft?

Der Bundesrat will der Produktion von Solarstrom Schub geben. Auch Biomasse wird unterstützt – die Branche hätte sich allerdings mehr gewünscht.

Im vergangenen Winter sind die Gaspreise explosionsartig gestiegen. Dann hat der Ukraine-Krieg die sichere Versorgungslage infrage gestellt. «Seither ist die inländisch produzierte erneuerbare Energie vermehrt im Rampenlicht, weil deren Herkunft transparent und die Lieferung sicher ist», sagt Nadine Baumgartner, Leiter PR/Kommunikation bei Ökostrom Schweiz, dem Fachverband der landwirtschaftlichen Biogasproduzenten.

Interesse an Biogasanlagen steigt

Das komme auch den landwirtschaftlichen Biogasanlagen zugute. «Wir haben mehr Anfragen von Interessierten am Bau einer Anlage erhalten, und unsere Mitglieder haben ein gesteigertes Interesse auf Abnehmerseite festgestellt.» Auch sei die Medienpräsenz gestiegen, «damit sind Biogasanlagen in der Bevölkerung besser bekannt».

Energie dominiert Politik

Auch die Politik habe noch nie so viele Energiethemen behandelt, sagt Nadine Baumgartner. «Trotzdem mussten wir viel zu lange warten, bis der Bundesrat die revidierte Energieförderverordnung, die notabene in etwas mehr als einem Monat gilt, verabschiedet hat.»

Der Entscheid des Bundesrats dazu fiel diesen Mittwoch. Mit dem Revisionspaket wird das Ende 2022 auslaufende Einspeisevergütungssystem (KEV) durch Investitionsbeiträge ersetzt. Der Bundesrat will unter anderem der Produktion von Solarstrom Schub geben.

Für die Förderung grosser Fotovoltaikanlagen führt er ab 2023 Auktionen ein: Wer Solarstrom am günstigsten produziert, erhält den Zuschlag. Vorgesehen sind Auktionen für Anlagen, die keinen Strom für den Eigengebrauch erzeugen, wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte. Solche Anlagen befänden sich typischerweise auf den Dächern von Lagerhallen oder Scheunen.

Förderung für Biomasse

Ausgebaut wird auch die Förderung der Stromproduktion mittels Wasserkraft, Wind, Geothermie und Biomasse. Neu werden die Investitionskosten mit einem Beitrag (à fonds perdu) berücksichtigt. Spezifisch für Biomasseanlagen kann zudem eine Förderung für den Unterhalt beantragt werden.

Letzteres freut Ökostrom Schweiz in Teilen, wie es in einer Mitteilung heisst: «Dank dem Betriebskostenbeitrag wird der besonderen Kostenstruktur für solche Anlagen Rechnung getragen.» Allerdings werde mit den vom Bund festgelegten Beiträgen der wirtschaftliche Betrieb von landwirtschaftlichen Biomasseanlagen herausfordernd sein.

Ökostrom Schweiz hätte gern mehr Planungssicherheit

Diese Übergangslösung für einige Jahre «entspricht nicht unseren Erwartungen», hält Nadine Baumgartner fest. Ökostrom Schweiz würde sich eine grössere Planungssicherheit wünschen. «Und dass der Fakt, dass wir auf unsere inländischen Ressourcen setzen müssen, wenn wir sichere und klimafreundliche Energie möchten, sich auch in der Wirtschaftlichkeit solcher Produktionsanlagen widerspiegelt.»

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