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Einmal erfassen, tausend Mal nutzen

Landwirt Christoph Herren aus Wileroltigen BE hat den «eFeldkalender» entwickelt. Er passt die Anwendungen laufend den Bedürfnissen der Anwender an. Denn immer öfter tippen Landwirte ÖLN-Aufzeichnungen in eine Smartphone-App.

Die Tage werden länger und die Vegetation erwacht bald. Damit beginnt auch die «Aufzeichnungs-Saison» der Feldarbeiten wie Düngen, Pflanzenschutz und was die Behörden sonst noch alles wissen wollen. Immer öfter nutzen hier Landwirte elektronische Hilfsmittel. Darin dokumentieren sie mit dem Handy, Tablet oder Büro-PC anstelle von Stift und Papier die Feldarbeiten. Wer die Einträge in einem elektronischen System erfasst, spart Zeit. Man braucht nicht zuerst auf einen Zettel zu schreiben, was am Abend im Büro registriert werden muss. Dank dem Smartphone, welches heute viele Landwirte mit sich tragen, können die Einträge fortlaufend vom Traktorsitz aus getätigt werden. Dies ist zwar auch mit dem Papier-Feldkalender möglich. Auch dieser hat auf jedem Traktor Platz. Aber die elektronische Variante hat gegenüber der Papierlösung den Vorteil, dass die Daten gesichert sind (siehe Kasten «Datensicherheit»).

Aus einer Idee für den eigenen Hof ist eine App entstanden, welche 800 Betriebe nutzen

Landwirt Christoph Herren aus Wiler-oltigen BE kennt sich mit digitalen Aufzeichnungen besonders gut aus. Er ist der Entwickler und der Tüftler hinter dem «eFeldkalender». Der Praktiker hatte klare Vorstellungen, wie die elektronische Aufzeichnung für den ÖLN-Nachweis aussehen soll.

Vor acht Jahren gründete er mit seinem Vater eine Generationengemeinschaft und übernahm die Verantwortung für die ÖLN-Aufzeichnungen. Da sich der 32-Jährige schon immer für Computertechnik interessierte, wollte er die Papieraufzeichnungen durch eine elektronische Variante ersetzen und prüfte die bestehenden Möglichkeiten. Bald entschied er sich, in Excel ein zum Betrieb passendes Aufzeichnungsprogramm selbst zu bauen.

Berufskollegen von Christoph Herren waren an seiner Entwicklung interessiert und wollten die Excel-Lösung ebenfalls nutzen. Wegen der grossen Nachfrage bot der junge Tüftler die Datei im Internet an. Jeder Nutzer konnte sie dann auf seinem Rechner speichern. Von einer Server-Applikation war da noch keine Rede. Heute können sich die Nutzer über das Internet auf die eigenen Server-Datei einloggen und von überall mit Internet Verbindung auf die Aufzeichnungen zugreifen (siehe Kasten «Web-
anwendung»).

Mittlerweile nutzen rund 800 Betriebe den «eFeldkalender». Ein Parzellen- und Kulturen-Verzeichnis gibt eine gute Übersicht über die Flächen. Die Kulturenblätter werden wie im Papier-Feldkalender dargestellt. Der Eintrag ist besonders schnell gemacht, weil für Maschinen, Produkte und Mitarbeiter die Stammdaten vorerfasst werden können. Die Daten lassen sich als PDF-Datei speichern und für die Kontrolle ausdrucken.

Der «eFeldkalender» bietet auch Inventarlisten, welche mit den Einträgen im Kulturenblatt automatisch angepasst werden.

Der «eFeldkalender» kann ganz einfach die Daten von MyJohnDeere übernehmen

Immer häufiger sind Schnittstellen gefragt, welche verschiedene Systeme miteinander verbinden, um Mehrfacheingaben zu vermeiden. Eine Schnittstelle erlaubt beispielsweise, die Daten von MyJohnDeere automatisch in den «eFeldkalender» zu übertragen. Ein John Deere-Fahrer braucht also einen Parzellenname, die Aufwandmenge usw. nur am Traktor-Terminal einzutragen. Dank der Schnittstelle tauschen die beiden Systeme die Daten aus.

Diese Art der Vernetzung dient der administrativen Vereinfachung, weil Grunddaten nur noch einmal eingetragen werden müssen.