pv_die-grune-online

Arnika hilft bei Prellungen und Entzündungen

Arnika gilt als Klassiker unter den Heilpflanzen bei Prellungen, Zerrungen und Gelenkproblemen. Richtig angewendet kann sie Entzündungen lindern und die Heilung unterstützen, darf aber nicht ins Tier gelangen.

Wallwurz heilt die Knochen, Arnika ist im Akutfall die Pflanze der Wahl. Michelle Krügel, Drogistin und Inhaberin von «üsi Drogerie» in Münsingen BE, sagt, dass Arnika stets zur Anwendung kommt, wenn Blut im Spiel sei: «Das kann eine Verletzung sein, die es zu unterstützen gilt. Aber auch eine Quetschung oder ein Bluterguss.» Arnika kommt nur äusserlich zur Anwendung: Zubereitet als Tee für Umschläge und Angussverbände, als Tinktur oder in Salben. Innerlich wird Arnika nur in homöopathischen Kügelchen oder in der Spagyrik angewendet. Das hat seinen Grund, erklärt Michelle Krügel: «Einer der Inhaltsstoffe wirkt blutverdünnend.»

Tinkturen aus der Apotheke oder der Drogerie verwenden

Als wissenschaftlich belegte und empfohlene Anwendungen nennt der Ratgeber «Kräuter für Nutz- und Heimtiere» stumpfe Verletzungen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Haut- und Schleimhautentzündungen (im Maul- und Rachenraum) und Insektenstiche.

Zum Einsatz kommen Salben, Gels, Tinkturen und Aufgüsse aus Arnika bei den erwähnten Verletzungen, also bei Prellungen, Quetschungen, Zerrungen und Verstauchungen. Auch bei Venenentzündungen, Rheuma sowie sonstigen Muskel- und Gelenkschmerzen findet Arnika Verwendung. Der Ratgeber empfiehlt, nur in der Drogerie oder Apotheke erhältliche Tinkturen zu verwenden.

Michelle Krügel unterstützt dies, denn Arnika sei eine Pflanze, die nicht einfach so gesammelt werden dürfe: «Sie wächst in den Bergen auf mageren, sauren Standorten und ist in manchen Kantonen geschützt.» Ihr Name «Bergwohlverleih» deute auf die Heimat der Pflanze hin. Die Pflanze ist beliebt und wichtig: Der Pfarrer und Kräuterkundler Sebastian Kneipp sagte, sie sei nicht mit Gold zu zahlen. Heute steht sie in vielen Kantonen unter Schutz.

Arnika ist eine starke Heilpflanze, ihre Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, desinfizierend und schmerzstillend. Einer der Inhaltsstoffe kann heftige Kontaktallergien auslösen.

Deshalb warnt der Ratgeber «Kräuter für Nutz- und Heimtiere» davor, Arnika länger anzuwenden: Vor allem an geschädigter Haut und der Verwendung hoher Konzentration kann es zu Hautentzündungen mit Bläschen, Ekzemen und Hautnekrosen kommen.

Nachgewiesene Wirkungen sind:

  • Entzündungshemmend
  • Antirheumatisch
  • Antiarthritisch
  • Gegen Wundinfektionen
  • Antibakteriell
  • Immunstimulierend
  • Fördert die Bildung eines Teils der weissen Blutkörperchen (Granulozyten)

Arnika ist offiziell eine Heilpflanze bei Prellungen

Das Institut für Veterinärpharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich führt auf der Website «Clini Pharm / Clini Tox» eine Liste der Arzneipflanzen und ihrer Anwendungen in der Veterinärmedizin. Arnika darf auf der betroffenen Stelle bei akuten Entzündungen von Sehnen, Gelenken und bei Verletzungen wie Blutergüssen, Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen, Ödemen, schlecht heilenden Wunden sowie bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden angewendet werden. Für diese Anwendung gibt es in der Tierarzneimittelverordnung keinen Rückstandshöchstgehalt.

Michelle Krügel sagt, dass Arnika die klassische Erste-Hilfe-Pflanze sei: Etwa bei Transportunfällen oder wenn sich eine Kuh den Kopf angestossen hat. Dann ist es sinnvoll, mit verdünnter Arnikatinktur die Stelle abzutupfen oder bei einem Bein einen Angussverband anzulegen. Die entzündungshemmende, abschwellende Wirkung kommt Kälbern mit Nabelverletzungen oder -entzündungen zugute.

Anwendung

Arnika kommt nur äusserlich zur Anwendung. Die Tinktur darf nie unverdünnt angewendet werden. Arnika enthält Sesquiterpenlaktone, die Kontaktallergien auslösen können. Tee für Umschläge: 4 TL Blüten / 100 ml Wasser, Tuch mit Klauenband ans Bein binden, mit der Flüssigkeit angiessen und einwirken lassen. Tinktur: 1 Teil Blüten, 10 Teile 70 %-Alkohol. Die Tinktur muss vor der Anwendung mindestens fünffach mit Wasser verdünnt werden. Salbe: Bei Entzündungen, Prellungen, Quetschungen und rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Steckbrief: Echte Arnika (

Arnica montana) - Mehrjährige, winterharte, krautige Staude. - 30 bis 60 cm hoch, gelbe Blüten. - Bildet Blattrosetten und unterirdische Sprossen. - Blüten ernten, wenn sie voll entfaltet sind. Schonend trocknen (unter 42 Grad), vor Feuchtigkeit geschützt an kühlem Ort aufbewahren. Achtung: In einigen Kantonen vollständig geschützt (AI, NE, VD, ZH) bzw. teilweise (AR, FR, BE, OW, SG) durch Mengenbeschränkung auf fünf bis zehn Pflanzen geschützt. Deshalb empfiehlt sich der Anbau im eigenen Garten.

Quellen - Ratgeber «Kräuter für Nutz- und Heimtiere», 2. Auflage 2012, ISBN 978-3-200-02690-2 - «Kräuter- und Heilpflanzenatlas» - FiBL-Faktenblatt «Kälber und Ferkel mit Arzneipflanzen stärken»

Haftungsausschluss

Die Informationen zur Pflanze, zu deren Wirkung und das Anwendungsbeispiel sind eine Zusammenstellung aus verschiedenen Quellen. Die Wirkungen und Nebenwirkungen sind nicht vollständig aufgelistet. Die Schweizer Agrarmedien AG übernimmt keinerlei Haftung für die Folgen der Anwendung.