Brennholz erfreut sich einer starken Nachfrage, welche bei weitem nicht gedeckt werden kann. Täglich melden sich Kunden mit der Anfrage, ob noch Brennholz zu kaufen ist. Wer jetzt verkauft, kann jeden Preis verlangen. Herr und Frau Schweizer sind verängstigt und möchten nicht frieren. Damit lässt sich zurzeit viel Geld verdienen. Während der Corona-Pandemie wurde WC-Papier gehamstert, nun ist es Brennholz. Auch wenn die Energie knapp wird, dürfte ein grosser Teil des verkauften Brennholzes nie brennen, da wir schlicht und einfach nicht die Öfen dazu haben, um es zu verbrennen.
Es braucht mehr, aber...
Die hohe Nachfrage nach Brennholz täuscht viele Waldbesitzer. Es wird mehr Brennholz brauchen. Wenn es ein kalter Winter wird, umso mehr. Aber Achtung: Der effektive Mehrbedarf dürfte bei einem Plus von 20 bis 25 Prozent gegenüber den Vorjahren zu liegen kommen. Wenn einmal die Lager gefüllt sind, wird der Bedarf rasch einbrechen, da sind sich viele Forstleute einig.
Etwas anders sieht es beim Nadelholz aus. Die Schweizer Sägewerke haben volle Auftragsbücher und der Holzbau boomt weiterhin. Dies dürfte für die nächste Saison so bleiben. Wirtschaftlich gesehen dürfte auch in dieser Branche eine Abkühlung zu erwarten sein.
Nur so viel ernten, wie bestellt
Aktuell sieht es aber immer noch nicht danach aus. Die Versorgung der Sägewerke mit Schweizer Holz ist wichtig. Aber auch hier gilt das Gleiche wie beim Brennholz. Nur so viel ernten, wie auch bestellt. Aufgrund des aktuell schwachen Euros können Exporte von Rundholz ins benachbarte Ausland nur mit grossen Preisabschlägen realisiert werden. Das Zauberwort heisst auch hier «Angebot und Nachfrage», dies muss im Lot sein, sonst droht bei einem Überangebot an Rundholz ein deutlicher Preiszerfall.
Holzschläge frühzeitig planen
Wie sollen sich die Waldbesitzer(innen) verhalten?
- Planen Sie Ihre Holzschläge frühzeitig und ernten Sie nur das, was auch wirklich bestellt wird.
- Laubholz muss bis Ende Januar geerntet und verkauft sein.
- Lassen Sie Ihr Rundholz über Ihren Förster oder eine Vermarktungsorganisation koordinieren.
- Bleiben Sie mit ihren Abnehmern in engem Kontakt und terminieren sie Ihre Lieferungen.
Rundholzpreise können gehalten werden
Beim Nadelholz ist der Rundholzpreis stabil auf Vorjahresniveau. Die Sägewerke konnten über den Sommer die Schnittholzpreise weiter anheben und so ihre Margen erhöhen. Die hohen Treibstoff- und Strompreise machen diesen Gewinn aber leider wieder zunichte. Aktuell gehen wir davon aus, dass die Rundholzpreise auf diesem Niveau gehalten werden können.
20 bis 30 Prozent mehr beim Brennholz
Beim Brenn- und Energieholz besteht ein Verkäufermarkt mit einer starken Nachfrage. Die Zeit sollte genutzt werden, um die Preise anzuheben. Viele Abnehmer haben bereits reagiert und ihre Laubholzpreise angehoben. Nachhaltig gesehen liegen beim Brennholz 20 bis 30 Prozent Erhöhung drin.
Beim Laubstammholz sind nur leichte Erhöhungen zu realisieren. Hier ist besonders zu beachten, dass bestehende Kunden bevorzugt werden sollten. Diese werden auch in einigen Jahren noch Laubholz kaufen.

