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7 Tipps zum Unterhalt im Winter

Gut gewartete Maschinen arbeiten im Frühling störungsfrei. Im Winter lassen sich Wartungsarbeiten und Reparaturen kostengünstiger durchführen als während der Saison. Zwei Fachleute geben Tipps zum Unterhalt für Betriebssicherheit und Werterhalt.

Es ist Heu-Wetter im Frühling – und nach kurzer Zeit gibt der Kreisler den Geist auf. Eine Gelenkverbindung ist gebrochen. Eigentlich hat man den Schwachpunkt am Ende der letzten Saison noch erkannt, aber wieder vergessen: «Es geht ja noch lange bis zum Frühling …».

Noch schlimmer ist ein Ausfall des Schwaders, wenn am Horizont Regenwolken aufziehen. Der Schaden muss sofort repariert werden. Jetzt pressiert es. Verregnetes Heu ist keine Option und die Reparatur-Kosten spielen unter diesen Umständen keine Rolle.

Zu solchen und ähnlichen Notfällen wird der Landtechnik-Fachmann Jean-
Pierre Lüscher aus Schöftland AG jeden Frühling gerufen.

Sieben Tipps von Spezialisten, die im doppelten Sinne des Wortes sehr wertvoll sind

Diesen Stress kann der Landwirt verhindern, wenn er die Maschinen regelmässig putzt, pflegt und wartet. «Im Winter stehen die Maschinen nicht im Einsatz und Reparaturen lassen sich ohne Zeitdruck planen», erklärt Manfred Steiner.

Steiner ist Regionalberater bei der Oel-Brack AG und liefert diverse Öl- und Pflegeprodukte der Marke Midland für die Landwirtschaft. Von ihm kommt auch der Spar-Tipp, «dass der Landwirt defekte Teile selber ausbauen kann.»

Lüscher und Steiner haben sieben Tipps, für einen sicheren Maschinen-Einsatz:

1. Abdampfen

Die Maschine mit dem Hochdruck-Reiniger sauber reinigen. Dabei nicht direkt in Lager oder elektronische Bauteile zielen. Es ist aber wichtig, alle Maschinenteile vom Schmutz zu befreien. Dadurch wird die Sicht auf die Bauteile freigelegt. Und mit einer optischen Kontrolle können allfällige Schäden wie Risse entdeckt werden.

Auch Lagerschäden können an einer sauberen Maschine leichter ausgemacht werden. Je nach Gerät lassen sich dazu die Arbeitswerkzeuge von Hand bewegen. Dabei ist Vorsicht geboten: Der Antriebsstrang muss unterbrochen werden, indem die Zapfwelle oder hydraulische Antriebe vom Traktor getrennt werden.

Der Traktor muss gesichert sein, damit er nicht samt dem Anbaugerät wegrollt, das inspiziert wird. Begibt man sich unter Anbaugeräte, müssen sie unterstellt werden, sollte sich der Dreipunkt unkontrolliert absenken.

2. Schmieren und Pflegen

Nach dem Reinigen müssen die Lager geschmiert werden, um die Feuchtigkeit hinaus zu pressen. Zudem sollte man blanke oder bereits rostige Maschinenteile mit einem Rostschutzmittel einsprühen. Im Fachhandel sind diverse Produkte erhältlich, die sich mit einer Sprühflasche leicht zerstäuben lassen und auf der Oberfläche eine Schutzschicht gegen Rost bilden. Das früher oft verwendete Gemisch aus Diesel und Öl schützt kaum vor Rost.

3. Ketten

Die Antriebsketten nach dem Reinigen mit einem Spray pflegen, der in die Kettenhülsen eindringt und Feuchtigkeit verdrängt. Dadurch wird verhindert, dass sich die Kettenteile versteifen und die Kettenbolzen und Kettenhülsen fixiert werden. Die Wahl des geeigneten Pflegesprays ist wichtig und sollte mit dem Landmaschinen-Händler oder dem Schmierstoff-Lieferanten abgeklärt werden.

Nach dem Auftragen der Pflegeprodukte kann die Maschine im Leerlauf in Betrieb genommen werden, damit die Verteilung der Wirkstoffe unterstützt wird. Logischerweise hält man dabei genügend Abstand zu den Maschinenteilen. Vor allem dann, wenn Schutzabdeckungen noch nicht wieder angebracht wurden.

4. Keilriemen und Reifen

Keilriemen und Reifen haben auch einen Verschleiss. Wenn Risse entstehen, können diese während der Saison einen Maschinenausfall verursachen.

Wenn hier keine Mängel entdeckt werden, kann die Einwinterung abgeschlossen werden.

Wird eine Maschine auf Reifen abgestellt, sollte der Innendruck um 1 bis 2 Bar erhöht werden. Dadurch wird der Reifen nicht gestaucht und es bilden sich keine Platten auf der Lauffläche. Die Reifen können auch mit Hölzern unter der Maschine entlastet werden.

5. Trocken lagern und Frostschutz beachten

Die Maschine kann nun an einem trockenen Ort abgestellt werden. Ist dies nicht möglich, sollte sie wenigstens mit einer Blache vor der Witterung geschützt werden. Bei motorisierten Maschinen muss die Frostsicherheit des Kühlwassers kontrolliert werden.

Die Frostgefahr wird verstärkt, wenn die Maschine an einem zugigen Ort abgestellt wird. Wenn der Traktor in einem regelmässigen Service bei einer Fachwerkstatt steht, ist er diesbezüglich nicht gefährdet, da dies ein Bestandteil des Services ist.

6. Schäden reparieren

Wird während den Reinigungs- und Pflegearbeiten ein Schaden an der Maschine erkannt, bleibt in den Wintermonaten Zeit, diesen zu beheben. Diese Zeit sollte man nutzen. Die Kosten für den Ersatz sind im Winter weniger hoch als während der Saison.

Im Winter kann der Landwirt auch ohne Zeitdruck Ersatzteile besorgen und die Reparatur selbst durchführen. Oder er kann in der Landtechnik-Werkstatt einen Termin vereinbaren. Wenn die Reparatur nicht eigenhändig möglich ist, kann er das defekte Teil demontieren und in die Werkstatt bringen. Durch die Vorarbeit reduzieren sich die Reparaturkosten.

Das Hegen und Pflegen der Maschinen bringt nicht nur eine höhere Betriebs-Sicherheit, es erhöht auch den Maschinen-Wert. Jean-Pierre Lüscher weiss, dass sich eine gepflegte Gebrauchtmaschine leichter verkaufen oder eintauschen lässt als ein ungepflegtes Pendant. Der sorgfältige Unterhalt steigert den Werterhalt.