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Erfindergeist auf dem Hof: Diese Innovationen sparen Zeit und Kraft

Nicht immer passt eine Maschine perfekt zum Betrieb. Aber Landwirte sind erfinderisch: Man verpasst dem Gerät einen Feinschliff.

In der Schweizer Landwirtschaft wird – angepasst an die Entwicklung der Betriebe – stetig investiert. Viele Betriebsleiter wollen effizient arbeiten und Arbeitserleichterungen erzielen. Jeder Landwirt kennt aber die Situation, dass das eingesetzte Arbeitsgerät noch einen kleinen Feinschliff für die auf dem Betrieb ausgeführten Arbeiten benötigen könnte. Häufig führen die Betriebsleitenden mit ihrem Know-how selbst kleine bis grosse Änderungen durch.

Landwirte sind erfinderisch

In einem Projekt «Do it yourself-Upgrades» im Rahmen der Agrotechniker-HF-Ausbildung wollten drei junge Absolventen herausfinden, wie sich Betriebsleiter durch Anpassungen an Geräten und Einrichtungen den Arbeitsalltag erleichtern können.

Dafür sammelte das Projektteam unter der Leitung von Nicolas Salm an den «Future Farmer Days» und an der «Tier und Technik» in St. Gallen Ideen von Praktikern. Die meisten Eingaben stammen aus dem Bereich Tierhaltung, also aus dem Stall. Die drei besten Lösungen, die direkt auf die Bedürfnisse der Landwirte zugeschnitten sind, werden hier präsentiert.​

Der Restfutter-Räumer

Eines der herausragenden Projekte war der «Restfutter-Räumer» für den Futtermischwagen, den Kurt Huber aus Muri AG konstruiert hat. Er entwickelte ihn, um die Reinigung des Futtertischs zu optimieren. Für diese Idee kürte ihn das Projektteam zum Gewinner und überreichte ihm einen von Makita gesponsorten Werkzeugkoffer.

Der Restfutter-Räumer ist eine einfache Lösung mit grosser Wirkung. Damit wird der Prozess vor dem Abladen des Futters mit dem Räumen der Krippenreste kombiniert. Das steigert die Effizienz und minimiert körperliche Belastung des Landwirts.

Erfindergeist auf dem Hof: Diese Innovationen sparen Zeit und Kraft
Der Restfutter-Räumer im Futtermischwagen von Kurt Huber ist eine einfache Lösung mit arbeitssparender Wirkung.

Dabei wird Geschick im Rückwärtsfahren vorausgesetzt. Vor allem bei einer grossen Menge an Futterresten ist die maschinelle Futtertischräumung eine Erleichterung. Beim Rückwärtsfahren wird das Futter vom Futtertisch gestossen. Während der Vorwärtsfahrt stellt Huber den Schieber in die Mitteposition des Anhängers und kann so das Futter abladen. Für das Manövrieren auf dem Hof kann Kurt Huber den Schieber ebenfalls in die mittlere Position bringen und so Kollisionen verhindern.

Mistschieber Marke Eigenbau

Eine weitere Idee stammt von Lukas Nussbaum aus Dübendorf ZH. Es handelt sich um einen am Hoflader montierten Mistschieber der Marke «Eigenbau». Damit kann Nussbaum den Mist rasch und ohne grosse körperliche Anstrengung entfernen. Bloss in den Ecken ist noch Handarbeit angesagt. Mit einem Blech wird ein Überschwappen des Mists verhindert. Wird diese Maschine zwischen den Tieren eingesetzt, gilt es, vorsichtig zu manövrieren, damit diese von der Maschine nicht erfasst werden. Um nicht um die Tiere herum rangieren zu müssen, können diese weggesperrt oder die Arbeit während der Melk- oder der Weidezeit erledigt werden.

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Ein Hoflader mit einem selbst gebauten Mistschieber.

Schaltafeln am Kran

Die dritte Optimierung stammt von Stefan Fritsche aus Appenzell AI. Die Schaltafeln am Heukran zeigen, wie die Effizienz mit einfachen Anpassungen gesteigert werden kann. Die Tafeln erleichtern das Befördern von Zuckerrübenschnitzeln in die Silos. Die Einsatzfähigkeit des Heukrans wird durch diese findige Ergänzung erhöht. Dank einfachen Mitteln kann man auf eine weitere Investition mit Kostenfolgen verzichten. Die Montage und Demontage sind rasch und einfach erledigt – und Stefan Fritsche kann den Heukran kann wieder für «normale» Heu-Hubarbeiten verwenden.

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Den Heukran bestückte Stefan Fritsche mit einer Schaltafel.

Fazit Innovation im Alltag

Die täglichen Handgriffe im Stall an den Maschinen können schnell zu Zeitfressern werden. Die Umfrage zeigte dem Projektteam, dass die Landwirte innovativ, kreativ und mit handwerklichem Geschick nach Lösungen suchen, um sich den Arbeitsalltag zu erleichtern. Solche Optimierungen an Maschinen und Geräten machen sich bezahlt.

Nicolas Salm (21), Landwirt EFZ aus Veltheim AG, wird nächstens sein Vollzeitstudium als Agrotechniker HF am Strickhof Lindau beenden.

Mitmachen und gewinnen

Erleichtern auch Sie sich Ihren täglichen Arbeitsalltag auf dem Betrieb durch kleine oder grosse, selbst konstruierte Anpassungen an Geräten oder Einrichtungen? Oder haben Sie sogar ein Produkt von Grund auf selbst entwickelt? Dann melden Sie sich noch bis zum 30. Juni 2025 für unseren Bäuerlichen Innovationspreis an. Die Innovation – ob gross oder klein – muss einen Bezug zur Nutztierhaltung aufweisen und bäuerlichen Ursprungs sein. Vergeben wird der Innovationspreis alle zwei Jahre anlässlich der Fachmesse «Suisse Tier» in Luzern. Die besten bäuerlichen Innovationen werden von einer unabhängigen Fachjury nach klar definierten Kriterien beurteilt. Den ersten drei Gewinnern winken zudem attraktive Geldpreise: 1. Platz: 2500 Fr. 2. Platz: 1500 Fr. 3. Platz: 1000 Fr. WEITERE INFORMATIONEN UND ANMELDUNG