Die diesjährige Getreideernte ist eine Katastrophe.
Die Produzenten haben kräftige Ertragseinbussen zu verkraften. Dazu kommen in vielen Regionen die Mykotoxinbelastung und Qualitätsabzüge. Pierre-Yves Perrin, Geschäftsführer des Getreideproduzentenverbands, erklärt die Abzüge von Fr. 4.575 .–/dt für den Marktentlastungsfonds.
Können Sie nachvollziehen, dass sich einige Produzenten über diesen Abzug ärgern?
Pierre-Yves Perrin: Ich habe Verständnis für den Frust über die diesjährige Ernte. So schlimm war es wirklich noch nie. Viele meinen, der Marktentlastungsfonds diene nur der Vermeidung von Überschüssen am Markt. Dem ist aber nicht so. In erster Linie und zum grössten Teil wird damit aber der Export gestützt. Wir brauchen diese Gelder.
Beschlossen wurde die Höhe des Beitrags an der Delegiertenversammlung im November 2023. Ist es nicht möglich, bei einer schlechten Ernte den Beitrag zu reduzieren?
Und bei einer guten Ernte wollen Sie ihn erhöhen? Nein, so läuft das nicht. Dazu ist der Beschluss der Delegiertenversammlung nötig – und eine ausserordentliche Delegiertenversammlung während des Dreschens einzuberufen, ist kaum möglich.
Wonach richtet sich die Höhe des Beitrags für den Marktentlastungsfonds?
Wir arbeiten mit Durchschnittswerten, die mehrere sowohl gute als auch schlechte Jahre umfassen sowie alle Landesregionen. Wir haben eine Reserve im Fondsvermögen von rund fünf Millionen Franken. Diese Reserve ist jedoch noch nicht ausreichend, um die Beiträge zu senken. Deshalb braucht es auch in Jahren wie diesen den Marktentlastungsbeitrag.

