BauernZeitung-Leser Toni Merki erinnert sich an einen Schulbesuch bei sich auf dem Hof – Teil 2

Toni Merki erinnert sich, wie er einer Schulklasse eine Kälbergeburt zeigen konnte. Das Staunen der Kinder war gross und sie machten keinen Mucks.

Was bisher geschah: Bei Toni Merki und seinen Kühen war die 2. Klasse vom Ort zu Besuch. Sie hatten viel Spass bei den Kühen, aber noch viel mehr Freude am ins Stroh Hinunterspringen. Bei der Verabschiedung versprach Toni Merki den Kindern, dass sie einmal bei einer Kälbergeburt dabei sein dürfen. Als Dankeschön bekam er Post von den Schülern: Ein Ringheft voll mit hübschen Zeichnungen und herzigen Geschichten.

Es folgt der zweite Teil der Geschichte vom Besuch der 2. Klasse bei Toni Merki und seinen Kühen. Den ersten Teil konnten Sie in der Ausgabe der BauernZeitung vom 19. Februar lesen.

Trotz Besuch absolute Ruhe im Stall

Zehn Tage später war es dann so weit. Ein Telefonanruf in die Schulanlage Hinterbächli von meiner Seite alarmierte die Kinder der 2. Klasse, dass eine Kuh kurz vor dem Abkalben stehe. In Windeseile kamen sie angekeucht, die Lehrerin samt Kindern. Natürlich bestand ab sofort ein absolutes Ruhegebot im Stall. Wie sie sich alle daran hielten! Kein Mucks war zu hören, nur aufgerissene Kinderaugen staunten, was da vor sich ging.

Reibungslos ging die Geburt über die Bühne, und bald lag es da im frischen Stroh: ein Stierkälbchen, rostfarben, nass und bewundert von vielen Kinderaugen. Augenblicke später war es trockengeleckt von der rauen Zunge seiner Mutter. Ein paar Minuten später machte es schon die ersten Gehversuche auf seinen langen, ungelenken Beinchen.

Bühne frei für Kuh und Kalb

Nun konnte die Bühne freigegeben werden und Mutter und Kind wurden überschwemmt von unzähligen Streicheleinheiten aus zarten Kinderhänden. Die Taufe fand auch gleich an Ort und Stelle statt, und die Kuh Bläcki war bereit für ihren ersten Fototermin mit Kay, ihrem neugeborenen Kälbchen, umrahmt von fünfundzwanzig Paten.

Nochmals ein Dankeschön per Post

Postwendend kam eine Woche später ein weiteres Ringheft gefüllt mit wunderschönen Kinderzeichnungen von Kay und seiner Mutter sowie von verschiedenen Berichten von der Geburt. Zum Beispiel stand da: «Wir durften schauen, wie eine Kuh kalbert. Zuerst kamen die Füsse heraus. Ich dachte, es ist ein Ohr. Und dann das Gesicht. Dann kam die Zunge heraus, die züngelte immer so herum …» Oder: «Wir sind zum Stall gelaufen. Dominic sprang uns schon entgegen und rief: ‹Die Beine schauen schon heraus!›» Und: «Frau Merki hat gesagt, wenn es ein Bube ist, heisst er Kay und wenn es ein Mädchen ist, nennen wir sie Kira.» Wen wundert es, dass sich dieses Kälbchen zu einem prächtigen Stier entwickelt hat.

Im Herbst besuchten meine Frau und ich den Musikschulabend im Schulhaus Hinterbächli. Vor uns liefen zwei Buben ebenfalls auf die Schulanlage zu. Plötzlich stupfte der eine den andern, deutete auf uns und sagte: «Schau mal, hinter uns ist der Vater von Kay!»

Zur Person

Toni ist pensionierter Landwirt. Er liest jede Woche die BauernZeitung von A bis Z und hat im Leben viel erlebt.

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