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Säge-Spalt-Automaten sparen Zeit, machen die Arbeit sicherer und liefern sauberes, gleichmässiges Brennholz. Mechanisierung senkt Arbeitszeit und Kosten deutlich, bei nur leicht höherem Energieaufwand. Säge-Spalt-Automaten lohnen sich nur bei grosser Auslastung oder gemeinsamer Nutzung, nicht für kleine Mengen.
Mit Handsäge und Axt Brennholz zu produzieren, das gehört längst der Vergangenheit an. Motorsägen haben das mühsame Handsägen abgelöst und hydraulische Spalter erleichtern die Herstellung von Scheitholz seit längerer Zeit erheblich. Der nächste Schritt in Richtung Automatisierung sind sogenannte Säge-Spalt-Automaten.
Wie der Name schon vermuten lässt, verarbeitet ein solcher Automat ganze Stämme zu Scheitholz: Zunächst werden die Stämme auf die gewünschte Länge von 25 bis 50 Zentimetern zugeschnitten, anschliessend erfolgt das Spalten. Das Gerät eignet sich für astfreies Holz ab einem Durchmesser von 10 cm sowohl für Hart- als auch für Nadelholz. In High-End-Versionen können sogar Stämme mit bis zu 80 cm Durchmesser verarbeitet werden.
Wenn Technik die Arbeit erleichtert
Thomas Hofer, Produktmanager bei der Ott Landmaschinen AG, erklärt: «Ein Sägespalter mit automatischer Bedienung muss nur überwacht werden, nicht jeder Schritt muss einzeln bedient werden.»
Dadurch sind höhere Tagesleistungen möglich. Die Bedienenden können sich parallel um die Beschickung der Maschine oder das Absacken der Scheite kümmern, ohne dass die Produktion unterbrochen wird.
Die Automatik funktioniert mit Sensoren und stoppt die Maschine automatisch, sobald etwas nicht stimmt.

Ein weiterer Vorteil, den Hofer nennt, ist die verkürzte Trocknungszeit. Mit einem Säge-Spalt-Automaten werden die Stämme meist nass gespalten. Dadurch reduziert sich die Trocknungszeit der verarbeiteten Holzscheite im Vergleich zu ungespaltenen Stämmen um bis zu 50 %.
Auf Knopfdruck: Präzision und Sauberkeit
Auch Gerhard Aebi von Aebi Suisse bestätigt: «Die Leistungsfähigkeit moderner Spaltprozessoren ist enorm. Dank Einhebelbedienung lässt sich die ganze Maschine einfach steuern – auf Knopfdruck läuft der gesamte Prozess.» Besonders im professionellen Einsatz sei das ein entscheidender Vorteil.
Aebi weist zudem auf ein Detail bei seinen Maschinen hin, das die Arbeit sicherer macht: «Eine spezielle Platte hält den Stamm, damit er sich nicht verdrehen kann, und führt ihn stabil in den Spaltkanal. Dadurch entfällt das Nachjustieren, und die Arbeit wird deutlich sicherer.»
Eine Herausforderung sei die Holzqualität: «Schweizer Kunden sind sehr anspruchsvoll. Sie wollen saubere, schöne und gleichmässige Scheite.» Die Maschine muss gut eingestellt werden, damit sauber gespalten wird. Beim händischen Spalten könne viel von Hand justiert werden. Jedoch verfügen viele Maschinen über eine Schmutzschleuse, welche Späne aussortiert, sodass diese nicht im Sack landen. Das Resultat: schön gespaltenes, sauberes Brennholz, das als Luxusprodukt für Kamine zunehmend gefragt ist.
Die Qual der Wahl: Unterschiede zwischen den Modellen
Die Leistung eines Säge-Spalt-Automaten hängt vom Modell, der Logistik und dem Platzangebot ab – die Spannweite reicht von einigen Spaltzyklen pro Minute bis zu High-End-Modellen mit bis zu 80 Ster pro Tag. Die Modelle unterscheiden sich vor allem durch:
- den maximalen Stamm-Durchmesser
- das Spaltsystem
- die Bedienung (manuell oder automatisch)
- die Zu- und Abführbänder
- eine stationäre oder mobile Anlage
- die Antriebsart (Zapfwelle, Diesel, Elektro)
Technik und Sicherheit sind das eine – aber entscheidend für die Praxis ist, wie wirtschaftlich die Scheitholzproduktion läuft. Moderne Säge-Spalt-Automaten versprechen Effizienz. Doch wie stark wirken sich Zeitaufwand, Energieverbrauch und Kosten wirklich aus?
Vom Wald zum Stapel: So wird Scheitholz wirtschaftlicher
Wie lässt sich die Scheitholzproduktion effizienter gestalten? Mit dieser Frage befassten sich 2006 das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) Straubing sowie die Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) im Projekt «Rationelle Scheitholzbereitstellungsverfahren».
Grundlage der Untersuchung waren 40 Zeitaufnahmen: acht bei der Holzernte sowie 32 bei der Verarbeitung und Bereitstellung von Scheitholz (Sägen, Spalten, Stapeln). Die Forscher definierten vier typische Produktionswege – von Privaten/Kleingewerben bis zum professionellen Scheitholzgewerbe – und verglichen die Abläufe vom Wald bis zum fertigen Stapel (siehe Tabelle).
Obwohl die Studie fast 20 Jahre alt ist, besitzt sie weiterhin Gültigkeit, wie das TFZ auf Nachfrage bestätigte. Für die meisten Schweizer Betriebe dürfte Pfad 3 – der höher mechanisierte Waldbauer – am besten geeignet sein.
Im Vergleich zu Pfad 2 (gering mechanisierter Waldbauer), der in der Landwirtschaft bislang wohl am weitesten verbreitet ist, sinkt die Arbeitszeit pro Festmeter Scheitholz von 4,2 Std. auf 1,3 Std. – eine Ersparnis von drei Stunden. Die Kosten reduzieren sich von 55 Euro auf 34 Euro pro Festmeter. Der Energieaufwand steigt dabei nur leicht von 0,5 % auf 0,9 %.

Damit zeigt sich: Professionell mechanisierte Verfahren bringen erhebliche Zeit- und Kostenvorteile, ohne den Energieverbrauch wesentlich zu erhöhen. Die Autoren der Studie kommen zu folgendem Schluss: Pfad 3 und 4 senken die Kosten deutlich, sofern die mit hohen Investitionen verbundenen Maschinen ausreichend ausgelastet werden.
Bei voller Auslastung zahlt sich die Investition aus
Die Anschaffung eines Säge-Spalt-Automaten erfordert eine erhebliche Anfangsinvestition. Laut Thomas Hofer liegen kleinere Modelle wie der Binderberger SSP 450 bei rund 53 000 Franken, während High-End-Maschinen wie der Binderberger SSP X 800 mit Dieselantrieb und Fahrwerk bis zu 250 000 Franken kosten können.
Energieholz in der Schweiz auf Wachstumskurs
Die Nutzung von Energieholz in der Schweiz hat 2024 weiter zugenommen. Der effektive Holzumsatz zum Heizen betrug rund 5,7 Mio m³, was einem Anstieg von 2,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Den grössten Anteil machen naturbelassenes, nicht stückiges Holz wie Holzschnitzel und Pellets aus, die vor allem in automatischen Heizsystemen eingesetzt werden (Schweizerische Holzenergiestatistik, 2024). Das klassische Stückholz in Scheiten hat leicht an Bedeutung verloren und macht noch 14,9 % des Heizholzes aus, bleibt aber für private Wohnraumfeuerungen weiterhin relevant. Eine Simulation des Bundesamts für Energie (BFE, 2022) zeigt zudem, dass der Verbrauch von Stückholz bei intensiverer Nutzung bestehender Anlagen um über 25 % steigen könnte. Im Vergleich zu anderen Energieträgern liegt der Anteil von Holz am Endenergieverbrauch in der Schweiz bei 5,4 %. Erdölbrennstoffe machen 10,8 % aus, Fernwärme beispielsweise 3,1 % (BFE, 2024). Auch die Landwirtschaft trägt zur Versorgung bei: Wälder liefern Energieholz, das den wachsenden Bedarf ergänzt und die Versorgung mit erneuerbarer Wärmeenergie stärkt.
Bei Aebi Suisse beginnen kleinere Modelle von Hakki Pilke mit einem Spaltdurchmesser von 33 cm bereits bei 16 000 Franken. Grössere Modelle mit einem Spaltdurchmesser von 90 cm liegen bei 130 000 Franken. Gerhard Aebi weist darauf hin, dass die Investition nicht das einzige sei. «Man muss den ganzen Prozess umstellen», betont er. Traditionell verarbeiten Schweizer Betriebe das Holz als Meterspalt und trocknen es entweder am Waldrand oder in Bündeln. Beim Säge-Spalt-Prozess muss das Holz hingegen als Scheit in Gitterboxen oder Stapeln getrocknet werden. Dies erfordert zum einen Platz für die Maschine und zum anderen ausreichend Raum für die Trocknung des Holzes.
Die Investition lohnt sich vor allem bei hoher Auslastung. «Oftmals werden solche Maschinen angeschafft, um im Lohn für andere Brennholz aufzubereiten oder Holz zu verkaufen», erklärt Thomas Hofer. Für den reinen Eigenbedarf ist die Anschaffung meist nur dann wirtschaftlich, wenn sehr grosse Mengen Holz verarbeitet werden, etwa wenn mehrere Betriebe gemeinsam holzen.
Aebi weist im Gegensatz darauf hin, dass im Ausland auch kleinere Betriebe bereits in solche Maschinen investieren, weil die Arbeitserleichterung immens sei. Zur realistischen Berechnung der Amortisationszeit sollten neben den Anschaffungskosten auch Nebenkosten wie Wartung, Energie, Verschleissteile sowie die Logistik für Zu- und Abtransport berücksichtigt werden.
Auch die geplante Jahresmenge an Scheitholz und die tatsächliche Maschinenleistung auf dem Betrieb spielen eine entscheidende Rolle. Hofer betont: «Der maximale Durchmesser der Stämme, die Art des Spaltsystems und ausreichend Platz für die Beschickung und Abfuhr sind entscheidende Eckwerte für die Leistung der Maschine.» Nur bei effizienter Nutzung und ausreichender Auslastung werden die Vorteile der Automatisierung – Zeitersparnis, gleichmässige Scheite, verkürzte Trocknungszeiten und sichere Handhabung – wirtschaftlich spürbar.

