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Zuckerrübenjahr in Münsingen: Cercospora-Befall und Schädlinge prägen die Erntezeit

Zerlöcherte und zerfressene Rübenblätter: Nebst dem bekannten Rübenrüssler macht sich ein weiterer gefrässiger Schädling breit.

Langsam aber sicher neigt sich das Zuckerrübenjahr in Münsingen dem Ende zu. Cercospora hat sich etwas ausgebreitet, einzelne Punkte sind sichtbar – ist aber in diesem Jahr nicht schlimm. Zwischen den Sorten gibt es leichte Unterschiede. Die CR+-Sorten Smart Beppina und Smart Edytka zeigen etwas weniger Cercospora-Befall als die normalen Sorten.

Dafür ist in den vorher genannten Sorten im gepflügten Teil mehr Unkraut zwischen den Reihen gewachsen, da diese Sorten, wie bereits in Ausgabe 7/25 erwähnt, späteren Reihenschluss hatten. Das zog sich durch die ganze Saison hindurch.

Nebst Rübenrüssler ein weiterer gefrässiger Schädling

Der Befall mit dem Rübenrüssler ist bereits bekannt. Seit Mitte September sind aber neue Schäden zu beobachten: zerlöcherte Blätter, bei denen teilweise nur noch die Blattadern übrig blieben.

Bei diesem gefrässigen Schädling handelt es sich um die Gammaeule – einen Nachtfalter. Die Raupe des Nachtfalters frisst an den Rübenblättern. Gemäss der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrüben führen erst mehr als 20 Prozent Blattflächenverlust zu Ertragsbeeinträchtigungen. Offiziell sind keine Insektizide zur Bekämpfung bewilligt. Dafür bräuchte es eine Spezialbewilligung vom Kanton.

Die Gammaeulen-Raupen fressen Löcher in die Rübenblätter, bis fast nur noch Blattadern übrig bleiben.
Die Gammaeulen-Raupen fressen Löcher in die Rübenblätter, bis fast nur noch Blattadern übrig bleiben.

Bald wird geerntet und Ergebnisse können präsentiert werden

Am 20. Oktober werden die Rüben per Bahnverlad zur Zuckerfabrik gebracht und kurz vorher geerntet. In der nächsten Ausgabe von «die grüne» werden die Ertrags- und Zuckergehaltserhebungen der Stichproben der einzelnen Sorten präsentiert werden.

Was bisher geschah

Redaktorin Geraldine Zutter vergleicht auf ihrem Betrieb in Münsingen BE fünf Zuckerrübensorten und kombiniert diesen Vergleich mit zwei Bodenbearbeitungsverfahren. «die grüne» berichtet in jeder Ausgabe, wie sich die Zuckerrüben entwickeln. Ein Teil der Parzelle wurde im Mulchsaatverfahren angebaut, der andere Teil wurde gepflügt. Es wurden je fünf Conviso-Smart-Sorten gesät: Smart Beppina, Smart Edytka, Smart Manja, Smart Rossada, BTS 4825. Ende August fand die Flurbegehung statt. Dort referierte Stefan Vogel von der HAFL und zeigte anhand von Versuchsergebnissen, dass der Verzicht auf Winterweizen nach Zuckerrüben die effektivste Bekämpfungsstrategie gegen die Schilfglasflügelzikade ist, welche die Krankheit SBR überträgt. Schwarzbrache ist am effektivsten. Alternativ können Gründüngungskomponenten wie Phacelia, Gelbsenf oder Ölrettich gesät werden, da dies keine Wirtspflanzen der Zikade sind.