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Tipps und Tricks für die Stallreinigung

Ein sauberer Stall beugt Fliegen und Krankheiten vor - das bedeutet leistungsfähigere Tiere und weniger Tierarztkosten. Die Grundreinigung braucht etwas Planung, lohnt sich aber. Praktisch ist, wenn der Hochdruckreiniger stets griffbereit ist.

Zeitpunkt

Bei Geflügel und auch bei den Schweinen ist es in vielen Betrieben bereits Standard, dass nach jedem Ausstallen eine Stallreinigung inkl. Desinfektion durchgeführt wird.

Beim Rindvieh gilt es, zwischen den verschiedenen Kategorien zu unterscheiden. In Kälbermastbetrieben bei Rein-Raus-Verfahren findet in der Regel ebenfalls nach jedem Umtrieb eine Reinigung statt. Im Munimast-, Mutterkuh- oder Milchviehstall empfiehlt sich eine gründliche Reinigung mindestens einmal pro Jahr. Kälberiglus und Kälberboxen werden im Idealfall vor jeder Neubelegung gereinigt und an der Sonne getrocknet. Quelle: Anja Schmutz, Lehrerin und Beraterin Tierhaltung, Liebegg

Welches Reinigungsmittel?

Mit sauren Reinigungsmitteln (pH-Wert bis 7) lassen sich hartnäckige Verkrustungen, mineralische Ablagerungen und Eiweissrückstände entfernen. Achtung: Saure Mittel können Oberflächen mit empfindlichen Materialien wie Aluminium angreifen und beschädigen.

Alkalische Reinigungsmittel (pH-Wert ab 7) lösen tierische Fette, Öle und Proteine. Starke alkalische Reinigungsmittel können Materialien wie Gummi angreifen.

Tipps und Tricks für die Stallreinigung

Neutrale Reinigungsmittel (ph-Wert 7) sind besonders materialschonend und daher ideal für die regelmässige Reinigung von empfindlichen Oberflächen. Quelle: Schaumberg Tierhygiene

Wer den Betrieb biologisch bewirtschaftet, findet die erlaubten Reinigungsmittel auf der FiBL-Betriebsmittelliste. Gemäss BLW gibt es für den ÖLN keine solche Liste.

Wasser und Schaum

Im Idealfall findet die Reinigung mit Hochdruckreiniger, Heisswasser (mind. 75 Grad) und einem Reinigungsmittel statt. Durch den Einsatz von Reinigungsmitteln kann die Entfernung von Schmutz beschleunigt werden und es werden mehr unerwünschte Erreger abgetötet. Quelle: Anja Schmutz, Lehrerin und Beraterin Tierhaltung, Liebegg

Ein Schaumreiniger hat den Vorteil, dass der Reiniger an vertikalen Flächen hängen bleibt und so länger einwirkt. Auf dem Schweizer Markt gibt es Reiniger auf Basis von natürlichen Rohstoffen, etwa die «Natural»-Linie von Kärcher (Weizenkeime oder Mais) oder «Clappt» (Molke).

Tipps und Tricks für die Stallreinigung

Der Molke-Schaumreiniger löst den Mist dank Enzymen und Milchsäure gut, obwohl er einen tiefen pH-Wert hat. Quelle: Patrick Tanner, Geschäftsführer Ciaras AG

Hygiene lohnt sich

Die tägliche Hygiene ist bei allen Tierkategorien wichtig, um das Infektionsrisiko zu minimieren und den Krankheitsdruck zu schmälern.

Bei vermehrtem Auftreten von Infektionskrankheiten oder in heiklen Tierbereichen (Abkalbebucht, Iglu, Krankenstall usw.) lohnt sich nach einer gründlichen Reinigung und Trocknung zusätzlich eine Desinfektion. Dabei ist zu beachten, dass vor jeder Desinfektion eine gründliche Reinigung vorangeht, damit das Mittel die volle Wirkung erzielen kann.

Bei der Verwendung von Reinigungsmitteln ist darauf zu achten, dass kein Futter oder Wasser verunreinigt wird und die Mittel überall vollständig mit Wasser beseitigt/abgespült werden. Insbesondere Tränkestellen und Fressbereich dürfen keine Rückstände von Reinigungsmitteln enthalten.

Ausserdem sollte das Mittel für die Infrastruktur verträglich sein, damit das Material nicht spröde wird und sich Erreger darin einnisten können. Quelle: Anja Schmutz, Lehrerin und Beraterin Tierhaltung, Liebegg

Kalt, heiss und dann trocknen

Die Reinigung mit dem Hochdruckreiniger spart im Vergleich zum Schlauch bis zu 80 Prozent Wasser. Quelle: Tobias Wobmann, Teamleiter Produktmanagement bei Kärcher Schweiz

Kaltes Wasser kommt bei der täglichen Reinigung zum Einsatz, heisses, wenn es wirklich gründlich sauber werden soll.

Tipps und Tricks für die Stallreinigung

Wichtig ist, dass der Stall nach der Reinigung komplett trocknen kann. Im Idealfall ist der Stall bei Schweinen und Geflügel nach der Reinigung eine Woche leer. Ventilatoren können helfen, dass der Stall schneller trocknet. Quelle: Anja Schmutz, Lehrerin und Beraterin Tierhaltung, Liebegg

Selber oder den Profi holen?

Für den «Frühlingsputz» braucht es keine Profis. Anders sieht es im Seuchenfall aus: Sobald ein Seuchenverdachtsfall vorliegt, entscheidet der Kantonstierarzt über das weitere Vorgehen und ordnet die weiteren Massnahmen an, etwa Reinigung und Desinfektion. Quelle: Anja Schmutz, Lehrerin und Beraterin Tierhaltung, Liebegg

Desinfektion ist nach Krankheiten und als Prävention sinnvoll. Dazu braucht es ein Hygienemanagement, insbesondere beim Einstallen von Geflügel und Ferkeln. Das wirkt der Eintrittswahrscheinlichkeit von Krankheiten entgegen. (3)

Prävention gegen Fliegen und Gnitzen

Stallfliegen wie auch Gnitzen sind seit den ersten frühlingshaften Temperaturen aktiv. Gegen Stallfliegen ist es sinnvoll, spätestens beim ersten Aufkommen mit der Bekämpfung zu beginnen. Schlupfwespen eignen sich als natürliche Bekämpfung gegen Stallfliegen, die Stalltemperatur sollte dabei aber nicht weniger als 18 Grad betragen. Egal, ob chemisch oder natürlich: Es braucht eine konsequente Umsetzung der Massnahmen!

Tipps und Tricks für die Stallreinigung

Eine gründliche Stallreinigung kann der Fliegenplage im Sommer vorbeugen. Bis zu 80 Prozent der Fliegenpopulation befindet sich als Eier, Larven und Puppen im Mist oder im Güllekanal. Typische Brutstätten für Fliegen sind Kälberboxen, schlecht zugängliche Ecken und Hohlräume mit sich zersetzenden Futterresten, Tiefstreu in Laufställen und die Schwimmdecke auf der Gülle.

Gnitzen, welche die Blauzungenkrankheit übertragen, vermehren sich in einem feuchten Umfeld. Häufiges Misten und eine angepasste Lüftung helfen, Feuchtstellen (Pfützen, Ansammlung von Flüssigmist usw.) zu verhindern. Quelle: Anja Schmutz, Lehrerin und Beraterin Tierhaltung, Liebegg